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Borna Bornaer Rathaus setzt auf Carsharing – Alternative zu neuen Dienstfahrzeugen
Region Borna Bornaer Rathaus setzt auf Carsharing – Alternative zu neuen Dienstfahrzeugen
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00:35 04.03.2018
Carsharing wie hier in Markkleeberg soll es auch in Borna geben. Quelle: Andre Kempner
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Borna

Fünf Dienstautos stehen für die Mitarbeiter der Bornaer Stadtverwaltung bereit. Dazu gehört seit einigen Monaten auch ein Elektro-Auto. Dennoch ist der Bedarf an Dienstfahrzeugen bisweilen entschieden größer, weshalb es im Rathaus die Idee gibt, Carsharing zu nutzen, die organisierte gemeinschaftliche Nutzung von Autos, die eine Firma geldwert zur Verfügung stellt. Die gibt es in Borna gegenwärtig allerdings nicht. Vielleicht im Zusammenspiel mit dem Landratsamt ließe sich das ändern, glaubt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke).

„In Stoßzeiten wird es manchmal knapp“, erklärt sie mit Blick auf die Nutzung der fünf Dienstautos in der Stadtverwaltung, zu denen freilich noch die Fahrzeuge von Einrichtungen wie dem Wirtschaftshof kommen. Zudem sind nicht alle PKW gleichermaßen einsetzbar. Das E-Auto, auch unter Klimaschutzaspekten angeschafft, lässt sich für Dienstfahrten etwa nach Dresden schon wegen seiner vergleichsweise geringen Reichweite nicht nutzen.

Bei Bedarf springen die Mitarbeiter deshalb in ihre Privatfahrzeuge, was auch nicht die Idealvariante ist. Und zwar spätestens dann, wenn sie auf einer dienstlichen Fahrt einen Unfall haben. Luedtke: „Das zahlt am Ende keine Versicherung.“

OBM: Carsharingfirma könnte sich in Borna ansiedeln

Die Oberbürgermeisterin könnte sich deshalb vorstellen, dass sich eine Carsharingfirma in Borna ansiedelt. Auch, weil es in der Landkreisverwaltung womöglich eine ähnliche Interessenlage gibt. Danach allerdings sieht es derzeit nur sehr bedingt aus, macht Landrat Henry Graichen (CDU) klar. „Mehr Dienstfahrzeuge habe wir bisher eigentlich nicht benötigt.“

Gegenwärtig stehen den Mitarbeitern 13 Autos zur Verfügung, die in der Regel von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr genutzt werden. Immerhin: Bei einem Angebot in Sachen Carsharing „könnten wir das als Alternative prüfen“. Letztlich gehe es um die Wirtschaftlichkeit. Meist nutzen die Mitarbeiter ihre eigenen Autos, so der Landrat.

Standort am Bahnhof denkbar

Oberbürgermeisterin Luedtke fände es gut, wenn sich ein Carsharing-Unternehmen am Bahnhof niederlassen würde. Ein Unternehmen wie die Firma Teilauto, die in insgesamt 17 Städten in Mitteldeutschland Autos „teilt“. Ein Angebot, das immerhin etwa 32 000 Leute nutzen, wie Torsten Bär sagt, bei der Mobility Center GmbH in Leipzig verantwortlich für Forschung, Entwicklung und Elektromobilität, zu der Teilauto gehört. Und prinzipiell würde Teilauto auch nach Borna kommen – „wenn die für uns notwendigen Voraussetzungen geschaffen sind“.

Dabei gehe es um „die Organisation der Nutzerberatung“ sowie die Fahrzeugbetreuung und eine „angemessene Öffentlichkeitsarbeit“, die sich freilich nicht von Leipzig aus bewerkstelligen lasse. Bär: „Das kann daher nur vor Ort organisiert werden.“

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Gepostet von SPD Markkleeberg am Donnerstag, 25. September 2014

In der Regel seien für die Ansiedlung von Teilauto etwa 30 vorrangig private Nutzer nötig. Andernfalls könne das Unternehmen nicht kostendeckend arbeiten. Sollte es allerdings regelmäßige häufige Buchungen von einzelnen Nutzern wie etwas Verwaltungen geben, lasse sich ein Standort auch mit weniger Nutzern wirtschaftlich betreiben.

Frühere Untersuchung dokumentierte kein Interesse

Das Interesse an Carsharing wurde in Borna bereits vor vier Jahren untersucht. Es war Gegenstand einer Befragung, die Diana Bergmann, seinerzeit Geografie-Studentin an der Martin-Luther-Universität in Halle, in Borna durchgeführt hatte. Die junge Frau mit Bornaer Wurzeln befragte 360 Leute und erhielt am Ende 28 Antworten. Allerdings mit einem vernichtenden Ergebnis: Keiner der Befragten hatte auch nur im Ansatz Interesse, zugunsten von Carsharing auf das eigen Gefährt zu verzichten.

Die Studentin zeigte sich damals dennoch davon überzeugt, dass es in Borna Potenzial für Carsharing-Angebote gibt. Schließlich seien die Wege in Borna kurz, so dass Geschäfte, Kindertagesstätten und Supermärkte auch ohne Auto gut zu erreichen seien. Und Diana Bergmann schlussfolgerte bereits im Jahr 2014, dass für eine organisierten gemeinschaftlichen Nutzung eines oder mehrerer Autos auch Behörden wie das Landratsamt oder die Stadtverwaltung gefordert seien.

Daran will auch Oberbürgermeisterin Luedtke anknüpfen. Deshalb müsse zunächst der entsprechende Bedarf ermittelt werden.

Von Nikos Natsidis

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