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Borna Bornaer Schüler diskutieren über Menschlichkeit
Region Borna Bornaer Schüler diskutieren über Menschlichkeit
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05:03 27.04.2018
Auch Schulzeiten spielen beim Thema Menschlichkeit eine Rolle: Sarah, Nils, Nele und Heidi Bischof (von links) diskutieren über einen früheren Schulbeginn. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Die Jugendlichen der Bornaer Dinterschule wünschen sich künftig einen früheren Schulbeginn, längere Ladenöffnungszeiten, weniger Waffenlieferungen in Kriegsgebiete, Strategien gegen Mobbing. Was auf den ersten Blick wie ein Sammelsurium anmutet, sind Ergebnisse eines Workshops, den das Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK), darunter LVZ-Abo-Pate und NDK-Projektmanger Ingo Stange, in der Schule organisiert hatte.

Siebtklässler wollen eher in den Unterricht starten

Unter dem Stichwort Menschlichkeit diskutierten die siebten Klassen verschiedene Aspekte des gesellschaftlichen Zusammenlebens. „Uns geht es darum, dass sich die Schüler einen ganzen Tag darüber Gedanken machen, was der Begriff Menschlichkeit bedeutet und wo er wichtig ist“, macht Siri Pahnke von NDK deutlich.

Entsprechend groß war die Themenvielfalt. Und überraschend auch die Schwerpunkte: Denn gerade den früheren Schulbeginn nahmen fast alle Siebtklässler sehr ernst und sprachen sich durchgängig dafür aus, eher in den Unterricht starten zu könnte. „Aus mehreren Gründen“, sagt Nele. „Vorrangig spielt der Wunsch nach mehr Nachmittagsfreizeit eine große Rolle, hinzu kommen zum Teil ungünstige Busverbindungen“, begründet sie.

Busverbindungen sind Thema für Schülerrat

Gemeinsam mit Mitschülern wolle sie versuchen, das Thema in den Schülerrat zu bringen. Vielleicht sei ja die Schulleitung zu einer solchen Änderung bereit. Ein Anfang wäre zum Beispiel schon mit Blockunterricht gemacht. „Dadurch würden die kleinen Pausen entfallen, die als solche ja ohnehin kaum bezeichnet werden können“, ergänzt Heidi Bischof vom NDK.

Das Netzwerk hatte sich für den Tag Unterstützung bei verschiedenen Akteuren geholt, die vor Ort waren, um mit den Schülern zu diskutieren. Dazu gehörten unter anderem der Kinder- und Jugendring, die freie evangelische Gemeinde Borna, der Eine-Welt-Verein sowie die Polizeidirektion Leipzig. Kriminaldirektor und Leiter des Referats Kriminalitätsbekämpfung, Bernd Buchwald, war Ansprechpartner in der Gruppe, die sich mit dem Thema Drogen befasste. Allerdings profitierten nicht nur die Schüler von seinen Erfahrungen, auch er selbst nahm einige Erkenntnisse mit. „Für unsere Präventionsarbeit ist es wichtig zu wissen, welche Themen die Jugendlichen besonders interessieren“, betont er.

Blick über den Tellerrand

Zum Thema Menschlichkeit gehörte für die Schüler auch eine rigorose Ablehnung sämtlicher Waffenlieferungen. Etliche 13- und 14-Jährige, die selbst aus Syrien und Afghanistan kommen und Krieg erlebt haben, erzählten aus ihrem Leben in Krisengebieten. Zur Sprache kam als Lösung gar die Abschaffung sämtlicher Armeen. Costa Rica übrigens würde da mit gutem Beispiel vorangehen. Das Land in Mittelamerika ist eines von wenigen weltweit, das keine Armee hat.

Von Julia Tonne

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