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Borna Bornaer Schüler proben am Freitag die Bundestagswahl
Region Borna Bornaer Schüler proben am Freitag die Bundestagswahl
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18:17 05.04.2018
So wie hier bei der Wahl zum Kinder- und Jugendparlament soll am Freitag in Bornas Schulen eine simulierte Bundestagswahl stattfinden. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Der 24. September ist derzeit in aller Munde, der Wahlkampf läuft auf Hochtouren, die Bundestagswahl steht unmittelbar bevor. Doch unter den Jugendlichen in Borna scheint die Motivation gering, zur Wahlurne zu gehen. Um so mehr versucht das Kinder- und Jugendparlament (Kijupa), Überzeugungsarbeit bei Erstwählern zu leisten. Es ist das erste Mal, dass das Gremium eine Bundestagswahl mit eigenen Aktionen begleitet, „schließlich ist es wichtig, wählen zu gehen“, macht Carlo Hohnstedter vom Kijupa deutlich.

Carlo Hohnstedter Quelle: privat

Allerdings war der erste Anlauf nicht von Erfolg gekrönt. 450 Flyer hatten Hohnstedter und seine Mitstreiter an Erstwähler in Borna und den Ortsteilen verteilt – zum einen mit dem Hinweis, sein Wahlrecht am 24. September wahrzunehmen, zum anderen, um sie zu einer Podiumsdiskussion einzuladen. „Die Resonanz war erschreckend“, erklärt Hohnstedter, der Abend sei eine „Geisterstunde der Demokratie“ gewesen. Nicht ein Zuschauer hatte sich in der vergangenen Woche in den Goldenen Stern verirrt, dabei ging es zwei Stunden lang um Themen, die Jugendliche interessieren dürften: Bildung, Wahlalter, Europa. „Dass wirklich gar keiner kommt, hätte keiner von uns erwartet.“

Dennoch entschlossen sich die Mitglieder des Kijupa, die zugleich den verschiedenen Parteien angehören, die Gesprächsrunde zu führen. Mit von der Partie waren Max Stötzner (CDU), Peter Zielke (Linksjugend), Jonas Lawrenz (Junge Liberale) und Hohnstedter von den Jusos. „Das geringe Interesse ist allerdings ein Trauerspiel, in anderen Ecken der Welt wären die Menschen glücklich, frei wählen zu dürfen“, betont Hohnstedter.

Nach dem zuschauerfreien Auftakt setzt das Gremium nun auf die nächste Aktion: die U-18-Wahl sowohl in der Dinterschule als auch im Teichgymnasium. Am Freitag sind alle Schüler der fünften bis zwölften Klasse eingeladen, ihre Kreuze zu machen. „Wir inszenieren alles so, wie es am 24. September auch ablaufen würde“, sagt der Sprecher des Kijupa: mit Wahlkabinen, Urnen und Klassenlisten, auf denen die Namen der Wähler abgehakt werden. Zur Wahl stünden eben die Parteien, die auch offiziell ins Rennen gehen. Hohnstedter hofft, dass an dem Tag die Resonanz größer sein wird, die Schulleitungen jedenfalls haben ihre Zustimmung zu dem ungewöhnlichen Tagesablauf gegeben.

Noch am Freitag solle die Auszählung der Stimmen erfolgen und ein Ergebnis feststehen. Und das wiederum wird anschließend veröffentlicht. Zum ersten Mal übrigens. Ergebnisse von den U-18-Wahlen im Vorfeld von Landtagswahlen blieben bisher unveröffentlicht. Gespannt ist Hohnstedter aber nicht ausschließlich auf den Ausgang der Wahl, sondern auf die Beteiligung. Die Chancen hinzugehen, hätte jedenfalls jeder Schüler. Denn geöffnet seien die Wahllokale in den Pausen.

Von Julia Tonne

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