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Bornaer Stadtmuseum beleuchtet Schicksal abgebaggerter Orte

Ausstellungseröffnung Bornaer Stadtmuseum beleuchtet Schicksal abgebaggerter Orte

Seit 100 Jahren wird im Leipziger Südraum Braunkohle in Großtagebauen gefördert. Eine schwerwiegende Folge: Viele Dörfer wurden abgebaggert, die Bewohner verloren ihre Heimat, mussten umgesiedelt werden. Eine neue Schau in Borna will an diese verschwundenen Orte erinnern.

Die Ausstellung „BEWAHRT – 10 Jahre Emmauskirche in Borna. Heimat in Bewegung“ läuft noch bis Ende Juni 2018 im Museum der Stadt Borna.

Quelle: Matthias Klöppel

Borna. Reiche Braunkohlevorkommen haben die Entwicklung des Leipziger Südraums zu einem Industriestandort begründet. Seit 100 Jahren wird der Bodenschatz in Großtagebauen gewonnen. Diese Technologie hatte für viele Bewohner der Dörfer im Tagebaufeld schwerwiegende Folgen: Sie mussten umgesiedelt werden, bekamen neue Wohnungen und Häuser an einem anderen Ort. Seit Mittwochabend dient eine neue Sonderausstellung im Stadtmuseum Borna dem Gedenken an jene Siedlungen in der Region, die abgebaggert beziehungsweise devastiert wurden, wie es in der kalten Sprache deutscher Amtsstuben heißt.

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„BEWAHRT – 10 Jahre Emmauskirche in Borna. Heimat in Bewegung“ heißt die neue Ausstellung in Borna. Zu den Exponaten gehören ein Buntglasfenster aus dem Rittergut Großhermsdorf, Überreste aus dem Turmkopf der Taborkirche, die einst in Heuersdorf stand, ein Modell der Umsetzung der Heuersdorfer Emmauskirche sowie zahlreiche Karten, Fotos und Urkunden.

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Die Eröffnung der kleinen, aber feinen Schau unter dem Titel „BEWAHRT – 10 Jahre Emmauskirche in Borna. Heimat in Bewegung“ war gut besucht. Mehr als 30 zum Teil geladene Gäste lauschten gespannt den einführenden Worten von Museumsleiterin Gabriele Kämpfner, nahmen anschließend an einer exklusiven Vorabführung teil, schauten, staunten und tauschten sich aus.

Wie der Name schon andeutet, ist der Abtransport der Emmauskirche aus Heuersdorf ins zwölf Kilometer entfernte Borna vor exakt zehn Jahren der Anlass für die Exposition. „Das war eine einmalige, bewegende Aktion“, erinnerte Kämpfner an das dramatische Geschehen, das damals von zehntausenden Menschen vor Ort verfolgt wurde. „Und eine technische Meisterleistung“, ergänzte sie. Die Ausstellung selbst habe eine „lange Schwangerschaft“ gehabt. Manches konnte nicht verwirklicht werden. Trotzdem zeigte sich die Museumschefin hoch erfreut über das Erreichte.

Zu den Exponaten gehören ein Buntglasfenster aus dem Rittergut Großhermsdorf, Überreste aus dem Turmkopf der Taborkirche, die einst in Heuersdorf stand, ein Modell der Umsetzung der Heuersdorfer Emmauskirche sowie zahlreiche Karten, Fotos und Urkunden. Die Objekte sind größtenteils Leihgaben. Neben Privatpersonen haben unter anderem die Kirchgemeinde Lobstädt-Neukieritzsch, der Heimatverein Regis-Breitingen und Umgebung, die Mibrag und das Volkskundemuseum Wyhra Stücke zur Verfügung gestellt.

„Eine schöne Ausstellung, die es den Leuten auch mal ermöglicht, innezuhalten“, lobte Sabine Raabe, die als Bornaer Stadtführerin zu den ersten Besuchern zählte. „Interessant gemacht“, befand Frank Preußler und begutachtete neugierig die Planerfüllungstafel von 1950. Allerdings hatte er gehofft, dass noch mehr Exponate zum Thema vorhanden sind.

Die Schau läuft bis Ende Juni 2018. Heuersdorfer sind ausdrücklich eingeladen, vorbeizuschauen. Sie müssen laut Museumsleiterin Kämpfner keinen Eintritt zahlen.

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung findet am 15. November, 18 Uhr ein Vortrag über „Die reiche Vorgeschichte des Leipziger Südraumes im Spiegel der Braunkohlenarchäologie“ statt, gehalten von Harald Stäuble, Referatsleiter Braunkohle und lineare Bauvorhaben des Landesamtes für Archäologie Sachsen.

Von Matthias Klöppel

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