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Bornaer Stadtrat sagt Ja zu Enthärtungsanlage in Kesselshain

Wasserversorgung Bornaer Stadtrat sagt Ja zu Enthärtungsanlage in Kesselshain

Geht es nach dem Willen der Bornaer Stadträte, sollte die Wasserenthärtungsanlage in Kesselshain gebaut werden. Das Gremium hatte während seiner Sondersitzung am Dienstagnachmittag der Oberbürgermeisterin Simone Lüdtke (Die Linke) die Weisung erteilt, bei der Verbandsversammlung des ZBL für die Investition zu stimmen.

Geht es nach dem Willen der Bornaer Stadträte stimmt die Stadt bei der Verbandsversammlung des ZBL für den Bau der Wasserenthärtungsanlage.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Ein ordentlicher Schlagabtausch und ein etwa einstündiges Hin und Her, dann stand die Notwendigkeit einer Wasserenthärtungsanlage in Kesselshain für die Bornaer Stadträte fest. Das Gremium hatte während seiner Sondersitzung am Dienstagnachmittag mit 16 Ja- und vier Nein-Stimmen beschlossen, dass Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) in der nächsten Verbandsversammlung des Zweckverbands Wasser/Abwasser Bornaer Land am 11. Mai für den Bau der Anlage stimmen soll.

Der Weg bis zu der mehrheitlichen Entscheidung war aber lang und führte über so manchen Umweg während der Debatte. Zunächst einmal monierte die Fraktion Bürger für Borna (BfB), dass lediglich der Antrag der SPD-Fraktion zu dem Thema auf der Tagesordnung stand. Die Sozialdemokraten hatten bereits Ende März den Antrag gestellt, die Verbandsräte aus Borna sollten sich gegen die Enthärtungsanlage aussprechen und stattdessen für die Erhöhung des Fernwasserzukaufs bei gleichzeitigem Rückbau der Anlagen der Wasserfassung Kitzscher stimmen. Ergebnis wäre sowohl bei Enthärtungsanlage und Zukauf von Fernwasser ein geringerer Härtegrad des Wassers in Kitzscher. „Gegen die Errichtung der Enthärtungsanlage sprechen hohe Investitionen, außerdem entsteht kontaminierter Abfall in nicht unerheblicher Menge“, begründete Günter Kolbusa von der SPD den Vorstoß seiner Fraktion.

„Wenn wir aber nur über den SPD-Antrag abstimmen, haben wir nachher keinen Weisungsbeschluss, der den Verbandsräten sagt, wie sie in der Verbandsversammlung zu stimmen haben“, sagte Maic Staudacher (BfB). Auch Lutz-Egmont Werner (Freie Wähler) kritisierte, dass „unser Anliegen“, also ein Weisungsbeschluss, nicht zur Debatte stand. Rathauschefin Luedtke machte daraufhin deutlich, dass ein Weisungsbeschluss von Seiten des Stadtrats nicht notwendig sei, „sonst müsste Borna auch über jede Straßenbaumaßnahme in Groitzsch mit abstimmen“, sagte sie.

 

Groitzsch lehnt vorerst ab

Für die Groitzscher Verbandsräte wird es wohl keinen Abstimmungsauftrag zu einer Wasserenthärtungsanlage beim Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) geben. Das hat Bürgermeister Maik Kunze (CDU) nach der Sitzung des Technischen Ausschusses angedeutet, bei der Argumente zu Für und Wider ausgetauscht wurden. Allerdings soll heute im geschlossenen Teil der Stadtratssitzung noch einmal über das Thema gesprochen werden.

Bei der Ausschusssitzung, zu der alle Abgeordneten eingeladen worden waren, zeigte ZBL-Geschäftsführer Michael Spitzner in einer Präsentation Funktion und Arbeitsweise einer solchen Enthärtungsanlage, wie sie jetzt für das Wasserwerk Kesselshain geplant ist. Damit sollen knapp 35 000 Einwohner in Kitzscher, Rötha, Großpösna und Teilen von Borna weicheres Wasser erhalten – wie es im westlichen Verbandsgebiet um Groitzsch schon der Fall ist. Allerdings kommt dort Torgauer Fernwasser aus dem Hahn. Was Matthias Standfuß, Bereichsleiter Vertrieb und Entwicklung der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz, den Stadträten detailliert darlegte.

„Wir sind natürlich dafür, dass die Betroffenen weicheres Wasser bekommen“, sagt Kunze. „Aber wir haben den Eindruck, dass jetzt die Variante mit der Enthärtungsanlage schnell durchgepeitscht werden soll.“ Deshalb werde das abgelehnt. Es sollten doch erst weitere, vielleicht weniger teure Möglichkeiten intensiver untersucht werden. Das aktuelle Projekt kostet eine Dreiviertelmillion Euro.

Für Staudacher war Luedtkes Aussage völlig unverständlich. „Wir wollten ihnen heute einen Weisungsbeschluss mit auf den Weg geben, wenn Sie den ablehnen, ist das schlichtweg ein Skandal“, erklärte er der Oberbürgermeisterin. Denn lehne der Stadtrat den SPD-Antrag ab, brauche es eine weitere Sondersitzung, um endlich zu einem Weisungsbeschluss zu kommen. Auch Sylvio Weise (CDU) pochte auf eben diesen. „Wir reden hier über eine riesige Investition, da kommen wir an einem Weisungsbeschluss nicht vorbei“, betonte er. Peter Finke von den Linken brachte schließlich einen Vorschlag zur Güte ins Spiel. Der Stadtrat solle über jeden der drei einzelnen Punkte des SPD-Antrags abstimmen: über die Erhöhung des Fernwasserzukaufs, über die Ablehnung der Wasserenthärtungsanlage sowie über einen analogen Beschluss in der Verbandsversammlung. Allerdings wurden die Formulierungen – nach Absprache innerhalb des Gremiums – geändert, so dass unter anderem aus der Ablehnung eine Zustimmung wurde: „Die Errichtung und Betreibung einer Wasserenthärtungsanlage im Wasserwerk Kesselshain ist erforderlich“. Und dem konnte die Mehrheit folgen.

Von Julia Tonne und Olaf Krenz

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