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Bornaer Wohngebiet Gnandorf wird zum Eigenheimstandort

Nach Zwangsversteigerung Bornaer Wohngebiet Gnandorf wird zum Eigenheimstandort

Auch wenn die einstige Kaufhalle im Bornaer Wohngebiet Gnandorf erneut in privater Hand ist, so hält die Stadt dennoch an ihren Plänen fest, dort Grundstücke für Eigenheime zu schaffen. Borna selbst hatte sich an der Zwangsversteigerung nicht beteiligt. Aus gutem Grund: Mit einem „vertrauensvollen Dritten“ als Bieter gab es vorab eine Einigung.

Die ersten Arbeiten an der Kaufhallen-Ruine sind bereits erfolgt. Hier entsteht in Zukunft „nicht störendes Gewerbe“.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Auch wenn die ehemalige Kaufhalle im Bornaer Wohngebiet Gnandorf mittlerweile an eine Privatperson zwangsversteigert wurde, so ändert die Stadt doch nichts an ihren Plänen, auf dem gesamten Areal einen Standort für Eigenheime zu schaffen. Die Stadt selbst hatte nicht mitgeboten, obwohl das zunächst angedacht war.

Meistbietender war im Februar Michael Lohse, Inhaber der Bornaer Baufirma Strukturus. Doch laut Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) habe es intensive Kontakte zwischen Lohse und der Stadt im Vorfeld der Versteigerung gegeben.

„Er war ein sogenannter vertrauensvoller Dritter, der mitgeboten hat“, erklärt Luedtke. Die Rathauschefin und der Stadtrat hatten vorab von dessen Plänen rund um die Ruine erfahren und diesen auch zugestimmt. Lohse plant nach Aussage von Luedtke ein „nicht störendes Gewerbe“, das mit der Schaffung von Eigenheimstandorten vereinbar sei. „Und die Grundstücke in Richtung alter Kaufhalle bekommen wir dann sicherlich besser verkauft als die Flächen in Richtung der bisherigen Wohnbebauung“, so die Oberbürgermeisterin weiter.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplanes (B-Plan) für das Areal beschlossen, das von Wohnbebauung, im Norden von dem ehemaligen Diska-Markt und im Süden von der Kindertagesstätte Regenbogenland begrenzt wird. Zudem gab das Gremium im gleichen Atemzug grünes Licht für ein beschleunigtes Verfahren. Heißt: Erstellung und Genehmigung des B-Planes dürften deutlich schneller gelingen, als es normalerweise der Fall ist. Die Kosten für die Erstellung des Plans sind im Haushaltsentwurf 2017/2018 eingestellt.

Zu einem großen Teil gehören die Flächen bereits der Stadt, weitere Teile sind Eigentum der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft sowie dem Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land. Das Gelände, auf dem einst die Grundschule und Wohnhäuser standen, die von 2003 bis 2006 der Abrissbirne zum Opfer fielen, ist im Flächennutzungsplan der Stadt als Wohnbaufläche ausgewiesen. Nur eben die Kaufhalle war bislang in Privathand, doch der bisherige Eigentümer ließ das Gebäude immer weiter verkommen.

Im Dezember kam dann noch ein Aspekt hinzu. Die Räte erließen einstimmig eine Veränderungssperre für das „Wohngebiet Gnandorf“. Mit dieser soll verhindert werden, dass Veränderungen umgesetzt werden, die einem städtebaulichen Gesamtkonzept entgegenlaufen. Und das wiederum sieht vor, größere ungenutzte Flächen auf dem Areal für Wohnbebauung, sprich Einfamilienhäuser, zu nutzen.

Luedtke ist mehr als froh, dass die Ruine nun zwangsversteigert ist und mit dem neuen Eigentümer eine gemeinsame Lösung gefunden wurde. „Damit verschwindet einer der letzten Schandflecke aus der Stadt“, betont sie. Und die zukünftigen Eigenheime würden sich gut in das Umfeld einpassen.

Von Julia Tonne

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