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Region Borna Bornaer Wohnungsgenossenschaft lässt Wohnblock in Gnandorf abreißen
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14:36 22.11.2016
130 Meter lang, sechs Geschosse hoch: In wenigen Wochen ist der Wohnblock komplett verschwunden.  Quelle: Regio TV
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Borna

 Im Bornaer Wohngebiet Gnandorf können viele Mieter schon jetzt deutlich weiter sehen als bisher. Denn die Bornaer Wohnungsgenossenschaft eG (BWG) lässt derzeit in der Neuen Platekaer Straße die Blöcke 1 bis 11 und 13 bis 19 abreißen. Damit verschwindet ein rund 130 Meter langer und sechsgeschossiger Koloss mit insgesamt 144 Wohnungen. Grund für den Abriss sind wirtschaftliche Überlegungen, denn etliche Wohneinheiten standen leer. Anfang des Jahres 2018 fällt dann noch der Block in der Raupenhainer Straße 72 bis 78 der Abrissbirne zum Opfer.

Die Entscheidung für den Rückbau in der Neuen Platekaer Straße war bereits Mitte vergangenen Jahres gefallen, seit einigen Tagen nun rollen die Bagger. Für die BWG ist es der erste Abriss eines Wohnblockes, „aber der Erhalt war wirtschaftlich nicht tragbar“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Andreas Beier. Schließlich seien nach wie vor Betriebskosten angefallen, die aber nicht umgelegt werden konnten, weil schlicht kaum noch Mieter im Haus waren. „In ganz Borna ist kein Wohnungsmarkt da“, macht Beier deutlich. Im gesamten Stadtgebiet würden – über die drei Wohnungsunternehmen verteilt – rund 1500 bis 2000 Wohnungen leer stehen. Und Gnandorf selbst sei zunehmend ausgestorben, nachdem die Schule verschwunden sei.

 Das Grundstück in der Neuen Platekaer Straße verbleibt im Eigentum der BWG, hier entstehen nach Abriss der Blöcke Grünflächen. „Das Wohngebiet wird dadurch deutlich aufgelockert und gewinnt wieder mehr an Attraktivität“, ist sich Beier sicher. Bevor die Abrissfirma aus Zedtlitz beauftragt werden konnte, mussten jedoch einige Bedingungen erfüllt sein. Die ökologische Station Borna-Birkenhain hatte in einem artenschutzrechtlichen Gutachten festgestellt, dass der Wohnblock gar nicht unbewohnt war. In den vergangenen Jahren hatten immer mehr Fledermäuse hier ihr Zuhause gefunden. Deshalb musste der 130 Meter lange Koloss vorab mit so genannten Staubfangnetzen ausgestattet werden. Sie ermöglichen es den Fledermäusen zwar, rauszufliegen, aber rein kommen sie nicht mehr. „Sie finden aber in anderen Häusern neuen Unterschlupf“, sagt Martin Graichen, Geschäftsführer der Ökologischen Station Borna-Birkenhain.

Für die BWG ist der Rückbau, der über Fördermittel aus dem Topf Stadtumbau Ost mitfinanziert wird, derzeit nicht die einzige Baustelle. Noch immer werden in der Raupenhainer Straße Häuser aufgewertet. Während in einigen Gebäuden noch Restarbeiten an den Balkonen erfolgen, bekommen die Hausnummern 46 und 48 Aufzüge. Derzeit laufen hier vorbereitende Arbeiten, Die Aufzüge selbst sollen ab Mitte Dezember in Betrieb gehen. Rund 500 000 Euro kosten die Aufwertungsmaßnahmen in der Raupenhainer Straße, die Summe muss die BWG aus eigener Tasche stemmen. Ein weiterer Block der BWG in Gnandorf verschwindet ab Anfang 2018. Auch das Haus steht weitestgehend leer, einige Mieter haben Angebote der Genossenschaft für neue Wohnungen bereits angenommen. „Die meisten wollen hier bleiben. Das haben wir auch schon bei den Mietern in der Platekaer Straße gemerkt“, so Beier.

Bewegung in Gnandorf könnte auch noch von anderer Seite kommen. Denn wie berichtet, hatte der Stadtrat kürzlich die Stadtverwaltung beauftragt, einen Bebauungsplan für Gnandorf aufzustellen und bei der Zwangsversteigerung der ehemaligen Kaufhalle mitzubieten. Sollte die Stadt Höchstbieter sein, würde die Ruine abgerissen werden.

Von Julia Tonne

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