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Borna Bornaer Wohnungsgesellschaft punktet mit Kino unter Tage
Region Borna Bornaer Wohnungsgesellschaft punktet mit Kino unter Tage
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16:57 22.10.2015
Die Zeit läuft: Christa und Holm Winkler haben im Kinosaal der ehemaligen Bergbrauerei Platz genommen. Hier lief der Kultfilm "Zurück in die Zukunft". Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Wie berichtet, hatten die städtische Wohnungsgesellschaft BWS und der kommunale Energieversorger SWB das unterirdische Labyrinth der alten Bergbrauerei für den Event entdeckt. Da, wo einst Bier gebraut worden ist, schlummern seit Jahren attraktive Tonnengewölbe ungenutzt vor sich hin. Erzählungen von alteingesessenen Bornaern zufolge, thronte auf dem Berg unweit des Volksplatzes einst ein Haus, das abgerissen worden ist. Kaum jemand erinnert sich, wann die Bierproduktion in den unterirdischen Räumen, die später von einer Champignonzucht abgelöst worden war, eingestellt wurde.

"Ich war gespannt, wie es hier unten aussieht", sagte Holm Winkler. Er erinnerte sich an Freunde, die in dem darüberliegenden Haus wohnten und wollte einen Blick in den Keller werfen. Wolfgang Daum dagegen kennt die Räumlichkeiten noch aus Zeiten der Champignonzucht. Sogar Feuerwehrmann Ludwig Bergmann verband mit dem Einsatz während der Brandwache zur Kinovorführung persönliche Erinnerung. "Als Stifte sind wir mal hier unten gewesen", sagte er schmunzelnd, bevor er sich vom Veranstalter einweisen ließ.

In kurzer Zeit und mit wenig Aufwand hatten die Organisatoren aus zwei größeren Gewölben Dreck und Schutt herausgekehrt und besenreine Veranstaltungsräume gemacht. Indirektes Licht, lederne Clubsessel und eine Leinwand reichten, um einen Kinosaal zu improvisieren. Die benachbarte Tonne wurde in rotes Licht getaucht. Weiße Sofas und Stehtische bildeten das Mobilar für eine Lounge. Sicherheitsbedenken konnten ausgeräumt werden. Der Gästestrom verlief im Einbahnstraßen-System: Eingang-Kino-Lounge-Hinterausgang - so konnte kein Stau unter der Erde entstehen.

Bereits lange vor Filmbeginn harrten die Gäste, die eine Karte ergattert hatten, am Eingang des Kellers aus. Wie im professionellen Kino schenkte das Team des Hotels drei Rosen Getränke aus und füllte Popcorn in Tüten. "Eine wunderbare Idee", stellte Dörte-Ina Liebing fest, die mit ihrer Tochter an deren 18. Geburtstag zurück in die Zukunft abtauchte. Über die Möglichkeit, endlich in Borna Kino zu erleben, freute sich Christa Winkler. "Die Stadt braucht ein Kino", sagte sie. Vom guten Zustand der Katakomben zeigte sich Oliver Urban, SPD-Stadtrat, angetan. Das sei keine Ruine, daraus ließe sich mehr machen, so seine Überlegung. Diesen Anstoß wollten BWS und SWB mit dem Kino unter Tage geben, bestätigte BWS-Geschäftsführer Söhren Uhle: "Wir sind mit dem Interesse sehr zufrieden." Die Aktion habe gezeigt, was geht, wenn Macher der Stadt aus Denkmustern ausbrechen.

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