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Borna Bornaer bei Planspiel im Berliner Bundestag: „Die Ohnmacht der Opposition“
Region Borna Bornaer bei Planspiel im Berliner Bundestag: „Die Ohnmacht der Opposition“
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10:33 10.06.2016
Der Plenarsaal ist lediglich den Bundestagsabgeordneten vorbehalten. Beim Planspiel durfte auch Carlo Hohnstedter aus Borna hier debattieren. Quelle: privat
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Borna/Berlin

Seit wenigen Tagen ist Deutsch als Landessprache im Grundgesetz verankert. Zudem ist ein Bundeswehreinsatz im Staat Sahelien von den Bundestagsabgeordneten befürwortet worden. An beidem war einer Bornaer beteiligt. Jedenfalls fiktiv. Denn die beschließenden Abgeordneten waren gerade einmal zwischen 16 und 20 Jahre alt, kamen aus der gesamten Bundesrepublik und nahmen an dem Planspiel „Jugend und Parlament“ teil, um parlamentarische Verfahren kennen zu lernen und nachzustellen. Einer von ihnen war der 19-jährige Carlo Hohnstedter, der vom Bundestagsabgeordneten Axel Troost (Die Linke) dazu entsandt worden war.

„Die Fraktionen, denen man angehörte, wurden zugelost“, erzählt Hohnstedter. Da sei es durchaus vorgekommen, dass (echte) Mitglieder der Jungen Union bei der fiktiven „Partei der sozialen Gerechtigkeit“ untergekommen sind, die mit der Linksfraktion vergleichbar sei. „Genau das war das Spannende an dem Planspiel, dass man sich in andere Denkweisen einarbeiten musste“, so der Bornaer weiter. „Immer wieder ist deutlich geworden, dass so manches von den Regierungsfraktionen nur abgelehnt wurde, weil es von der Opposition eingebracht wurde.“ Was er in den vier Tagen in Berlin erlebt habe, sei „die Ohnmacht der Opposition“.

Vier Themen standen bei den insgesamt 315 Jugendlichen auf der Agenda, die zu beratschlagen waren. Neben Deutsch als Landessprache und dem Bundeswehreinsatz wurde auch über die Einführung bundesweiter Volksabstimmungen sowie über die Verbesserung des Tierschutzes in der Landwirtschaft debattiert.

Besonders beeindruckt war Hohnstedter davon, dass sie sich während der Zeit im Bundestag überall frei bewegen durften und selbst im Plenarsaal Platz nehmen konnten. Denn das ist lediglich den Bundestagsabgeordneten vorbehalten. Gäste müssen normalerweise mit den Zuschauertribünen Vorlieb nehmen. Eines aber ist dem 19-Jährigen während des Planspiels deutlich geworden: Ohne Fachwissen geht bei den Abgeordneten gar nichts, „mit Bauchgefühl kommt man hier nicht weit“. Selbst Abgeordneter im Bundestag zu werden, kann sich der Jungpolitiker derzeit nur schwer vorstellen. Er will in den kommenden Jahren zunächst weitere Erfahrungen auf Kommunal- und Landesebene sammeln und dann später eventuell als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeiten.

Von Julia Tonne

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