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Borna Bornaer entscheiden am 22. Mai über das Freibad in der Wyhraaue
Region Borna Bornaer entscheiden am 22. Mai über das Freibad in der Wyhraaue
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18:25 11.03.2016
Wandbild auf dem Freibadgelände in der Bornaer Wyhraaue. Über die Zukunft des Areals entscheiden die Bornaer am 22. Mai. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Die Bürger der Stadt Borna werden am 22. Mai über die Zukunft des Freibades in der Wyhraaue entscheiden. Dafür gab der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend grünes Licht. Er folgte damit dem Antrag einer Bornaer Bürgerinitiative, die seit Monaten gegen den Abriss der alten Badanlage kämpft. „Wir sind froh, dass sich unsere Erwartungen erfüllt haben“, sagte am Freitag Sabine Ludwig. Gemeinsam mit Jana Storm und weiteren ehrenamtlichen Helfern hatte die Bornaerin seit Herbst vorigen Jahres für den Wiederaufbau des Bades geworben. Dabei waren über 2100 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt worden. Die Unterschriftenliste ist eine der Voraussetzungen, damit ein Bürgerentscheid für zulässig erklärt werden kann. „Jetzt wird der Bornaer Bürger entscheiden, ob er ein Bad haben möchte oder nicht“, so Ludwig.

Auch nach dem einstimmigen Votum für die Abstimmung durch die Einwohner der Stadt bleibt das Vorhaben umstritten. „Wir sind der Meinung, dass zwei Millionen Euro für eine freiwillige Aufgabe bei der derzeitigen Haushaltslage nicht vertretbar sind“, sagte Maic Staudacher, Fraktionsvize der Bürger für Borna/Freie Wähler. Anstehende Investitionen beispielsweise in die Grundschule und Turnhalle von Borna-West, in die Grundschule Neukirchen sowie in Kindereinrichtungen und Sportanlagen hätten Priorität.

Auch die Sozialdemokraten hegen Zweifel. „Wir können uns ein konventionelles Freibad in Borna vorstellen“, sagte Fraktionschef Oliver Urban. Aber die Vorstellung von einem Ökobad in der Wyhraaue würde die Fraktion SPD/FDP nicht teilen. Mit dem Standort tun sich ebenfalls die Christdemokraten schwer. Roland Wübbeke, Fraktionschef, führte bautechnische Hürden, Unwägbarkeiten bei Zugängen und den fehlenden Raum für Parkplätze ins Feld. „Die Investition soll gut erwogen werden, wir haben bessere Standorte“, sagte er. Der Jurist forderte einen Streit der Ideen zur Realisierung eines Freibadprojektes in Borna. „Uns ist sehr wichtig, dass sachlich und objektiv mit dem Thema umgegangen wird“, so Wübbeke weiter. Anders als bei der Mehrheit im Stadtrat gab es bei den Linken keine Bedenken bezüglich des Standortes. „Die Wyhraaue hat Potenzial“, so die Fraktionsvorsitzende Ines Graichen. Ein Naturbad wäre ein wichtiger Schritt zur Erschließung des Areals. „Das Bad ist eine riesige Chance für die Stadt“, sagte sie. Nachdem die Fronten im Stadtrat bislang extrem verhärtet gewesen seien, wäre sie froh, dass nun die Bürger über das Vorhaben entscheiden könnten.

Das ehemalige Bad in der Wyhraaue treibt Einwohner und Parlament nunmehr seit fast zehn Jahren um. Mitte der 60er-Jahre im Rahmen des nationalen Aufbauwerkes errichtet, wurde es von vielen Generationen der Stadt über Jahrzehnte genutzt. Wegen der alternden Bausubstanz und der schlechten Nachfrage musste die Anlage jedoch 2006 aufgrund der Unwirtschaftlichkeit geschlossen werden. Offensichtlich gegen den Willen einiger Bornaer, die sich bereits zum damaligen Zeitpunkt für ein Bürgerbegehren engagierten. Mit einem Beschluss zum Wiederaufbau des Bades bis 2015 kam der Stadtrat diesem Anliegen 2013 zuvor. Doch der Beschluss wurde nicht erfüllt. Ein neues Bad in der Wyhraue existiert bis heute nur auf dem Papier der Planer. Mit dem Argument, dass die Investition von zwei Millionen Euro in den Wiederaufbau der maroden Anlagen zu hoch und die Betreibung eines Bades für die Stadt zu kostspielig ist, wurde das Projekt im vorigen Jahr mehrheitlich vom Stadtrat gekippt.

Jetzt kommt das Bad erneut auf die Tagesordnung. Abriss oder kein Abriss ist die Frage, über die am 22. Mai entschieden werden soll. Weil nur bei einer Sanierung der Standort im Südosten der Stadt eine Chance hat. Denn die Aue ist Überflutungsgebiet der Wyhra. Experten zufolge hätten die alten Anlagen jedoch Bestandsschutz, würden sie neu aufgebaut werden.

Von Birgit Schöppenthau

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