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Bornaer machen fürs Freibad mobil: Abrissbeschluss soll kassiert werden

Bornaer machen fürs Freibad mobil: Abrissbeschluss soll kassiert werden

Kämpferisch und zuversichtlich klopfte Jana Storm am Dienstagabend an die Rathaustür in Borna. Auf dem weißen Blatt Papier in ihrer Hand stand nur ein einziger Satz.

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Jana Storm (l.) und Sabine Ludwig (M.) übergeben Bürgermeister Frank Stengel die Anzeige für ein Bürgerbegehren gegen den Abriss der Freibad-Ruine.

Quelle: Andreas Döring

Borna. Die Übergabe an Baubürgermeister Frank Stengel war ein Formakt. "Nach den vielen Jahren haben die Bornaer ein Recht auf ein Freibad", sagte die 48-Jährige. Als Mitglied der vor wenigen Tagen gegründeten Bürgerinitiative (BI) "Kein Freibadabriss in der Wyhraaue" zeigte sie bei der Verwaltung die Durchführung eines Bürgerbegehrens an. "Wir wollen den Abriss stoppen", sagte sie. Die notwendigen 1000 Unterschriften für dieses Anliegen seien kein Problem. "Hinter dem Freibad-Umbau stehen Tausende Bornaer", so die engagierte Frau. Die Bürgerinitiative wird vom Freibadverein in Borna unterstützt.

Damit geht der Streit um das Freibad in der Wyhraue in eine neue Phase. 2006 wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen, hob der Freibadverein das Bad Jahre später wieder auf die Tagesordnung der Großen Kreisstadt. Nach einem Bürgerbegehren, in dem sich die Einwohner mehrheitlich zum Wiederaufbau der in den 50er-Jahren aufgebauten Freizeitanlage bekannte, wurde der Stadtrat aktiv. Mit einem entsprechenden Beschluss beauftragte er Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), die Hinterlassenschaft der Badanlage bis 2015 in ein Naturbad umzubauen. Als die Kommune mit der Umsetzung unter Zeitdruck geriet, wurde die Kritik immer lauter. Anstelle der Verschiebung des Fertigstellungstermins brachten die Stadträte das Projekt in diesem Sommer zu Fall. Auf Antrag der CDU-Fraktion wurde der Wiederaufbau zu den Akten gelegt und die Kommune mit dem Abriss der noch vorhandenen Ruinen in der Wyhraaue beauftragt. Mit Begründung auf die enge Haushaltslage hatte sich das Parlament mehrheitlich vom Wiederaufbau des Freibades verabschiedet. Luedtke hatte in der Debatte wiederholt darauf hingewiesen, dass die Investition in Höhe von zwei Millionen Euro in den derzeit im Entwurf befindlichen Doppelhaushalt 2015/16 eingestellt sei.

Der beschlossene Abriss setzt die Bürgerinitiative unter Druck. "Damit endet die reale Möglichkeit, jemals wieder ein Freibad an dieser Stelle ins Leben zu rufen", sagte Storm mit Hinweis auf Aussagen des Leipziger Ingenieurbüros Arcadis, das im Auftrag der Kommune den Wiederaufbau plant. Deshalb werde das Bürgerbegehren darauf hinauslaufen, den jüngsten Stadtratsbeschluss zu kassieren. "Wir ziehen das durch bis zum Bürgerentscheid", so die Vertrauensfrau der BI. Mit dem entsprechenden Votum herrsche dann Sicherheit für die bereits forcierten Baupläne in der Wyhraaue.

Als ein positives Signal wertete Stengel das Engagement der Bürgerinitiative. Ursprünglich sollten in diesen Wochen weitere Planungsphasen für den Badneubau angeschoben werden. "Mit dem Abrissbeschluss haben wir dazu keine Handlungsgrundlage mehr", stellte der Baubürgermeister fest. Nach der Anzeige des Bürgerbehrens werden in der kommenden Woche Unterschriftenlisten in Borna ausgelegt. Diese sollen dem Stadtrat in seiner Septembersitzung übergeben werden. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.07.2015
Birgit Schöppenthau

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