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Borna Bornaer spürt vermissten Lobstädter Familienvater auf
Region Borna Bornaer spürt vermissten Lobstädter Familienvater auf
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15:07 23.12.2015
Observieren und fotografieren gehört zu den Grundlagen der modernen Detektivarbeit. Quelle: Volkmar Heinz
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Borna

Es gibt Aufträge, die wecken auch bei einem Detektiv wie Thomas Beyer aus Borna ein besonderes Interesse. Zum Beispiel der des untergetauchten, dreifachen Familienvaters Andreas Röhr. Wie berichtet verschwand der 48-jährige Lobstädter klammheimlich am Morgen des 7. April dieses Jahres aus der ehelichen Wohnung, als alle noch schliefen, steckte Ausweis und EC-Karte ein und ließ seine pflegebedürftige Frau, nach 25 Ehejahren, mit einem Berg Schulden zurück. Nachdem die Polizei den Fall abgeschlossen hatte, wendete sich die verzweifelte Ehefrau an den Detektiv. „Mich hat ihr Schicksal sehr berührt und ich wollte helfen“, sagte Thomas Beyer gegenüber der LVZ.

So begann er seine Suche nach Andreas Röhr, er folgte dessen Spur, befragte Nachbarn, Freunde und Verwandte sowie einen Augenzeugen, der den Lobstädter in Thüringen gesehen haben will. Die Fährte war heiß und mit viel Geschick und Spürsinn fügte der erfahrene Ermittler ein Puzzleteil zum anderen und machte den Verschwundenen schon nach kurzer Zeit ausfindig. „Er ist gesund und ihm geht es gut“, diese Botschaft konnte er der verzweifelten Ehefrau und den Kindern in Lobstädt überbringen. Ob der Familienvater jemals wieder nach Haus zurückkehrt, hat dieser selbst noch nicht entschieden. „Ich hatte das Gefühl, dass er sehr zufrieden mit seiner jetzigen Situation ist. Er machte einen recht aufgeräumten Eindruck“, gibt der Detektiv seine Beobachtungen wieder.

Andreas Röhr. Quelle: Polizei

Die Suche nach Vermissten oder auch die Prüfung von Bewerbern bei Firmen sind zwei der zahlreichen Leistungsangebote der Detektei Beyer. Hier kommen ihm nicht zuletzt seine fundierte rechtliche und kriminalistische Ausbildung, sondern auch jahrelange Erfahrung und gesunde Menschenkenntnis zu Gute. Ein Detektiv muss sich oftmals in Sekundenbruchteilen entscheiden, um auf neue Situationen reagieren zu können. Er muss kreativ denken und teilweise ungewöhnliche Wege gehen. Auch der Umgang mit technischen Hilfsmitteln wie Kameras oder Diktiergeräten will gelernt sei. „Die Arbeit ist einfach meine Leidenschaft, sonst würde ich sie nicht machen“, beschreibt er seine Motivation.

Erst in diesem Jahr hat sich der Bornaer selbstständig gemacht und arbeitet sowohl für Privatkunden (Recherche zu Sorgerecht, Untreue, Unterhaltszahlungen, Erbschaftsangelegenheiten) als auch für Wirtschaftsunternehmen in ganz Deutschland (Schwarzarbeit, Versicherungsbetrug, Lohnfortzahlungsbetrug durch Mitarbeiter, Krankschreibungsbetrug). „In der Regel kommen andere große Detekteien auf mich zu und leiten ihre Aufträge weiter“, erzählt Thomas Beyer, der sich in der Branche einen guten Namen gemacht hat und auch schon international im Einsatz war.

Das Recherchieren bezeichnet er selbst als sein „Spezialgebiet“, meint der Detektiv, der über sich selbst nur wenig preisgibt. Alter, Familie, Hobbys, ein aktuelles Foto? Alles Fehlanzeige. „ Ich arbeite oft verdeckt und darf deshalb nicht erkannt werden“, erklärt er der LVZ.

Sobald die Polizei eine Vermisstensache  zu den Akten legt, wie im Fall Andreas Röhr, kommt Thomas Beyer ins Spiel. „Größtenteils verschwinden die Menschen aus ihrem alten Leben, um ein neues zu beginnen. Was sie nicht bedenken, sind die Sorgen, die sich die Zurückgelassenen um sie machen. Hier setzt meine Recherche und die meiner Mitarbeiter an. Wir helfen, die vermisste Person zu finden, stellen den Kontakt her und wirken als Mediator zwischen beiden Parteien“, heißt es auf der Homepage der Detektei.

Von Kathrin Haase

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