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Borna Bornaer trifft nach 64 Jahren seine Retterin
Region Borna Bornaer trifft nach 64 Jahren seine Retterin
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14:21 19.05.2015
Beim Wiedersehen nach 64 Jahren schließen sich Brigitte Beckmann und Claus-Dieter Deich in die Arme. Quelle: Jochen Schmalz

Sie befanden sich dort, wo heute das Wasser in der Adria steht. An den Orten vorbei durch die Wiesenauen schlängelte sich das Flüsschen Pleiße, in dem an sonnigen Tagen gebadet wurde. So auch am Görnitzer Wehr.

Da der Schulweg von Deutzen nach Görnitz an diesem Wehr vorbei führte, war die Stelle bei den Schülern an heißen Sommertagen, wie Anfang Juli 1950, sehr begehrt, um sich unterwegs abzukühlen. An diesem Tag stieg auch der achtjährige Schüler der zweiten Klasse, Claus-Dieter Deich, in das kühle Nass. Als die 13-jährige Brigitte Svoboda auf dem Nachhauseweg an dem Wehr vorbei kam, hörte sie plötzlich Schreie und Hilferufe. Sie sah den Jungen im Wasser, der nicht schwimmen konnte. Die starke Strömung hatte ihn abgetrieben. Beherzt sprang sie ins Wasser und zog den Jungen ans Ufer. Durch ihr schnelles und besonnenes Handeln hatte sie ihm vermutlich das Leben gerettet, ganz sicher wäre er sonst ertrunken.

Mit dem Schrecken davongekommen, wurde Claus-Dieter von Brigitte bei den Eltern abgegeben, die ihr für das couragierte Handeln sehr dankbar waren und ihren Sohn kurz darauf zum Schwimmunterricht in Böhlen anmeldeten.

In den vielen Jahren danach hatten die beiden sich aus den Augen verloren. Bis heute. Beim Training in einer Bornaer Sportgruppe erfuhr der heute 72 Jahre alte Claus-Dieter Deich durch einen Zufall von Renate Karte, dass diese seine Retterin von früher kennt. Durch gemeinsame Recherchen mit deren Freundin, der ehemaligen Bornaer Biologielehrerin Eva-Maria Johne, gelang es schließlich, Brigitte Svoboda ausfindig zu machen. Die ist mittlerweile 76 Jahre alt, wohnt in Glauchau und heißt Beckmann.

So wurde der Wunsch des Doktors der Elektrotechnik Claus-Dieter Deich, seine Lebensretterin noch einmal zu sehen, doch noch erfüllt. Am 1. April traf man sich gemeinsam mit den Ehepartnern auf dem Grundstück von Eva-Maria Johne, die alles festlich vorbereitet hatte. Viele Emotionen wurden frei und die Freude stand allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Nach 64 Jahren feierten Retterin und Geretteter in fröhlich ausgelassener Runde ein Wiedersehen gemeinsam mit den Beteiligten, die zu dem Treffen beigetragen haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.04.2014
Schmalz, Jochen

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