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Borna Bornas Amtsgericht soll 2020 ins Lehrerseminar umziehen
Region Borna Bornas Amtsgericht soll 2020 ins Lehrerseminar umziehen
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00:32 18.05.2018
Im Keller werden derzeit die Fundamente gegossen: Künftig wird hier das Archiv untergebracht. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Der künftige große Sitzungssaal des Bornaer Amtsgerichtes wird prächtig. 190 Quadratmeter groß, reichlich sieben Meter hoch, Stuckdecke mit Rosetten, Blattwerk-Türschmuck, sogar eine historische Orgel wird zumindest als Raumschmuck erhalten. In verschiedenen Pastelltönen soll der Saal erstrahlen, wenn 2020 dort die erste Gerichtsverhandlung stattfindet.

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Umbau des ehemaligen Pestalozzi-Gymnasiums Borna zum Amtsgericht Borna: Unter Federführung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement werden rund 11,5 Millionen Euro in den denkmalgeschützten Gebäudekomplex investiert.

„Der Saal ist das Herzstück des Hauses“, sagt Gerlind Berndt, Niederlassungsleiterin des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Der Betrieb des Freistaates hat die Federführung für die 11,5 Millionen Euro teure Sanierung des Hauses in der Leipziger Straße.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude als Königlich-Sächsisches Lehrerseminar in mehreren Abschnitten gebaut. Später war das Pestalozzi-Gymnasium in dem schönen Haus untergebracht, bis 2009. Nun soll das Amtsgericht im ersten Quartal 2020 dort einziehen.

Gesprochen wird über den ersehnten Umzug seit Jahren, denn das bisherige Gericht platzt aus allen Nähten. Deshalb sind Grundbuchamt, Familien- und Nachlassabteilung sowie Betreuungs- und Vormundschaftsabteilung in den Außenstellen der Deutzener Straße untergebracht.

Doch auch im Hauptgebäude Am Gericht 2 geht es eng zu. So gibt es beispielsweise keine Zimmer, in denen Zeugen bis zu ihrem Aufruf warten können. Auch fehlt es an Räumen, in denen Anwälte ungestört mit ihren Klienten sprechen können, häufig geschieht das im Treppenhaus. Heute stehen den Gerichtsmitarbeitern 1200 Quadratmeter zur Verfügung, im neuen Haus sollen es 2900 Quadratmeter sein.

Seit November vergangenen Jahres läuft der so genannte konstruktive Abriss. Was damit gemeint ist: „Es handelt sich um ein denkmalgeschütztes Objekt. Wir wollen behutsam sanieren und alles erhalten, was möglich ist“, erklärt die Niederlassungsleiterin. Herausgerissen werde nur, was unbedingt notwendig sei. Auch bei den Grundrissen bemühe man sich um die alte Struktur. Für mehr Büros und bei den Sanitäranlagen müssen jedoch zusätzliche Wände eingezogen werden. Die Herausforderung sei, eine moderne Verwaltung in einem historischen Gebäude unterzubringen.

Gerlind Berndt, Niederlassungsleiterin des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Quelle: Andreas Döring

Das Haus besteht aus zwei Teilen: einem viergeschossigen Bau sowie einem zweigeschossigen Haus, wo sich auch der große Sitzungssaal sowie drei kleinere Säle befinden. Aufzug und ein zweites Treppenhaus werden entstehen. Das alte Treppenhaus wird mit bemaltem Putz in grün, braun und schwarz originalgetreu saniert.

Im Keller werden derzeit Fundamente gegossen. Hier wird künftig das Archiv sein. Auch so genannte Vorführzellen entstehen, wo Gefangene bis zum Prozessbeginn untergebracht sein werden, sagt Gerlind Berndt. Im Dachgeschoss sind weitere Büros sowie Technikräume geplant, zum Beispiel für die zentrale Lüftung. Aufs Dach kommt Schiefer. Weil energieeffizient gebaut wird, fließen knapp vier Millionen Euro aus einem EU-Förderprogramm.

Unangenehme Überraschungen der historischen Bausubstanz, welche die Sanierung verlängern und teurer werden lassen könnten, erwartet die Niederlassungsleiterin des Staatsbetriebes nicht. Man sei bereits „bis zum Grund“ vorgestoßen, so etwas ergebe sich eher zu Beginn einer Baumaßnahme. Ein Vorteil sei, dass das Haus auch im Leerstand seit 2009 gepflegt wurde. Es gab einen Hausmeister und eine funktionierende Heizung, so dass massive Schäden verhindert werden konnten.

Von Claudia Carell

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