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Borna Bornas Bahnhofsuhr zeigt wieder die Zeit
Region Borna Bornas Bahnhofsuhr zeigt wieder die Zeit
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14:30 19.05.2015
Zeigt wieder die Zeit: Die Uhr an der Vorderseite des Bornaer Bahnhofs. Beherzte Bornaer brachten sie in Gang. Quelle: Thomas Kube

Die ehrenamtlich arbeitenden Männer hatten sichtlich Freude an ihrer Tätigkeit. Mit einem Steigfahrzeug der Firma Schindler werkelten sie, bis der Zeitanzeiger seine gewohnte Funktion wieder aufnahm.

"Ich habe ein persönliches Interesse. Man könnte sagen, es ist eine emotionale Bindung zu dem Gebäude", schildert Ruheständler Heinz-Jürgen Liebeskind, der seine Brötchen bei der Bahn verdient hat und viele Jahre der Bahnhofsmanager in Borna war. Ihm liegt viel an dem historischen Bahnhof, der 1904 gebaut wurde. Das besondere sei die außergewöhnliche Architektur, sagt Liebeskind. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Bahnhofsgebäude nach einem "Baukastensystem" errichtet - mit Ausnahme einzelner Bahnhofsgebäude in Sachsen, die man dann auch als Empfangshallen bezeichnete. "Unter anderem für die Standorte Borna, Grimma und Riesa wurde ein Architekt beauftragt - Sachsen war in diesem Sinne Pionier und ging einen anderen als den Standardweg bei der Errichtung der Gebäude", erzählt der Bornaer.

Als der Bahnhof am Rande der Wyhrastadt in die Jahre gekommen war, bemühte sich Bahnhofsmanager Liebeskind um die Restaurierung des historischen Gebäudes. "Mitte der 90er Jahre wurde die Empfangshalle dann komplett saniert", berichtet der frühere Dienststellenleiter. Auch die seelenlose Uhr sei bei der Restaurierung durch einen Nachbau der historischen Uhr ersetzt worden", so Liebeskind weiter.

In der letzten Zeit rührten sich die Zeiger jedoch nicht mehr vom Fleck. Bei einem zufälligen Treffen von Liebeskind und Olaf Große, der für die Main Asset Management GmbH arbeitet und für das Objekt zuständig ist, einigten sich beide, die funkgesteuerte Uhr wieder instand zu setzen. Da die Kosten für die Immobilien-Firma zu hoch wären, sagte der frühere Bahnhofsmanager kurzerhand: "Ich mache es ehrenamtlich." Die Elektrofirma Schindler, die sich an der Aktion beteiligte, übernahm die Kosten für Material und Ausrüstung.

Noch allerdings ist nicht alles im Lot. An der nächtlichen Hintergrundbeleuchtung und der Korrektur des kleinen Zeigers am hinteren Ziffernblatt werde noch gearbeitet, sagt Liebeskind. Und die Uhr in der Empfangshalle ist nach wie vor außer Betrieb. Vielleicht finden sich auch hier Ehrenmänner, die diese wieder zum Laufen bringen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.03.2014
Benjamin Berger

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