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Borna Bornas CDU-Fraktionschef: In der Debatte um Aldi soll die Stadt moderieren
Region Borna Bornas CDU-Fraktionschef: In der Debatte um Aldi soll die Stadt moderieren
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18:59 07.02.2018
Der BWS-Block Am Hochhaus 47-52 müsste möglicherweise weichen, sollte der Discounter an der Ecke Sachsenallee/Leipziger Straße eine neue Filiale bauen. Quelle: Andreas Döring
Borna

In der Debatte um den möglichen Abriss eines Wohnblocks zugunsten der Errichtung eines Aldi-Marktes an der Ecke Sachsenallee/Leipziger Straße in Borna sollte die Stadt moderieren. Das hat der CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzende Roland Wübbeke vorgeschlagen. An ihn hatten sich etwa 20 Mieter des Blocks Am Hochhaus 47-52 mit der Bitte um Unterstützung gewandt. Sie fürchten, ihre Wohnungen nach teilweise Jahrzehnten verlassen zu müssen.

Wübbeke erklärte, es gehe um die Abwägung verschiedener Interessen. „Auf der einen Seite haben wir mit Aldi ein Unternehmen, dem es auf seine wirtschaftliche Entwicklung ankommt.“ Andererseits gebe es das Recht der Mieter auf die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit und den Wunsch, in ihrer angestammten Wohnung zu bleiben. Dass die Mieter – nach Angaben der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS), dem Eigentümer des Blocks, handelt es sich um 34 Bewohner – Angst hätten, dass ihr Block abgerissen wird, „ist menschlich verständlich“.

Wübbeke weiter: „Jetzt ist es sehr wichtig, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen.“ Dazu gehörten neben der BWS, den Mietern und Aldi auch Vertreter der Stadt. „Die könnte die Gespräche moderieren.“ Denkbar seien bei einem möglichen Abriss Kompensationsleistungen. Der Discounter habe schließlich Interesse an einer positiven Entwicklung dieser Angelegenheit.

Grundsätzlich habe die BWS als Eigentümer das Recht, den Wohnblock abzureißen, „auch wenn das für die Mieter nicht schön wäre“, so Wübbeke, der von Beruf Rechtsanwalt ist. Einen Rechtsanspruch auf ihre Wohnung in diesem Block hätten die Mieter jedenfalls nicht. Andererseits handle es sich bei der BWS um ein städtisches Unternehmen, weshalb hier auch die Stadt in einer besonderen Verantwortung stehe.

Wübbeke verweist auch auf die Außenwirkung der Debatte. So werde durchaus auch von außerhalb zur Kenntnis genommen, wie die Stadt Borna mit investitionsbereiten Interessenten umgehe. Zugleich betonte er, „dass wir das keineswegs auf Kosten der Mieter durchdrücken können“.

Von Nikos Natsids

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