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Bornas Geschäften geht der Nachwuchs aus

Ladenschließungen aus Altersgründen Bornas Geschäften geht der Nachwuchs aus

Viele Bornaer Einzelhändler finden keine Nachfolger, weil der Nachwuchs fehlt. Für die Innenstadt der Kreisstadt bedeutet das die Zunahme von Geschäftsaufgaben in den kommenden zwei bis drei Jahren. Auch der Wegzug des Finanzamtes hat einige Auswirkungen auf das Geschäftsleben. Nicht nur Kunden fehlen – auf die Händler kommen auch neue Kosten zu.

Am 9. September, zum nächsten Eventshopping, dürfte Bornas Innenstadt wieder voll sein.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Viele Bornaer Einzelhändler finden keine Nachfolger, weil der Nachwuchs fehlt. Für die Innenstadt der Kreisstadt bedeutet das: Mehr Geschäftsaufgaben in den kommenden zwei bis drei Jahren. Doch auch der Wegzug des Finanzamtes hat einige Auswirkungen auf das Geschäftsleben. Nicht nur Kunden fehlen – auf die Händler kommen auch neue Kosten zu.

Ilona Rhein betreibt seit mittlerweile 25 Jahren das gleichnamige Modehaus in der Bahnhofstraße. Doch allzu lange wird es das Geschäft nicht mehr geben, die Inhaberin ist im Rentenalter und hat bisher trotz aller Bemühungen keinen Nachfolger gefunden. „Als wir das Modehaus eröffnet haben, war es unser Traum. Aber heute finden sich keine jungen Leute mehr, die die Verantwortung übernehmen wollen“, macht sie deutlich. Einzige Lösung ist von daher ein endgültiger Schlussstrich. Und damit ist sie entlang der Reichs- und Bahnhofstraße nicht alleine. „Viele der Gewerbetreibenden sind kurz vor oder bereits im Rentenalter, das dürfte bald erkennbare Auswirkungen haben“, sagt Martina Voll, Vorstandsmitglied im Gewerbeverein. Die Bornaerin Elke Fritzsche befürchtet, dass die Innenstadt bald noch heruntergekommener sein wird als an einigen Ecken schon jetzt. „Früher gab es hier noch zahlreiche Cafés, auf dem Breiten Teich fuhren Gondeln. Heute stehen viele Häuser und Läden leer und verfallen zusehends“, beklagt sie. Ob die Bäckerei Erntebrot, Café Hausmann oder das einstige Sportgeschäft in der Breiten Straße: „alles leer, alles unansehnlich – und das mitten in der Stadt“. Von der einstigen Attraktivität Bornas sei nicht mehr viel übrig.

Bemängelt wird von ihr und einigen Ladenbesitzern auch die innerstädtische Familienunfreundlichkeit. „Es gibt keinen Spielplatz, die einzige Wiese im Zentrum gegenüber der Sparkasse ist scheinbar den Hunden vorbehalten“, kritisiert Fritzsche. Dabei sei das Areal doch geradezu für ein Spielareal geschaffen. „Wenn es Angebote für Kinder gibt, kommen auch die Eltern in die Geschäfte“, erklärt eine Einzelhändlerin. Schließzeiten könnten dafür sorgen, dass das Gelände nicht nachts verunstaltet werde.

Der Wegzug des Finanzamtes könnte nach Aussage mancher Geschäftsleute auch noch für zusätzlichen Zündstoff sorgen. Denn zahlreiche Kunden bleiben aus. Um die 100 Mitarbeiter waren bis vor kurzem in der Brauhausstraße beschäftigt. „Und die haben nun mal ihre Einkäufe hier erledigt“, sagt ein Mitglied des Gewerbevereins. „Dass der Kundenstrom abreißt, ist die ganz große Sorge vieler Ladeninhaber“, sagt auch Jörg Faburg, ebenfalls Vorstandsmitglied im Gewerbeverein. Doch das ist nicht das einzige Dilemma, das mit dem Wegzug verbunden ist. Auf die Händler kommen Kosten zu. „Sie bekommen ja neue Steuernummern und brauchen von daher neue Schrift- und Geschäftspapiere“, erklärt Faburg. Das könne ganz schön ins Geld gehen. Das sei aber die kleinere Sorge. Vielmehr bleibe abzuwarten, ob die neuen Mieter in der Brauhausstraße die bisherigen kompensieren könnten.

Der Gewerbeverein versucht unter anderem, mit dem Event-Shopping und dem Sommerspektakel die Entwicklung etwas einzudämmen. Durchaus auch mit Erfolg, wie Voll erklärt. Gerade das Eventshopping, das dieses Jahr am 9. September stattfindet, locke jedes Jahr mehr Besucher in die Stadt, „und viele kommen dann hinterher wieder, weil sie gesehen haben, was es alles gibt“.

Von Julia Tonne

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