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Bornas Pflegekräfte hoffen auf Qualitätsmerkmale

Bornas Pflegekräfte hoffen auf Qualitätsmerkmale

Während in Berlin seit etwa einem Jahr über die dringend nötige Pflegereform diskutiert wird, warten sowohl Betroffene, Angehörige als auch Beschäftigte in der Altenpflege auf den Beschluss.

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Pflegekräfte in Borna erhoffen sich von einer Pflegereform neue Akzente.

Quelle: Patrick Pleul

Borna. Mit neun Altenpflegeheimen, Seniorenzentren beziehungsweise Seniorenresidenzen sowie einigen ambulanten Pflegediensten ist die Pflege in der Umgebung der Kreisstadt gut aufgestellt. Trotz starker Auslastung müssen Bewerber selten abgelehnt werden oder nutzen ambulante Ausweichmöglichkeiten. Und die Kontrollen des Medizinischen Dienstes bewerten so gut wie alle Häuser mit Bestnoten.Die Innenansicht jedoch lässt auch andere Seiten anklingen. So erhoffen sich die meisten Mitarbeiter und Heimleiter von der Pflegereform eine dringend notwendige Erleichterung im täglichen Arbeitsalltag. Besonders in Bezug auf den Personalschlüssel in der Pflege müsse dringend nachgebessert werden, heißt es aus vielen Pflegeeinrichtungen. Was der Geschäftsführer der Heimverbund Leipziger Land gGmbH, Harald Bieling, im LVZ-Interview als „sehr konsequente zeitliche Bemessungskriterien der Krankenkassen" bezeichnet, spricht Heike Stadler, Pflegedienstleiterin des Frohburger Altenpflegeheimes „Haus Whyra", konkret an: „Der Pflegeschlüssel kann nicht funktionieren. Eine Stunde hat eben nur 60 Minuten, und schon die Dokumentation nimmt einen Haufen Zeit in Anspruch." Besonders der bürokratische Zeitaufwand schneide in den letzten Jahren zunehmend empfindlich in die Pflegezeit ein, betonen viele Befragten.Burnout und Depression drohten den eigentlich motivierten Pflegefachkräften. Auch Petra Weber, Heimleiterin des Hauses „St. Barbara" in Regis-Breitingen, hofft beim Personalschlüssel auf starke Reformen: „Waschen Sie mal jemanden, der pausenlos wegläuft. Das dauert doppelt so lange." Gerade Demenzkranke bräuchten viel mehr Betreuung als derzeit vorgesehen.

Ein wichtiger Punkt also: Bei dem tendenziell steigenden Altersdurchschnitt der Heimbewohner und einem damit einhergehenden starken Anstieg der Demenz-Erkrankungen unter den Bewohnern sollten sich Betreuungskosten verstärkt auch nach zu betreuenden seelischen und psychischen Leiden richten - und nicht nur die körperlichen Gebrechen in den Blick nehmen.Trotzdem, von einem Pflegenotstand, wie ihn viele Medien thematisieren, wollen die Beschäftigten nichts wissen. Das verunsichere die Menschen, für die die Entscheidung, ins Heim zu gehen, ohnehin eine große Hemmschwelle darstelle. Außerdem werde dies den Bemühungen der Altenpfleger nicht gerecht. Petra Weber bringt es auf den Punkt: „Haben Sie schon mal eine Reportage über ein schönes Heim gesehen? Noch nie, das interessiert nicht."

So wünschen sich viele Angestellte in der Pflege insgesamt mehr Anerkennung für ihren Beruf. Oft mangelt es derzeit an qualifiziertem Nachwuchs - auch weil das Image des ohnehin körperlich wie psychisch schweren Jobs stark gelitten hat. Hier wäre ein gesamtgesellschaftliches Umdenken nötig, das eine einzelne Pflegereform wohl kaum bewirken kann.In den Worten von Heimverbund-Chef Harald Bieling: „Wir sollten als Gesellschaft immer besser akzeptieren und annehmen lernen, dass das Älterwerden zum menschlichen Leben dazu gehört und nicht aus unserer Mitte ausgegrenzt und verdrängt werden darf." Eine Einladung, sich mal in den Altenheimen der eigenen Umgebung ein eigenes Bild zu machen, sei gleich angefügt.

Und sicherlich werden alle auch ganz monetär etwas mehr in die sichere Zukunft des eigenen Alt-Seins investieren müssen: ob nun per Zukunftsfünfer oder mittels Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung wird sich noch zeigen.

Franziska Herbst

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