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Borna Bornas Stadtrat entscheidet zu Aldi und neuem Bürgermeister
Region Borna Bornas Stadtrat entscheidet zu Aldi und neuem Bürgermeister
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00:20 18.08.2017
Im Stadtrat geht es um die mögliche Ansiedlung von Aldi am Breiten Teich. Quelle: André Kempner
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Borna

Wegweisende Weichenstellungen stehen vor den Bornaer Stadträten, wenn sie am Donnerstag, 18 Uhr, im Goldenen Stern zu ihrer nächsten Sitzung zusammenkommen. Vor ihnen liegt eine Mammuttagesordnung mit 16 Beschlussvorlagen. Dabei geht es auch um die Frage, ob es grünes Licht für die Errichtung eines neuen Aldi-Marktes an der Ecke Sachsenallee/Am Breiten Teich gibt. Konkret soll der Stadtrat entscheiden, ob das Areal als Einzelhandelsstandort genutzt werden kann. Zudem steht die Wahl eines neuen Bürgermeisters beziehungsweise Beigeordneten an.

Votum könnte gegen Supermarkt am Breiten Teich ausfallen

Nach aktuellem Stand dürfte es ein mehrheitliches Stadtratsvotum gegen Aldi am Breiten Teich geben. Die Positionen der Stadtratsfraktionen zum Thema Aldi:

Oliver Urban (SPD/FDP-Fraktion): „Einige bei uns können sich eine Handelseinrichtung am Breiten Teich vorstellen.“ Allerdings wissen die Fraktionsmitglieder um die offenkundig mehrheitliche Ablehnung eines Discounters dort und dürften das bei ihrem Votum berücksichtigen.

Ines Graichen (Linken-Fraktion): „Wir stehen der Ansiedlung von Aldi positiv gegenüber.“ Dort gehe die Jugend vorbei, und die könne dort einkaufen. Der Baumbestand werde integriert. „Bei den Leuten, mit denen ich gesprochen habe, konnte ich die Bedenken ausräumen.“

Bernd Schröter (Bürger für Borna – BfB): „Es hat sich bei der Informationsveranstaltung am 2. August gezeigt, dass fast alle Bürger Aldi dort nicht wollen, und das ist auch unsere Meinung.“ Und weiter: „Wir wollen Aldi nicht an dieser Stelle.“

Roland Wübbeke (CDU-Fraktion): „Die CDU ist geschlossen gegen Aldi an dieser Stelle.“ Der Erhalt des Aldi-Marktes in Borna-Ost wäre gut, weil es dort mit altersgerechtem und betreutem Wohnen eine entsprechende Nachfrage gebe.

Prognose zur Bürgermeisterwahl schwierig

Was die Besetzung des zweitwichtigsten Postens in der Stadt anbelangt, so sind Prognosen schwierig. Weder für den früheren Bürgermeister von Eulatal, Karsten Richter (CDU), noch für Stefan Fricke (SPD), aktuell beschäftigt bei der Industrie- und Handelskammer Eisenach, zeichnet sich derzeit eine Mehrheit ab. Wie sich die Fraktionen bei der Beigeordnetenwahl verhalten werden:

Oliver Urban (SPD/FDP-Fraktion): „Für ein Querschnittsamt wie das des Beigeordneten ist ein Jurist wie Stefan Fricke der Richtige.“ In der Stadtverwaltung gebe es bereits genügend Bauingenieure. Hinzu komme, dass Fricke SPD-Mitglied ist.

Ines Graichen (Linken-Faktion): „Bei uns ist noch keine abschließende Entscheidung gefallen.“ Karsten Richter kommt aus Frohburg und sei in der Region integriert. Stefan Fricke komme mit neuen Ideen.

Bernd Schröter (BfB-Fraktion): „Wir brauchen niemanden für offizielle Aufgaben.“ Für repräsentative Zwecke gebe es „eine, die macht das sehr gut“. Borna brauche an dieser Stelle eine Fachkraft, die das fehlende Fachwissen in der Verwaltung kompensiert.

Roland Wübbeke (CDU-Fraktion): „Unser Kandidat ist Karsten Richter.“ Allerdings sei der Meinungsbildungsprozess in der Fraktion noch nicht ganz abgeschlossen. In jedem Fall sei es ein erhebliches Problem, wenn Borna keinen Beigeordneten bekommt.

Der wird am Ende mit einer einfachen Mehrheit der anwesenden Stadträte gewählt. Sollte die nach dem ersten Wahlgang nicht zustande kommen, gibt es einen neuerlichen Versuch, so Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Klappt auch das nicht, entscheidet das Los.

Unterschriften für Aldi in Borna-Ost

Mit Hilfe einer Unterschriftensammlung haben sich etliche Bornaer für den Erhalt des Aldi-Marktes in Borna-Ost ausgesprochen. Und damit steht das Thema, wie das Areal am Breiten Teich zukünftig genutzt werden soll, indirekt mit zur Debatte. Denn die Planungen des Aldi-Konzerns sehen vor, dass zugunsten eines Markt-Neubaus am Breiten Teich die beiden anderen Bornaer Märkte in Ost und West geschlossen werden.

Eine Bewohnerin will das nicht hinnehmen und hat sich auf den Weg gemacht, um Unterschriften zu sammeln. Ihre Begründung: „In Borna-Ost entstehen zur Zeit viele Wohnungen für betreutes Wohnen. Mit der Schließung des Marktes müssten viele ältere Bürger weite Wege zurücklegen, und auch die Bewohner der Altstadt wären betroffen.“

In den derzeitigen Lebensmittelmarkt in Borna-Ost soll nach bisherigem Stand ein deutschlandweit aktiver Einzelhändler aus dem Bereich Handwerkerbedarf einziehen. „Das ist doch aber völliger Blödsinn“, sagt die Initiatorin der Unterschriftensammlung. „Sollen die Menschen aus dem betreuten Wohnen die Nägel für den Sarg dort kaufen?“, fragt sie zugespitzt.

110 Bornaer haben sich auf der Liste eingetragen, die mittlerweile bei Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) liegt. Ob sie was bringt und das Anliegen Erfolg hat, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Von Nikos Natsidis

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