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Bornas Zwiebelhaus – Eigentümer prüft Sanierung erneut

Versuche bislang an Wirtschaftlichkeit gescheitert Bornas Zwiebelhaus – Eigentümer prüft Sanierung erneut

Was passiert mit dem Bornaer Zwiebelhaus? Nach zwei gescheiterten Anläufen will die Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft erneut prüfen, ob eine Sanierung ab 2017 finanzierbar ist. Auch ein Verkauf des denkmalgeschützten Hauses ist im Gespräch.

Das Zwiebelhaus in Borna Bahnhofsstraße/Ecke Angerstraße mit seinen Stuckreliefs – den drei Bornaer Originalen Zwiebelfrau, Bergmann und Karabinier.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Seit über zehn Jahren steht das prestigeträchtige Zwiebelhaus an der Kreuzung Bahnhofstraße Ecke Angerstraße in Borna leer. Immer wieder gab es Bestrebungen der Stadt und der zuständigen Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS), das 1936 errichtete Haus zu sanieren. Nach zwei Anläufen, die laut der Wohnungsbaugesellschaft an der Wirtschaftlichkeit scheiterten, soll ein weiterer Versuch unternommen werden, das denkmalgeschützte Gebäude bald doch noch einer Nutzung zuzuführen.

„Ich habe mir zum Ziel gesetzt, das Projekt noch einmal aufzurollen und zu prüfen, ob das überhaupt machbar ist“, sagte BWS-Geschäftsführer Jan Czinkewitz auf LVZ-Anfrage. „Da muss etwas passieren. Wir sollten es nicht weitere zehn Jahre stehen und verfallen lassen, sonst wird die Sanierung immer teurer.“

Auch die Stadt und Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (die Linke) hätte ein Interesse daran, „da etwas zu machen“. Dabei spiele die zentrumsnahe Lage eine Rolle. In den vergangen Jahren war ein Großteil der älteren Häuser in der Bahnhofstraße saniert worden. Das Zwiebelhaus blieb jedoch außen vor. „Es ist an der Zeit, Gebäude in dieser Lage wieder in Schuss zu bringen, denn das wertet die ganze Straße auf“, sagte Czinkewitz.

Laut des BWS-Vorstands überlege man, aus den verschachtelten Zwei-Raum-Wohnungen und Drei-Raum-Wohnungen mit kleinen Zimmern, größere Wohnungen mit vier Räumen zu schaffen. Zudem wird anvisiert, barrierefreies Wohnen zu ermöglichen. „Wir wollen uns dem Wohnungsmarkt anpassen. Derzeit haben wir knapp 500 leerstehende Wohnungen. Größere Wohnungen sind mehr nachgefragt, dem wollen wir gerecht werden.“

Momentan befinde man sich in der Vorplanungsphase. Nun müsse ein Konzept her, das „Hand und Fuß“ habe, müsse mit dem Denkmalschutzamt gesprochen, ein Finanzierungsplan erstellt und mit den Banken verhandelt werden. Wenn die Voraussetzungen erfüllt seien, will Czenkewitz das Zwiebelhaus dem BWS-Ausichtsrat Ende dieses Jahr als größeres Bau-Projekt für 2017 vorschlagen.

Unklar bleibt vorerst, welche Kosten eine Sanierung mit sich bringen würde. Diese hingen laut Czenkewitz davon ab, wie groß die baulichen Änderungen an den Grundrissen geplant würden. Allerdings seien hier die Investitionskosten im Vergleich zu den Mietkosten relativ hoch, da man keine Mieten von zehn Euro den Quadratmeter nehmen könne. „Ohne Fördermittel wird es nicht gehen.“ Sollten alle Stricke reißen, schließt der Geschäftsführer selbst einen Verkauf nicht aus. „Wenn wir eine wirtschaftliche Sanierung dort nicht hinbekommen, dann müssen wir das Objekt vielleicht an jemanden verkaufen, der das schafft.“ Ziel sei es aber, das Gebäude nicht weiter verfallen zu lassen. Für die BWS stehe das historische Zwiebelhaus jedenfalls weit oben auf der innerbetrieblichen To-do-Liste.

Bereits zweimal war eine Sanierung in der Vergangenheit gescheitert. Czenkewitz Vorgänger, der ehemalige BWS-Geschäftsführer Sören Uhle wollte aus dem historischen Gebäude noch im September letztes Jahr ein Mehrgenerationenhaus machen, den Innenhof herrichten, die Grundrisse für Familien erweitern und für ältere Mieter einen Aufzug einbauen lassen.

Das Gebäude, dessen volkstümliche Bezeichnung „Zwiebelhaus“ sich aus den Stuckreliefs mit den drei Bornaer Originalen Zwiebelfrau, Bergmann und Karabinier herleitet, war einst nach dem Abriss des 200-jährigen Vorgängerhauses als Wohnhaus für 31 Familien errichtet worden.

Von Oliver Becker

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