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Borna Bouleclub will Blumroda eine Turnieranlage bauen
Region Borna Bouleclub will Blumroda eine Turnieranlage bauen
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13:49 19.05.2015
Edeltraud Lorenz hat große Ziele: Sie will in Borna ein Trainingszentrum für Boule aufbauen. Quelle: Julia Tonne

Die Bedingungen könnten besser kaum sein, doch noch fehlt das Geld. Das Gelände, auf dem mehr als 20 Boule-Bahnen entstehen sollen, gehört zu einer früheren Autowerkstatt. Und in dieser rollen schon längst die Kugeln für die Vereinsmitglieder. "Noch ist das hier zwar eine Werkstatt, aber die Nutzungsänderung ist beantragt", sagt die Vereinsvorsitzende Edeltraud Lorenz, deren Sohn die Werkstatt gehört.

Und Lorenz setzt seit Monaten alles daran, das Ziel bald zu erreichen. Schon jetzt hat der Verein mehr als 20 Mitglieder und täglich melden sich mehr Interessenten. Die Halle dient mehr und mehr der Vereinsarbeit, mehrmals in der Woche kann trainiert werden. Dafür wurde extra Split reingeschaufelt, "außerdem haben wir eine Befestigung eingebaut, damit der Split da bleibt, wo er hingehört".

Doch für die Vereinsvorsitzende und das Gründungsmitglied steht nicht nur der Sport im Mittelpunkt. Ihr ist auch die Gemeinschaft wichtig. Und damit die entstehen kann, ist ein Partyraum entstanden, sind die Sanitäranlagen komplett saniert und eine Küche eingebaut worden.

Schon jetzt arbeitet Lorenz, die selbst Kinder und Jugendliche trainiert, viel mit Menschen mit Behinderungen zusammen. Wichtiger Partner für den Verein ist die Lebenshilfe. "Der Sport ist wirklich für jeden geeignet. Kinder ab vier Jahren können genauso spielen wie alte Menschen, die sich nicht mehr so gut bewegen können. Auch für Behinderte ist der Sport leicht zu erlernen", macht Lorenz deutlich. Noch aber steht der Verein vor der Herausforderung, die Bedingungen dafür zu schaffen. Denn die Halle ist für Rollstuhlfahrer wegen der Befestigungskante noch nicht nutzbar. "Deshalb wollen wir auf der Freifläche eine Boule-Anlage bauen, die dann behindertengerecht ist." Doch die Außenanlage erfüllt noch einen anderen Zweck. Damit der Verein gemeinnützig bleibt, muss er zukünftig Turniere ausrichten - und das ist nur auf Turnierbahnen möglich.

Weil für Lorenz das soziale Engagement eine wichtige Aufgabe für einen Verein darstellt, hat sie bereits Kontakte zum Asylbewerberheim in Thräna geknüpft. "Unser Gelände ist gut erreichbar und die Menschen dort haben die Möglichkeit, mal rauszukommen und andere Leute kennenzulernen", betont sie. Für viele sei der Heimalltag eintönig und wenig abwechslungsreich. Der Sport bringe Menschen jeden Alters und jeder Nationalität zusammen.

Zeitgleich mit dem Bau der Turnierbahnen will Lorenz das Gelände zum Trainingszentrum ausbauen. Im oberen Stockwerk der Halle könnten dann Schlafräume entstehen, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene anderer Boule-Vereine übernachten können. Schon jetzt gibt es enge Verbindungen zu Vereinen in Chemnitz und Dresden. So kommt Letzterer demnächst nach Borna, um sich hier auf den Länderpokal vorzubereiten. Allerdings wird dann auf dem Platz am Breiten Teich trainiert.

Dass Borna zukünftig eine offizielle Boule-Halle hat, ist keine Selbstverständlichkeit. In ganz Sachsen gibt es bisher lediglich eine in Dresden. Doch der Sport ist im Kommen, immer mehr entdecken die Vorteile, die Boule mit sich bringt. "Es fördert das räumliche Vorstellungsvermögen und schult die optische und motorische Koordination", erklärt die engagierte Vereinsvorsitzende. Für Kinder gebe es extra leichte Kinderkugeln und für ältere Menschen Magnete, mit denen das Aufheben der Kugeln erleichtert wird.

Lorenz, die selbst seit Jahren Turniere spielt, will in den kommenden Wochen Sponsoren suchen, denn die Kosten für die Turnieranlage mit Flutlicht belaufen sich auf mehr als 40 000 Euro. Zudem sollen Fördermittelanträge gestellt werden. "Wenn alles gut klappt und die Finanzierung steht, können wir vielleicht schon im Januar loslegen." Und dann könnte der Verein genauso rasant weiterwachsen wie in den vergangenen Monaten. Denn Training bietet Lorenz nicht nur in Borna an, sondern auch in anderen Orten des Landkreises.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.12.2014
Julia Tonne

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