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Borna Boulevard mit Läden und Ruinen
Region Borna Boulevard mit Läden und Ruinen
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16:53 19.02.2010
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Borna

Der Gewerbeverein hat laut seines Vorsitzenden Toralf Lang geplant, die leeren Schaufenster mit Werbung von Vereinen und Betrieben dekorieren zu lassen, um die Lücken zu vertuschen. Die Befragten sehen darin eine gute Notlösung. „Wenngleich es nur für kurze Zeit funktionieren wird", meint zum Beispiel Marlen Schneider. Direkt neben ihrem Geschäft „Frauensache" in der Reichsstraße befindet sich die ehemalige „Kuchenapotheke". So nannten die Bornaer einst das Bistro für Kaffe-und Kuchen, dessen bröckelnde Fassade heute an tiefste DDR-Zeiten erinnert. „Das ist ein Schandfleck inmitten des Boulevards" so Schneider. Der Stadtverwaltung seien die Hände gebunden, weil es sich hier (wie bei vielen anderen Gebäuden) um Privatbesitz handelt. „Da sollten Bund und Land endlich die Gesetze ändern und die Leute zur Sanierung bewegen", so die Bornaerin, schließlich kaufe das Auge mit. Silke Krasulsky vom „Textileck" hatte über die Faschingszeit viele Stoffe an die Karnevalsvereine und die Schneider-Werkstätten verkaufen können. „Doch auch das ist jetzt vorbei", meint die Bornaerin. Ein attraktiveres Umfeld könnte gerade in der flauen Winterzeit einiges bewegen. Die leeren Schaufenster seien alles andere als ein Magnet für potenzielle Kunden. „Das belastet mich schon sehr", so Krasulsky, die das Geschäft vor drei Jahren von ihrer Schwiegermutter übernommen hatte. Das liegt am Reichstor und der Reichssteinweg hoch zum Königsplatz sehe mit seinen maroden leer stehenden Geschäften besonders schlimm aus. „Viele mussten ihre Läden schließen oder sind weggezogen", erzählt die Bornaerin. Krasulskys Kritikpunkt Nummer eins ist und bleibt die Verlagerung des Geschäftslebens auf die grüne Wiese, dem Gewerbegebiet „Am Wilhelmschacht". Das mache den Geschäftsinhabern in der Innenstadt das Leben nach wie vor schwer. „Dieses Center auf der grünen Wiese saugt die Innenstadt aus und wir können nur hilflos zuschauen", sagt Silvia Kufs. Die führt seit 1991 ein Hörakustik-Fachgeschäft in der Wilhelm-Külz-Straße, Ecke „Brühl". Hier wurden die meisten Immobilien saniert und es „sieht ordentlich aus, doch die Kundschaft beklagt sich über das farblose Angebot in den Geschäften", bekomme die Groitzscherin immer wieder zu hören. „Mit Döner- und Pizza-Läden kann man heute keinen mehr in die Stadt locken", so Kufs. Wie problematisch die Lage für die Geschäftstreibenden in der Innenstadt ist, zeigt sich in der Aussage von Roland Kopsch. „Zuerst hatten wir Verluste durch die Sanierung der Roßmarktschen Straße und jetzt fallen auch noch etliche Parkplätze durch die Bauarbeiten am roten Eckhaus weg", so der Bornaer.

Peter Krischunas

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