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Borna Brände, Unfälle und Vermisstensuche: 199-mal Alarm für die Stadtwehr Borna
Region Borna Brände, Unfälle und Vermisstensuche: 199-mal Alarm für die Stadtwehr Borna
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14:35 29.02.2016
Die Macher an der Spitze der Stadtwehr von Borna: Chef Tino Reim (li.) und Vize Kai Noeske. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Mit 199 Einsätzen schrammte die Stadtwehr von Borna 2015 nur knapp an der 200er Marke vorbei. Vor allem der Ruf nach technischen Hilfeleistungen sei lauter geworden, erklärte Stadtwehrchef Tino Reim. Neben dem Beseitigen einer Ölspur nach einem Verkehrsunfall oder dem Freisägen einer Straße, die von einem umgestürzten Baum versperrt wird, müssten die Kameraden immer häufiger ausrücken, um Türen zu Wohnungen zu öffnen, in denen die Bewohner nicht reagierten. „Dabei konnten wir im vorigen Jahr 20 Menschen retten“, sagte der 36-Jährige. Kurz vor der Jahreshauptversammlung der Bornaer Stadtwehr Mitte März lässt Reim das zurückliegende Jahr Revue passieren. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass nicht nur die knapp 160 aktiven der 300 Kameraden einen guten Job gemacht haben. Auch die Senioren, die im Hintergrund wichtige Dienste leisten, und die Jugendlichen seien unentbehrlich für die Feuerwehr.

Nicht nur bezüglich der Anzahl der geleisteten Einsatzstunden – es waren insgesamt knapp 2500 – verlangte das vorige Jahr von den Kameraden Höchstleistungen. Besonders gefährliche und nervenaufreibende Hilfsaktionen hätten Kraft gekostet, stellte Reim fest. So werde er in seinem Rechenschaftsbericht vor der Stadtwehr an den verheerenden Laubenbrand in Wyhra erinnern. Den Kameraden wäre es zwar gelungen, die nahe des Brandherdes befindlichen Gasflaschen zu kühlen und damit eine Explosion zu verhindern. Aber in den Trümmern hätten sie eine grausame Entdeckung machen müssen. Der Nutzer der Laube war bei dem Brand ums Leben gekommen. „Ein tragischer Unglücksfall“, so erinnerte sich Reim. Ähnlich schockiert seien die Kameraden gewesen, die nach wochenlanger Suche eine vermisste Bornaerin nur noch tot aus dem Bockwitzer Speicher bergen konnten. Mit dem Boot wären sie die Wyhra entlang gefahren, hätten die Uferbereiche in verschiedenen Seen abgesucht. Aber jede Hilfe sei zu spät gekommen. „Da merkt man, wie das am Nervenkostüm der Kameraden, vor allem der jungen, rüttelt“, so Reim. In solchen Fällen würde die Stadtwehr ein Kriseninterventionsteam hinzuziehen. „Man kann nicht in die Köpfe hineinschauen, aber die Nachsorge ist ganz wichtig“, so die Erfahrung des noch jungen Feuerwehrchefs. Denn nicht nur die am Einsatz beteiligten Kameraden, auch die Angehörigen der Opfer würden Hilfe brauchen.

Während die Stadtwehr ihren Alltag im vorigen Jahr erneut respektvoll meisterte, hat der erst seit wenigen Monaten im Amt befindliche Chef bereits Handlungsbedarf erkannt. Die Ausmusterung von Jahrzehnte alten Löschfahrzeugen in Thräna und Zedtlitz hätten die Kameraden bei der Kommune, die für den Brandschutz verantwortlich ist, bereits angesprochen. Auch die Beseitigung von Baumängeln der Gerätehäuser in Zedtlitz und Neukirchen müsse auf die Tagesordnung. Aber wie die jüngste Investition in Eula beweise, sei sich die Stadt Borna ihrer Verantwortung bewusst.

Ein wichtiges Thema ist Reim zufolge die Stärkung der Manpower. „Wir brauchen Verstärkung“, so der Stadtwehrchef. Denn es sei inzwischen kein Einzelfall, dass Ortswehren im Bedarfsfall nicht ausrücken könnten, weil Kameraden mit der entsprechenden Qualifikation fehlen würden. Darunter leidet die Schlagkraft der Stadtwehr, in der die Feuerwehren von Eula, Zedtlitz, Neukirchen, Thräna, Wyhra und Borna organisiert sind. Laut Reim mangelt es an Anreizen und Wertschätzung für die Kameraden. „Wir müssen die Attraktivität des Ehrenamtes stärken“, sagte er. Ein Imagefilm über die Feuerwehr soll die Möglichkeiten für Mitglieder zeigen. Außerdem will der Berufsfeuerwehrmann den Fitnesszustand seiner Kameraden ansprechen. Derzeit seien nur 58 aktive Brandschützer befugt, Atemschutzgeräte zu tragen. Sich fit zu halten und den ärztlichen Nachweis zu erbringen, setze jedoch auch den Zugang zu den entsprechenden Einrichtungen voraus. „Dort wollen wir ansetzen“, so der engagierte Bornaer. Gespräche mit den Spitzen der Stadtratsfraktionen und ansässigen Firmen würden bereits laufen, um die Zusammenarbeit auszuloten.

Die Jahreshauptversammlung der Stadtwehr Borna findet am Sonnabend, 19. März, 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums Am Breiten Teich statt.

Von Birgit Schöppenthau

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