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Borna Feuer in Bornaer Wohnblock: War es Brandstiftung?
Region Borna Feuer in Bornaer Wohnblock: War es Brandstiftung?
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16:57 26.06.2017
Die Feuerwehr kontrolliert mit Hilfe des Drehleiterfahrzeugs, dass niemand mehr im Haus ist. Quelle: Julia Tonne
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Borna

In Borna hat am Montag ein Wohnblock gebrannt: In der Leibnizstraße 6 ist am Vormittag ein Feuer im Keller ausgebrochen. Sämtliche Bewohner der beiden Hauseingänge vier und sechs mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen, die meisten kamen mit kleinen Verletzungen davon, ins Krankenhaus musste niemand. Sechs Menschen wurden laut Polizei mit leichten Rauchgasvergiftungen behandelt.

Die Brandursachenermittler der Polizei haben Montagnachmittag ihre Arbeit aufgenommen. „Nach ersten vorsichtigen Vermutungen könnte im Keller Unrat angezündet worden sein“, erklärte auf LVZ-Nachfrage Polizeisprecher Uwe Voigt. Einen solchen Fall hatte es erst am 11. Juni in Kitzscher gegeben. Falls es Parallelen zwischen den beiden Fällen gibt, werde man denen nachgehen, bestätigte Voigt.

Während die Bewohner der Hausnummer vier nach Ende des Einsatzes in ihre Wohnungen zurückkehren durften, mussten die aus dem Eingang sechs in Notquartieren untergebracht werden.

Die Hausmeisterin des Blocks war gerade am Heckeschneiden, als sie den beißenden Rauch bemerkte, der aus dem Haus kam und sich auch in den Nachbareingang ausbreitete. „Ich habe sofort die Feuerwehr angerufen und bei allen Bewohnern geklingelt“, erzählte die 55-Jährige. Kurze Zeit später waren die Wehren aus Borna, Zedtlitz und Neukirchen mit etwa 25 Mann vor Ort. Die Löscharbeiten haben 10.36 Uhr begonnen, die Einsatzstelle wurde großräumig abgesperrt. „Bis dahin waren dann zum Glück schon alle aus dem Haus raus“, sagte die Hausmeisterin. Ob das wirklich der Fall war, kontrollierten mehrere Feuerwehrleute mit Hilfe des Drehleiterfahrzeugs. Sämtliche Balkone und Fenster nahmen sie von der Rückseite des Hauses in Augenschein, klopften, riefen.

Angerückt waren auch zahlreiche Rettungssanitäter, die sich auf dem Spielplatz vor dem Block um die Bewohner kümmerten und unter anderem bei den älteren Menschen Blutdruck maßen und den Allgemeinzustand einschätzten. Die meisten Bewohner kamen mit dem Schrecken davon und mussten lange draußen ausharren, bis sie wieder in ihre Wohnungen durften.

Der Brand war nach Aussage des Einsatzleiters Toni Winkler im Keller der Hausnummer sechs ausgebrochen, der Rauch breitete sich schnell in den Nachbareingang aus, weshalb die Kameraden von beiden Seiten mit der Brand- und Rauchbekämpfung begannen. „Die Ursache ist noch unklar, wir wissen nur, dass der Verteilerkasten mit den Zählerschränken in der sechs in Mitleidenschaft gezogen wurde, weshalb es dort derzeit keinen Strom gibt“, sagte Winkler. Aus dem Grund durften die Bewohner nicht in ihre vier Wände zurück, „sie müssen erst einmal anderweitig untergebracht werden“, so der Einsatzleiter.

Nach dem Feuer Mitte Juni in Kitzscher mussten, wie berichtet, acht Menschen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Unbekannte hatten im Hauseingang des Blocks Thierbacher Straße 13 offensichtlich Autoreifen, alte Möbel und Zeitungen angezündet. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Von Julia Tonne und Inge Engelhardt

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