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Borna Brand in Espenhain: Firma glaubt nicht an Selbstentzündung
Region Borna Brand in Espenhain: Firma glaubt nicht an Selbstentzündung
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19:00 02.01.2018
Rund 40 Feuerwehrleute von den Wehren aus Espenhain, Rötha, Borna, Mölbis und Oelzschau hatten mehrere Stunden lang zu tun, um das Feuer im Industrie- und Gewerbepark Espenhain am Silvestertag zu löschen. Quelle: Frank Schmidt
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Rötha/Espenhain

Nach einem Feuer am Silvestertag auf dem Gelände eines Recyclingunternehmens im Industrie- und Gewerbepark Espenhain glaubt das Unternehmen nicht, dass der Brand von allein entstanden ist. Die Polizei hatte in einer ersten Einschätzung von Selbstentzündung gesprochen, sah keine Anzeichen für Fremdverschulden. Dieser Theorie widerspricht Volker Grunert, Geschäftsführer der SRW Metalfloat GmbH.

Der Brand am Silvestertag in Espenhain. Quelle: Frank Schmidt

Der Recycling-Standort wird im Volksmund zumeist mit dem Unternehmen Scholz-Recycling gleichgesetzt. Tatsächlich arbeiten dort zwei Unternehmen an der Annahme, Sortierung, Zerkleinerung und Trennung von Abfällen und der Gewinnung wiederverwendbaren Materials.

Grunert ist sicher: „Dieses Material kann von allein nicht brennen.“ Das Feuer war demnach in einem Haufen mit knapp 480 Tonnen eines behandelten und ausgesiebten sogenannten Zwischenprodukts ausgebrochen. Darin befanden sich Kunstoff-Gummi-Gemische mit Anteilen von Holz, legierte Stähle und Kabeldrähte, erläutert der SRW-Geschäftsführer. Eine solche Materialfraktion gerate nicht von allein in Brand, weswegen das Unternehmen von Brandstiftung ausgehe.

Der Brand am Silvestertag in Espenhain. Quelle: Frank Schmidt

Diese These sieht Grunert zum einen durch die hauseigene Videoüberwachung gestützt, zum anderen durch Beobachtungen während der Löscharbeiten. Das gesichtete Videomaterial zeige, dass sich am ersten Weihnachtfeiertag gegen vier Uhr morgens eine unbekannte Person genau an dem sechs Tage später in Brand geratenen Haufen aufgehalten habe. Zudem hätten sowohl die Feuerwehr beim Löschen als auch Unternehmensmitarbeiter beim Auseinanderziehen des Haufens mehrere kleine Explosionen vernommen. Was für das betroffene Material völlig untypisch sei.

Daher wird SRW jetzt voraussichtlich Anzeige bei der Polizei stellen. Womit die Angelegenheit doch wieder ein Fall für die Ermittler wird. Laut einer Sprecherin der Polizeidirektion Leipzig sei der Brand in Espenhain bisher noch nicht als besonders wesentlicher Vorgang eingeordnet worden. Ein Brandursachenermittler war bisher nicht vor Ort.

Feuerwehreinsatz beim Brand in Espenhain am Silvestertag. Quelle: Frank Schmidt

Stattdessen haben sich mehrere Behörden, Abwasser- und Abfallverbände auf dem Firmengelände umgesehen. Ein Problem könnte abfließendes Löschwasser sein, das in die Kanalisation und in den Vorfluter gelangt. Nach den Erfahrungen eines Brandes bei Scholz Recycling Ostern 2016 seien diesmal schnell alle Bodeneinläufe abgedeckt worden, sagt Grunert. Die genommenen Abwasserproben würden nun ausgewertet. SRW muss jetzt das oberirdisch gesammelte Löschwasser entsorgen lassen. Vor allem daraus und aus dem unbrauchbar gewordenen Brandrückständen, die nicht mehr verarbeitet werden dürfen, entsteht der Firma ein Schaden von voraussichtlich mehreren 10 000 Euro. Eine genaue Summe könne laut Geschäftsführer jetzt noch nicht genannt werden.

Von André Neumann

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