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Brand in traditionsreicher Röthaer Obstweinschenke

Vermutlich Brandstiftung Brand in traditionsreicher Röthaer Obstweinschenke

Ein einstiges Idyll ist wohl endgültig zerstört: Die traditionsreiche Obstweinschänke am Röthaer Stausee brannte in den Morgenstunden des Freitags aus. Über Jahrzehnte ein beliebter Treffpunk, war die Gaststätte seit Langem schon geschlossen, das Gebäude im Erdgeschoss mit roten Ziegeln vermauert.

Die Feuerwehr am Brandort in Rötha.

Quelle: Ekkehard Schulreich

Rötha. Ein einstiges Idyll ist wohl endgültig zerstört: Die traditionsreiche Obstweinschänke am Röthaer Stausee brannte in den Morgenstunden des Freitags aus. Über Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt, dessen Ruf weit über die Grenzen der Stadt hinaus reichte, war die Gaststätte seit Langem schon geschlossen, das Gebäude im Erdgeschoss mit roten Ziegeln vermauert. Diese Sicherung genügte offenbar nicht, Unbefugten den Zutritt zu verwehren. Ohne den Ermittlungen der Polizei vorgreifen zu wollen, ist für Stadtwehrleiter Klaus Schömann nach Lage der Dinge klar: „Da ist nichts drin, was sich von selbst entzünden kann.“

Gegen 2.30 Uhr war die Feuerwehr informiert worden. Starker Rauch in Richtung Kahnsdorf, lautete die erste Meldung. Dass die alte Obstweinschänke am Ende der Waldstraße betroffen war, mussten die Einsatzkräfte erst herausfinden. „Als wir kamen, stand der Dachstuhl in voller Ausdehnung in Brand. Zu retten war da nichts mehr“, schildert Schömann die Situation. Die Kameraden der Wehren Rötha, Espenhain, Mölbis, Pötzschau und Oelzschau gingen trotzdem unverzüglich an die Bekämpfung der Flammen. Die Bornaer Wehr half mit der Drehleiter aus, um das Feuer von oben eindämmen zu können. Ein Einsatz von Kameraden im Inneren des Hauses musste abgebrochen werden, weil Teile des Dachstuhls herabstürzten. Immerhin war aufgrund der unmittelbaren Lage am Stausee Löschwasser in ausreichendem Maß vorhanden. Insgesamt waren 40 Kameraden im Einsatz; am Vormittag löschten sie an der Ruine, aus der noch immer Qualm drang, Glutnester ab.

Der Brand der alten Obstweinschänke ist ein neuer trauriger Höhepunkt einer ganzen Reihe von Feuern, mit denen sich die Röthaer Wehren seit Monaten befassen muss. „Die Einsatzfrequenz ist in diesem Jahr wie schon im vergangenen unvermindert hoch. Es wird nicht ruhiger, eher sind größere Einsätze hinzugekommen“, sagt Schömann. Keine Frage, dass das die Ehrenamtlichen stark belastet. Um die Bränden von Schuppen, Lauben, Sammelbehältern, Holzstapeln, bei denen in vielen Fällen von Brandstiftung ausgegangen werden muss, aufzuklären, hatte die Stadt Rötha bereits 1000 Euro für Hinweise ausgelobt – bisher ohne Ergebnis. Man habe bisher keine konkreten Tatverdächtigen im Fokus, bestätigt die Pressestelle der Polizeidirektion Leipzig. Man sei aber intensiv am Ermitteln.

Die Obstweinschänke geht auf Heinrich von Friesen zurück. Er entwickelte an den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts den Obstbau in und um Rötha, richtete eine Baumschule und eine Gärtner-Lehranstalt für Obstbau ein. 1882 gründete er einen Obstverwertungsbetrieb, in dem aus dem Ernteüberschuss Apfelwein hergestellt wurde. Der bis heute bestehenden Kelterei wurde besagte Obstweinschänke angegliedert.

Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt oder den unbekannten Tätern geben können, werden gebeten, sich bei der Kripo Leipzig (Telefon 0341/96646666) zu melden.

Ekkehard Schulreich

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