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Brandheißes Training

Brandheißes Training

Im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) des Kreises im Gewerbegebiet „Goldener Born" wird „heiß" trainiert. Davon konnten sich jetzt die Lobstädter, die Ramsdorfer und Regis-Breitingener Kameraden überzeugen.

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Karsten Jokisch simuliert einen Brand im zweigeschossigen Container des Feuerwehrtechnischen Zentrums.

Quelle: Jakob Richter

Thierbach. Im Brandcontainer wurden Brände simuliert. Es entstanden Temperaturen bis zu 800 Grad Celsius.

Das FTZ auf dem einstigen Kraftwerksgelände in Thierbach wurde in den letzten Jahren umgebaut und modernisiert. Dabei wurden 2,3 Millionen Euro in die Einrichtung, die auf der Gemarkung Eula der Stadt Borna steht, investiert. 2010 hatte Landrat Gerhard Gey (CDU) das neue FTZ seiner Bestimmung übergeben.

„Zu unseren Hauptaufgaben gehören die Reparatur und Prüfung von Atemschutzgeräten", erklärt Karsten Jockisch, einer der drei hauptamtlichen FTZ-Mitarbeiter und im Ehrenamt Stadtwehrleiter von Regis-Breitingen. Masken, Schutzanzüge, Sauerstoffflaschen und anderes mehr gehen durch seine Hände. In dieser Woche brachte die Feuerwehr Pegau unter anderem vier paar Hosen, zwei Jacken und fünf Handschuhe zum Reinigen und Imprägnieren. „Wir waren zu Wochenbeginn im Einsatz, und unsere Kleidung musste gewaschen werden", sagt Roland Lorenz, der bereits 31 Jahre bei der Pegauer Feuerwehr tätig ist. Gleichzeitig holte er ein „Paket" Schläuche ab, die vom FTZ Trebsen gereinigt und überprüft wurden. Denn auch das gehört zu den Dienstleistungen der FTZ-Mannschaft.

Außerdem ist die Einrichtung ein Zentrum der Ausbildung. Hunderte Kameraden machen sich jährlich in der Atemschutzübungsanlage im wahrsten Sinne des Wortes fit. „Hier demonstrieren die Kameraden, ob sie als Atemschutzgerätewart noch die notwendige Fitness haben", erläutert Jockisch. In voller Montur mit Atemschutzgerät und Presslufthammer müssen solche Geräte wie Stepper, Endlosleiter, Oberarmergometer oder Laufband absolviert werden. „Vielen würden diese sportlichen Leistungen schon ohne Atemschutzgerät schwerfallen", weiß der 44-Jährige, der gelernter Instandhaltungsmechaniker und Verwaltungsfachangestellter ist. Knapp wird die Atemluft auch im sogenannten Labyrinth. „Hier wird der Weg der Kameraden simuliert, wenn sie in ein Gebäude müssen, in dem es brennt", erläutert der Floriansjünger. Auch die sogenannte Kreisausbildung durchlaufen Feuerwehrleute, ob Grundlehrgang, Truppführerlehrgang, Maschinisten- oder Kettensägenausbildung.

Der Spezialcontainer für Brände ist bei Magdeburger Studenten (Studiengang Sicherheit und Gefahrenabwehr), der BMW-Werksfeuerwehr und anderen Truppen aus Deutschland gefragt. Selbst zu Forschungszwecken wurde die Anlage von Zeiss Jena und anderen Herstellern genutzt. Und das MDR dreht oft Fernsehbeiträge.

„In dem zweigeschossigen Container können verschiedene Brände simuliert werden", erzählt Ausbilder Jockisch und demonstriert es dann eindrucksvoll. Die Kameraden gehen in voller Montur in die heiße Hölle, in der meterhohe Flammen lodern. „Bei der Simulation etwa eines Fettbrandes herrscht in dem Container zum Beispiel in Arbeitshöhe eine Hitze von 650 Grad. Unter der Decke sind es 800 Grad. Unter Atemschutz und Feuerwehrkleidung muss darin gearbeitet werden", so Jockisch.

„Die Lobstädter, Ramsdorfer und Regis-Breitingener Kameraden trainierten am letzten Wochenende das Zusammenspiel bei einem Einsatz", erläutert der Ausbildungsleiter weiter. Es käme oft vor, dass es brennt und eine Wehr nicht genügend Leute vorhalten könne, dann müssten mehrere Wehren zusammenarbeiten. Vor allem aber auch, wenn Kommunikation und Technik an den Rand ihrer Leistung kommen, müssen die Kameraden laut Jockisch trotzdem zurechtkommen und Einsätze abarbeiten. „Genau das können wir hier üben", sagt der Regiser, der mit Leib und Seele Feuerwehrmann ist.

Die vom Landkreis betriebenen Zentren in Eula und Trebsen fungieren als Dienstleister für die Feuerwehren, stellen Spezialtechnik für Einsätze bereit und unterstützen mit Atemschutztechnik. Immerhin zählt der Landkreis knapp 200 Ortsfeuerwehren. Diese Leistungen für die Wehren könne der Landkreis aber nicht kostenfrei erbringen, erklärt Jockisch. So würden die Teilnehmergebühren für eine vierstündige Ausbildung im Brandübungscontainer 49 Euro betragen.

Cornelia Braun

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