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Brandschäden beseitigt: Eula feiert Festgottesdienst in der Wiprechtkirche

Brandschäden beseitigt: Eula feiert Festgottesdienst in der Wiprechtkirche

Eula hat seine Kirche wieder. Rund 200 Menschen feierten am Donnerstagabend einen außergewöhnlichen Festgottesdienst als Abschluss der Arbeiten zur Beseitigung von Brandschäden.

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Eula hat sich für das Fest zur Gründung des Dorfes vor 925 Jahren geschmückt. In der Wiprechtkirche feiern die Bewohner einen Gottesdienst.

Quelle: Jens Paul Taubert

Sie ist das älteste Gebäude im Dorf und gilt als eine der ältesten Kirchen in Sachsen. Mit ihrer Lage auf einer leichten Anhöhe ist die Wiprechtkirche der Mittelpunkt in Eula. In den Seelen der Bewohner ist die Kirche fest verwurzelt. Rund 200 Eulaer feierten am Donnerstagabend einen außergewöhnlichen Festgottesdienst. Emotionale Worte, tragender Gesang und rote Rosen ließen diesen Abend in die Geschichte der Kirchgemeinde eingehen.

Eula hat seine Kirche wieder. Als müssten sie sich selbst davon überzeugen, strömten die Menschen aus allen Straßen schon weit vor 19 Uhr in das Gotteshaus. Die Bänke waren schnell gefüllt, Stühle machten den Gang durch den Kirchenraum schmal. Barbara Vetter, bis zu diesem Abend Vakanzpfarrerin in Eula, lud in ihrer verbindlichen Art die noch stehenden Gäste auf die VIP-Plätze in den Altarraum ein. Dann griff Ursula Sonntag, seit 50 Jahren ehrenamtliche Kantorin, in die Tasten der historischen Urban-Orgel. Die Stimmen verstummten, Augen füllten sich mit Tränen. Denn der Schock, den das Feuer in der Sakristei unter den Kirchgemeindemitgliedern ausgelöst hatte, saß tief. Der Kraftakt, die Schäden zu beseitigen, war gewaltig. Das Glück, dass der Willkürakt der Brandstiftung das Gotteshaus nicht dem Erdboden gleichgemacht hat - heute noch kaum zu fassen. "Jetzt können wir die Kirche wieder hochfahren", sagte Vetter und schaute in dankbare Gesichter. Sie erinnerte an die verhängnisvolle Nacht vom 29. zum 30. Januar dieses Jahres, als die Flammen drohten, aus der Sakristei auf das Kirchenschiff überzuschlagen. "Aber wir hatten eine Schutzengeltür", so die Pfarrerin. Rundgeformt, mit zierlichen Verstrebungen aus Holz und Glasscheiben hatte die Tür zwischen Sakristei und Altarraum der Gier der Flammen standgehalten. Heute steht der verkohlte Rahmen in einer Vitrine am Eingang des Gotteshaus und erinnert an die verhängnisvollen Ereignisse.

Nach der fachmännischen Arbeit von Handwerkern, Denkmalschützern und Restauratoren ist heute von den Brandschäden nichts mehr zu sehen. Der Ruß, der das gesamte Innere überzogen hatte, ist nicht mehr zu sehen und zu riechen. Das mächtige Holzkreuz mit seinen floralen Elementen thront an der Rückseite des Altars. Sogar die beiden Gemälde, die während des Brandes empfindlich geschädigt worden waren, hängen vorübergehend an ihrem angestammten Platz. Zwölf Gewerke hätten der Kirche, die bereits in den Jahren 2008 und 2009 saniert worden war, zu alter Schönheit verholfen, erklärte Vetter. Mit Dankbarkeit bedachte die agile Geistliche aber auch die vielen Helfer, die das Gotteshaus in den Mittelpunkt ihres Tuns gerückt haben: die Kameraden der Feuerwehr, Sabine und Hartmut Locher, die den Brand entdeckt und den Notruf abgesetzt hatten, die Kirchnerin Simone Winter, die gerettet hat, was zu retten war, Gisela Keller im Pfarramt Kitzscher, die seit Monaten Rechnungen für die Sanierung bucht. Für die eingeschworene Dorfgemeinschaft von Eula war es eine Frage der Ehre, ihre Vakanzpfarrerin mit herzlichen Worten aus der Verantwortung zu entlassen.

Superintendent Matthias Weismann zollte seinen Respekt für das Engagement um die Wiprechtkirche. Mit einem Lächeln stellte er die Frage in den Raum, ob die Kirche auch beim sonntäglichen Gottesdienst so gut besucht sein möge. Für den morgigen Gottesdienst wird das ein frommer Wunsch bleiben. Denn zum Ausklang der seit Dienstag andauernden 925-Jahr-Feier gibt es im Festzelt einen Frühschoppen mit den Lauterbachern. Mit der Konkurrenz durch die Jubiläumsfeier im Dorf wird sich Pfarrer Stephan Bickart auseinandersetzen müssen. Nach Vetter führt er die Gemeinde durch eine weitere Vakanzzeit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.09.2015

Birgit Schöppenthau

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