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Brandstiftung im Freibad Böhlen: Feuer zerstört Wirtschaftsgebäude

Katastrophe Brandstiftung im Freibad Böhlen: Feuer zerstört Wirtschaftsgebäude

Die Hoffnung auf einen versöhnlichen Saisonabschluss für das Freibad Böhlen ist brutal zerstört worden. Ein Feuer hat in der Nacht zum Sonntag das Wirtschaftsgebäude arg in Mitleidenschaft gezogen, sodass die Freizeiteinrichtung geschlossen werden musste. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Hier haben Unbekannte Feuer gelegt: Die Flammen sind vom Abfallcontainer, von dem nur noch zerschmolzene Reste übrig sind, aufs Wirtschaftsgebäude übergesprungen. An den Flecken auf dem Dach ist das Blech durchgeglüht.

Quelle: Olaf Krenz

Böhlen. Die Hoffnung auf einen versöhnlichen Saisonabschluss für das Freibad Böhlen ist brutal zerstört worden. Ein Feuer hat in der Nacht zum Sonntag das Wirtschaftsgebäude arg in Mitleidenschaft gezogen, sodass die Freizeiteinrichtung geschlossen werden musste und vorerst auch nicht wieder öffnet. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Statt mit den jetzt angekündigten wärmeren Tagen die Bilanz dieses missglückten Sommers etwas aufhübschen zu können, müssen Eigentümerin Stadt Böhlen und Betreiber Dirk Wagner mit einem enormen Sachschaden kämpfen. Ziel ist es, zu Beginn der neuen Saison wieder zu öffnen, hat Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) am Montag gesagt.

Dirk Wagner ist auch am zweiten Tag nach dem Brand noch fassungslos. „Das ist eine Katastrophe. Das war bisher schon das schlechteste Jahr, wir hatten noch nie so wenig Besucher. Und jetzt auch noch das.“ Der Schaden sei noch gar nicht vollständig zu überblicken, aber schon jetzt immens, so der 43-Jährige, der das Bad in der achten Saison leitet. „Es fehlen einem die Worte. Wer macht so was? Was haben die Leute davon? Das kann, das muss man nicht verstehen.“ Für drei Festangestellte und einige Minijobber fehlen nun die dringend benötigten Eintrittsgelder der nächsten Tage. Dem überaus größten Teil des Areals ist nichts passiert, Wasserbereich und Liegewiesen laden eigentlich zum Besuch ein. „Doch ohne Toiletten und Umkleiden darf ich nicht öffnen. Das lässt das Hygieneamt nicht zu.“

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Ein Feuer hat in der Nacht zum Sonntag das Wirtschaftsgebäude des Freibades in Böhlen arg in Mitleidenschaft gezogen. Die Freizeiteinrichtung musste geschlossen werden. „Ohne Toiletten und Umkleiden darf ich nicht öffnen“,sagt der niedergeschlagene Betreiber Dirk Wagner. Statt mit den angekündigten wärmeren Tagen die Bilanz des missglückten Sommers etwas aufhübschen zu können, müssen er und Eigentümerin Stadt Böhlen mit einem enormen Sachschaden kämpfen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

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Die Tatzeit kann ziemlich genau eingegrenzt werden. Ein Security-Mitarbeiter hatte Sonnabendnacht gerade noch seine Runde am Freibad gedreht, ehe er von der nahe Wohnung aus dort Flammen sah. Er rief 23.20 Uhr die Feuerwehr. Wegen des kurzen Anfahrtswegs vom benachbarten Gerätehaus waren die Kameraden schnell vor Ort und das Feuer bereits 23.39 Uhr gelöscht. Neun Böhlener und vier Großdeubener Kameraden waren im Einsatz. Nach dem Löschen unter Atemschutz suchten sie mit der Wärmebildkamera nach Glutnestern. Das Haus wurde belüftet, um den Qualm weitgehend zu vertreiben. „Wir haben trotz der Rußschäden noch Glück gehabt, dass sich das Feuer nicht im Gebäude ausbreiten konnte“, schätzt Einsatzleiter Matthias Kannecht ein. Dennoch reichte die kurze Zeitspanne für eine große Verwüstung aus.

Offensichtlich war ein schwarzer Ab­fallcontainer am hinteren Ende des Ge­bäudes angezündet worden, von dort sprangen Funken und Flammen aufs Haus über. Balken der Dachkonstruktion sind verkohlt, das Dachblech ist an mehreren Stellen durchgeglüht. Im Inneren hat die Hitze Lampen und Umkleidespinde schmelzen sowie Leitungen schmoren lassen. Ruß, der sich teilweise mit dem Löschwasser zu einer Schmiere verbunden hat, bedeckt nicht nur die Fassade neben den Containern, er ist auch im Gebäude überall zu finden, auf Wänden, Böden, Möbeln. Die Umkleideräume und Sanitärbereiche sind schwarz. Unter dem Dach und den Zwischendecken zog der Ruß in alle Räume. Selbst das Büro, der Schwimmmeisterraum und der Kassenraum im vorderen Gebäudeteil sind betroffen. Sogar an der den Containern gegenüberliegenden, am weitesten entfernten Hausecke sind Fassadenteile von ihm geschwärzt.

„Das ist der Supergau, alles ist ruiniert“, sagt Wagner, der in dieser Saison bereits zwei Einbrüche verkraften musste. „Der Aufwand wird gigantisch.“ Da gehe es nicht nur ums Reinigen und Malern, es werde wohl auch mindestens eine Gebäudeteilsanierung fällig. Zudem müssen sicherlich neue Geräte und Maschinen angeschafft werden, die zur Bewirtschaftung des Geländes mit den großen Rasenflächen, den Pflanzen, aber auch des Wasserbeckens nötig sind. „Vielleicht kann ich ja noch was retten und wiederherstellen lassen“, so Wagner.

Bürgermeister Berndt sah sich das Dilemma am Sonntag an. „Wir mussten das Bad schließen, weil das Gebäude stark feuergeschädigt und total verrußt ist. Das ist gesundheitsgefährdend“, erklärt er. Unklar ist, ob Einsturzgefahr besteht. Dach, Unterkonstruktion, Glasbausteinwand und Türen müssen sicherlich erneuert werden. Die Höhe des Schadens will er nicht schätzen, „aber es wird schon ein größeres Sümmchen“. Wobei er davon ausgeht, dass die Versicherung zahlt. Ein erstes Gespräch gab es am Montag. „Zwei bis drei Tage soll es dauern, bis der Gutachter kommt.“ Wenn der fertig ist, werde dann sicherlich ein Betrag genannt werden können.

Ebenfalls am Sonntag waren Kriminalpolizei und Brandursachenermittler vor Ort. „Nach den bisherigen Erkenntnissen war das Brandstiftung“, heißt es aus der Polizeidirektion Leipzig. Details haben die Experten jedoch noch nicht mitgeteilt.

Bad-Betreiber Dirk Wagner will langsam ans Aufräumen gehen, wenn ihn die Versicherung lässt. „Zudem werden wir vorzeitig mit der Winterfestmachung beginnen, zunächst das Wasser ablassen wie sonst auch“, sagt er, total geknickt. „Meine große Hoffnung ist, dass wir mit dem Bad am 15. Mai 2018 in die neue Saison starten können, quasi planmäßig.“

Von Olaf Krenz

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