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Borna Brandstiftung in Borna: Staatsanwalt ermittelt
Region Borna Brandstiftung in Borna: Staatsanwalt ermittelt
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17:27 27.09.2018
In diesem Wohnblock An der Wyhra hat es gebrannt. Inzwischen konnten alle Mieter wieder zurück kehren. Quelle: Claudia Carell
Borna

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Bornaer Wohnhausbrand gegen den mutmaßlichen Täter wegen Brandstiftung. Das sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am Donnerstag auf LVZ-Anfrage. Es gebe jedoch keinen Haftbefehl. Damit sei der 24-Jährige, der im Mehrfamilienhaus An der Wyhra das Feuer gelegt haben soll, nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie auf freiem Fuß. Er müsse später zu den Vorladungen der Ermittlungsbehörde erscheinen.

Täter hatte schon Ex-Freundin attackiert

Die Polizei geht davon aus, dass der Mann am Dienstagabend im Treppenhaus Kleidungsstücke verteilt und mutwillig angezündet hat. Wegen des Feuers und dichten Qualms konnten sieben Bewohner das Haus nicht verlassen und mussten von der Feuerwehr mit der Drehleiter gerettet werden. Drei Mieter wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in die Klinik gebracht. 26 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Der junge Täter war für die Beamten kein Unbekannter. Nur wenige Stunden zuvor löste er zwei Polizeieinsätze aus. Erst attackierte er seine Ex-Freundin, die in dem Haus An der Wyhra wohnt. Später randalierte er im Gebäude, offenbar unter Rauschmitteleinfluss, wie Voigt mitteilte.

Erheblicher Widerstand bei der Verhaftung

Beim Brand vor Ort nahmen ihn die Beamten dann vorläufig fest. Dabei leistete der Mann erheblichen Widerstand. Er wurde in eine Psychiatrie eingeliefert. Wie lange er dort bleibt, sei derzeit nicht bekannt, so der Polizeisprecher. Auch nicht wo er dann wohnen wird. Im Haus An der Wyhra habe seine ehemalige Freundin ihren festen Wohnsitz.

Wenn Patienten aus dem Krankenhaus entlassen werden und keine eigene Wohnung haben, wird normalerweise das Ordnungsamt des letzten Wohnsitzes kontaktiert. Das war auf LVZ-Anfrage beim Sozialdienst der Sana-Klinik in Borna zu erfahren. Das Amt stelle dann eine Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung, zum Beispiel eine Obdachlosenunterkunft.

Mieter zurück in den Wohnungen

„Alle Mieter sind in ihre Wohnungen zurück gekehrt“, sagte Vermieter Jan Czinkewitz, Geschäftsführer der BWS Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft mbH. Sein Unternehmen habe fast alle Wohnungen – ein Bewohner sei derzeit nicht da – besichtigt. Sie seien durch Feuer und Rauch nicht beschädigt, so Czinkewitz. Das Treppenhaus dagegen ist stark beschädigt. Drei Mitarbeiter der Firma Mibag aus Markranstädt, die sich auf Brand- und Wasserschäden spezialisiert hat, arbeiteten am Donnerstag zum Teil mit Mundschutz im Haus.

Treppenhaus muss saniert werden

„Wir entfernen mit einem Spezialsauger den Ruß und reinigen erst mal grob“, sagte Barbara Kietz von Mibag. „Hier haben wir noch eine Weile zu tun.“ Nach der Feinreinigung soll das Treppenhaus dann saniert werden. Die meisten Fenster des Gebäudes waren geöffnet – um zu lüften. Denn noch immer wirbelten im Eingangsbereich, wo das Feuer entstand, Rußpartikel durch die Luft und es stank.

Von Claudia Carell

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