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Borna Braucht Borna ein weiteres Hotel?
Region Borna Braucht Borna ein weiteres Hotel?
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10:50 23.05.2018
Blick auf das Bornaer Hotel „Drei Rosen“. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Noch ein Hotel in Borna? Eine schöne Vorstellung, weil sie auch Ausdruck steigenden Übernachtungsbedarfs wäre. Den hatten kürzlich Martin Jonas, seines Zeichens Geschäftsführer der Sana-Kliniken Leipziger Land, und Regina Heize, die Geschäftsstellenleiterin des Tourismusvereins „Borna und Kohrener Land“ in Borna, ausgemacht. Bloß nicht, sagt Thomas Lungwitz. Der Mann, der mit seinem Bruder Karsten das Hotel „Drei Rosen“ in der Bahnhofstraße betreibt, ist Praktiker.

Volle Auslastung nur an zehn Tagen im Jahr

„Wir sind zehn Tage im Jahr voll ausgelastet“, sagt Thomas Lungwitz. Selbst am zweiten Mai-Wochenende, als in Borna die Jahresversammlung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz stattfand, sei das Haus mit seinen 18 Zimmern nur an einem Tag vollständig belegt gewesen und die anderen Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt und im Umland auch.

„Jedem sollte klar sein, dass ein weiteres Hotel bei einer durchschnittlichen Auslastung von 30 Prozent Blödsinn wäre“, so der Gastwirt mit Blick auf durchschnittliche Auslastung von Beherbergungsbetrieben in Sachsen von eben 30 Prozent. Weil das im Umkehrschluss eben auch bedeutet, „dass wir Kapazitäten von 70 Prozent haben“.

Braucht Borna ein weiteres Hotel?

Borna könnte durchaus noch eine weitere Beherbergungsmöglichkeit vertragen, findet Regina Heinze, Geschäftsstellenleiterin des Tourismusvereins „Borna und Kohrener Land“. Bloß nicht, sagt Thomas Lungwitz, der mit seinem Bruder Karsten das einzige Hotel in der Stadt betreibt. Was sagen Sie?

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Keine Touristen in Größenordnungen

Borna sei keine Stadt, die Touristen in Größenordnungen anlocke. „ Wir kriegen auch keinen Tag der Sachsen“, so Thomas Lungwitz, und selbst wenn die Stadt dereinst vielleicht doch einmal den Zuschlag für das größte Spektakel im Freistaat erhalten würde, „wäre das ein Mal“. Und damit selbstredend keine Basis für ein zweites (Gast-)Haus am Platz, ist Thomas Lungwitz überzeugt.

Vor allem Geschäftsleute übernachten

Im „Drei Rosen“ übernachten vornehmlich Geschäftsleute. Etwa Leute, die im Kraftwerk Lippendorf zu tun haben oder im Landratsamt oder die Fahrzeuge aus örtlichen Autohäusern abholen. Selbstverständlich kommen auch Gäste, die wegen einer Familienfeier nach Borna reisen. Insgesamt können 28 Gäste ihr müdes Haupt in dem Hotel betten, das Anfang der 90er-Jahre seine heutige Ausstattung bekam und 1963 von Waltraud und Rudolf Lungwitz in Betrieb genommen wurde.

Borna profitiert nicht mehr von Leipziger Veranstaltungen

Längst sind auch die Zeiten vorbei, in denen das Bornaer Hotel von Großveranstaltungen in Leipzig profitieren konnte. „Die letzte war die Games Convention“, sagt Thomas Lungwitz. Die fand allerdings letztmals vor zehn Jahren im Leipziger Norden statt, bevor sie nach Köln weiterzog. Von der Buchmesse, alljährlich ein verlängertes Wochenende lang ein Besuchermagnet, „haben wir nichts“. Mittlerweile gibt es in Leipzig ausreichend Übernachtungskapazitäten.

Dass es schwer ist, ein Hotel einträglich als solches zu betreiben, wird nach Überzeugung des Bornaer Hoteliers auch in Rötha und Böhlen deutlich. Die dortigen Beherbergungseinrichtungen, die sich immerhin auch als Hotel bezeichnen, nutzten in der Hoch-Zeit des Asylbewerberzustroms den großen Bedarf an Unterkünften und wurden zu Flüchtlingsunterkünften. Denn damit, so Thomas Lungwitz, „lässt sich mehr Geld verdienen“.

Lungwitz: Selbstausbeutung gehört dazu

Vielleicht auch leichter. In jedem Fall gehöre ein gerüttelt Maß an Selbstausbeutung dazu, ein Hotel so zu führen, wie es der Gast heutzutage ganz einfach erwartet. „Früh um fünf muss das Frühstück vorbereitet werden.“ Und der letzte Gast hat sein Bier womöglich erst zwei Stunden nach Mitternacht ausgetrunken.

Von Nikos Natsidis

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