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Borna Braunkohle entlang der Mulde in Colditz, Grimma und Wurzen
Region Borna Braunkohle entlang der Mulde in Colditz, Grimma und Wurzen
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10:01 29.08.2018
Quelle: privat
Grimma

Am Sonntag lädt das Kreismuseum Grimma zu einer Buchpräsentation ein. Horst Galle stellt ab 15 Uhr sein jüngst im Sax-Verlag erschienenes Buch „Historischer Braunkohlenbergbau entlang der Mulde um Colditz, Grimma und Wurzen“ vor. In dem Zusammenhang erinnert das Museum, dass es alte Fotos, Zeichnungen oder sonstige Unterlagen, die mit dem Braunkohlenbergbau im Muldental in Zusammenhang stehen, sucht. Wer etwas beitragen kann, soll sich unter Telefon 03437/911132 melden.

Kleinvorkommen in unzähligen Gruben

Bevor im vorigen Jahrhundert die Tagebaue des Leipzig-Bornaer Reviers die Braunkohle im industriellen Großbetrieb zu fördern vermochten, waren es die Kleinvorkommen an der Mulde zwischen Colditz und Wurzen, die bis um 1900 an der Spitze der Kohleförderung in unserem Raum standen. In einem Dutzend voneinander getrennter Becken wurde das braune Gold im höchst aufwendigen Bergbau unzähliger Gruben gewonnen, die im Buch von Horst Galle erstmals einen geschlossenen Überblick erfahren. Lage in den Ortsfluren, Betriebsdauer, Besitzverhältnisse, Fördermengen und Personal der einzelnen Gruben werden nach archivalischer Überlieferung ebenso erfasst wie Grubenunglücke und sonstige Betriebsereignisse, teilt das Kreismuseum dazu mit. Alle ermittelbaren Namen wurden notiert, ob Grubeneigner, Steiger oder verunglückte Bergleute. Interessant sind die Forschungsergebnisse sicher nicht nur für Nachfahren, sondern auch für Heimatfreunde sowie Ortschronisten in einst betroffenen Dörfern. Die Darstellung reicht vom ersten Nachweis geförderter Braunkohle in der Senke zu Commichau 1697 bis zur „Nothilfegrube“ auf den Polenzer Dammwiesen nach dem Leipziger Katastrophenwinter 1946/47.

Autor ist Geologe

Der Autor Horst Galle wurde am 3. Mai 1937 in Grimma geboren. Er besuchte von 1943 bis 1951 die Schule in Grimma, anschließend machte er seine Berufsausbildung als Feinmechaniker mit Facharbeiterabschluss, danach bis 1957 sein Abitur an der Arbeiter- und Bauernfakultät der Universität Leipzig. Danach absolvierte er ein Studium der Geologie an der Martin-Luther-Universität Halle. Im Dezember 1962 begann er seine Berufstätigkeit beim VEB Geophysik im Außendienst bei einem reflexionsseismischen Messtrupp auf Rügen. 1971 promoviert er an der Universität Leipzig. Von 1970 bis 1990 arbeitete Galle als Gebietsgeologe und Sachgebietsleiter im Stabsbereich Chefgeophysik, später als Chefgeologe in den Erkundungsgebieten Präzechstein, dann Zechstein und zuletzt Braunkohle.

Zum Thema Braunkohle forscht Horst Galle seit Jahrzehnten. Mit seinem Eintritt in die Rente 1997 war die Zeit für intensivere Forschungen zum Abbau in der Muldentalregion gegeben, so dass heute ein fulminanter Band zu diesem Thema präsentiert werden kann.

Horst Galle: Historischer Braunkohlebergbau, erschienen im Sax-Verlag. Diese Buch wird am Sonntag, 15 Uhr, im Kreismuseum Grimma vorgestellt.

Von LVZ

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