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Brennendes Problem in Wiederau: Löschwasser hat zu wenig Druck

Dauerbrenner Brennendes Problem in Wiederau: Löschwasser hat zu wenig Druck

Die Feuerwehr in Wiederau beschäftigt ein Thema als Dauerbrenner: die schlechte Löschwasserversorgung im Ort. „Bei unseren beiden Großbränden im vergangenen Jahr haben wir es wieder live miterlebt“, erinnerte der langjährige Wehrleiter Walter Hagelstein an die Einsätze am Schloss und am Sender Wiederau.

Die Scheune eines Fachwerkhauses in Wiederau brennt im März 2015 vollständig nieder. Ein Ausbreiten der Flammen im Wohngebäude kann verhindert werden. Glücklicherweise kann die Feuerwehr auf gut gefüllte Gräben zur Wasserversorgung zurückgreifen, sonst hätte es Probleme mit dem Löschwasser gegeben.

Quelle: Ronny Wiesner

Pegau/Wiederau. Die Feuerwehr in Wiederau beschäftigt ein Thema als Dauerbrenner: die schlechte Löschwasserversorgung im Ort. „Bei unseren beiden Großbränden im vergangenen Jahr haben wir es wieder live miterlebt“, erinnerte der langjährige Wehrleiter Walter Hagelstein an die Einsätze am Schloss und am Sender Wiederau. Hier musste das Tanklöschfahrzeug sogar nach Schkorlopp ausweichen, um den Tank zu füllen.

An den Hydranten sei der Druck oft zu gering, als dass dort ausreichend Wasser gezapft werden könne. „Die Verantwortlichen sollten sich dringend mal Gedanken machen, wie wir das Problem in den Griff bekommen“, mahnte er zur jüngsten Jahreshauptversammlung an, denn Sache der Feuerwehr sei die Löschwasserversorgung nicht.

Schützenhilfe bekam Walter Hagelstein von Ortsvorsteher Michael Buth. Seinen Worten zufolge, sind die Wasserleitungen in Wiederau Anfang der 1970er Jahre gebaut worden und entsprechend verschlissen. „Wenn man dort eine Pumpe anschließt, zieht es den Leuten die Wasserhähne aus den Waschbecken“ meinte er salopp. „Wir sollten das Thema ernsthaft angehen. Am Geld darf eine solche wichtige Entscheidung nicht scheitern.“

Nach Auskünften von Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) stehe das Thema Löschwasserversorgung „dringend auf dem Plan. In Werben wollten wir einen Brunnen bohren, aber das ist uns leider nicht gelungen.“ Daraufhin wurde dort eine Löschwasserzisterne errichtet und in diesem Jahr sollen weitere fünf Zisternen in den Ortsteilen folgen. Zugleich erwähnte er die neue Löschhilfevereinbarung mit der Stadt Groitzsch, „weil es immer wieder Probleme mit den Atemschutzgeräteträgern gab.“ Hier wollen sich die Wehren beider Städte bei Bedarf unterstützen, so Rösel.

Ein Thema sei früher oder später auch die gemeinsame Drehleiter mit Zwenkau, Groitzsch und Neukieritzsch, die mittlerweile seit 20 Jahren im Dienst ist. Eine neue Drehleiter koste annähernd 750 000 Euro, rechnete der Bürgermeister vor, „und selbst wenn wir dafür eine Förderung um die 400 000 Euro bekommen würden, bliebe noch ein gewaltiger Eigenanteil für die Kommunen übrig. Aber irgendwann müssen wir uns dieser Frage auch stellen.“

Zur Jahreshauptversammlung zog Walter Hagelstein Bilanz über das vergangene Jahr. Insgesamt 18-mal mussten die Wiederauer Kameraden ausrücken – fünfmal zu Bränden, einer technischen Hilfeleistung und elfmal zu überörtlichen Einsätzen. Dazu kommt ein Fehlalarm.

Der Ortsfeuerwehr gehören aktuell 118 Mitglieder an: zwölf aktive Kameraden und davon acht Atemschutzgeräteträger, neun Kinder und Jugendliche, zwölf Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung sowie 85 Fördermitglieder. Im vergangenen Jahr haben sie zusammen 1424 Stunden Freizeit investiert und verschiedene Lehrgänge, Aus- und Weiterbildung, Übungen und Dienste absolviert.

Große Verdienste habe die Feuerwehr im kulturellen Leben des Ortsteils. So organisiere sie das Neujahrs- und Osterfeuer, das Maibaumsetzen mit Tag der offenen Tür sowie das Dorf- und Kinderfest mit den Spaßwettkämpfen. Jugendwart Daniel Meyer erinnerte noch an das erste Zeltlager in den Sommerferien, das Bowlingturnier und die gemeinsamen Dienste. „Was einmal so gut klappt, ziehen wir weiter durch“, sagte er.

Von Kathrin Haase

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