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Borna Brücke zwischen Pegau und Groitzsch wird endlich saniert
Region Borna Brücke zwischen Pegau und Groitzsch wird endlich saniert
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19:10 13.10.2016
Entweder voll gesperrt oder mit zehn Stundenkilometern passierbar – dies war lange ein Ärgernis. Jetzt wird die Bogenbrücke saniert. Quelle: LVZ-Archiv
Pegau/Groitzsch

Nach jahrelanger Diskussion war in dieser Woche Baustart für die so genannte Flutbrücke auf der kleinen Verbindungsstraße zwischen Pegau und Groitzsch. Pegaus Bauamtsleiter Gunther Grothe hat in seiner Stadt schon viele Bauaktionen betreut, darunter komplizierte und langwierige – aber der Aufwand für die hundert Jahre alte Bogenbrücke fällt dennoch aus dem Rahmen. Seit gefühlten Ewigkeiten ist das Bauwerk so stark beschädigt, dass von Zeit zu Zeit die gesamte Straße gesperrt werden musste, dann wieder war sie mit vorgeschriebener Schrittgeschwindigkeit auf der betroffenen Brücke passierbar. Beide Städte investierten Geld in notwendige Reparaturen, doch eine Komplettsanierung kam bis jetzt nicht in Frage. 1,3 Millionen Euro würde dies kosten. Die Summe passte in Zeiten klammer kommunaler Kassen in keinen Haushaltsentwurf.

Immer wieder gab es Bemühungen, die jedoch zu keinem Ergebnis führten. Lange dauerten die Diskussionen mit dem Denkmalschutz, da die Kommune einen Neubau der Sanierung vorzog. Dann gab es die Idee, um die Brücke herum eine kleine Umgehungsstraße zu bauen. Das wiederum gestaltete sich schwierig, weil das Areal im Naturschutzgebiet liegt. Es wurden viele Anträge geschrieben und viele Dinge geprüft. Das aufwendige Verfahren war ziemlich weit gediehen, auch eine Förderung für das 200 000-Euro-Projekt in Sichtweite.

Doch dann kam das heftige Hochwasser 2013, das besonders in der Stadt Pegau riesige Schäden verursachte. Die Folge war ein Bau-Marathon mit rund 40 Vorhaben dank des sächsischen Hochwasser-Fördertopfes. Dazu zählt auch die Flutbrücke, die samt Straße in der Aue liegt, regelmäßig überflutet wird und vom Hochwasser 2013 stark betroffen war. Pegau gelang es, dass die veranschlagten 1,3 Millionen Euro zu hundert Prozent gefördert werden.

Die Feinplanungen dauerten nochmals Monate. Man entschied sich gegen eine neue Brücke, das denkmalgeschützte Bauwerk wird nun saniert. Eigentlich sollte es schon Ende September losgehen, der Start hat sich jedoch um zwei Wochen verschoben. „Wir müssen fast ein Jahr Bauzeit einplanen“, sagte der Pegauer Amtsleiter Grothe. Veranschlagt sind aktuell rund eine Million Euro. Bei solch einer historischen Brücke könne es jedoch noch „Überraschungen“ geben, mit 300 000 Euro mehr in Plan sollte man jedoch gut auskommen.

Wenn das Geld nicht gebraucht wird, geht es der Stadt nicht verloren und könnte in die verbleibenden zwei Hochwasser-Projekte fließen. Das ist zum einen eine Brücke im Ortsteil Weideroda, für die noch dieses Jahr die Ausschreibung starten soll. Zum zweiten geht es um das Stadtbad, ebenfalls ein langfristiges Bauprojekt der Kommune, wofür noch Geld gebraucht wird. Ein wichtiger Termin für die Finanzierung findet am Montag statt.

Von Claudia Carell

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