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Brückenbauer hinterlassen Spurenvon Espenhain bis Bayern

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Arlts sind Brückenbauer: Das Frankenhainer Unternehmen mit 130 Mitarbeitern hat sich auf Bauwerke für und über Fernstraße spezialisiert. Der Neubau der Autobahn 72 bescherte eine Menge Aufträge.

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In Espenhain sind Mitarbeiter der Firma Arlt nach Erneuerung der Brücke über die Werkbahn nun bei Arbeiten an der Staatsstraße in Richtung Störmthal.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Frankenhain. Doch zurzeit sind die Bauleute eher außerhalb des Freistaates gefragt. "In Sachsen ist es gerade ein bisschen ruhig geworden", sagt Geschäftsführerin Kerstin Arlt. Was mitnichten bedeute, man hätte nicht genügend Arbeit; doch die liege deutlich weiter entfernt als in den vergangenen Jahren. Die weiteren Wege erforderten ein größeren logistischen Aufwand, "und auch für die Mitarbeiter ist es nicht immer schön, auf Montage zu sein".

"Wir haben am Bau der A 72 gut partizipiert", sagt Arlt, verweist nicht nur auf ingenieurtechnische Glanzstücke wie die 710 Meter lange Brücke über die Mulde nördlich von Penig und ihr kleines Pendant nahe der Lochmühle. Auch für den Abschnitt von Borna nach Rötha habe man zwei Brücken errichtet. Vor Kurzem kam der Zuschlag für jene Brücke, über die östlich von Rötha der Verkehr zur Anschlussstelle rollen wird. Dass man darüber hinaus durchaus Ambitionen für weitere Brücken hege, macht die Geschäftsführerin deutlich: "Wir hoffen deshalb, dass in Sachsen wieder verstärkt ausgeschrieben wird."

Die Frankenhainer haben in den vergangenen fünf Jahren verstärkt Bayern als Bau-Platz für sich entdeckt. So entsteht aktuell in Nordbayern im Zuge der Autobahn 7 eine Brücke im Taktschiebeverfahren. Die 344 Meter lange Überquerung ersetzt eine in die Jahre gekommene Brücke. Ersatzneubauten dieser Art gerade in den alten Bundesländern versprächen ein wachsendes Betätigungsfeld: "Da ist der Nachholebedarf durchaus erheblich." Anders als im Osten, wo im Vierteljahrhundert seit der Wende erheblich in die Verkehrswege investiert worden sei.

Nicht so weit entfernt wie Bayern sind Baustellen nahe Gräfenhainichen, wo im Zuge der B 100 eine neue Brücke entsteht, und die Ortsumgehung von Kirchberg bei Zwickau, wo das Unternehmen für fünf Brücken verantwortlich zeichnete. Im Südraum ist man in Espenhain nach der Erneuerung einer Brücke über die Werkbahn mit dem dazugehörenden Straßenbau befasst. Bis voraussichtlich Ende Mai ist deshalb die Staatsstraße Richtung Störmthal voll gesperrt. Am Mühlgraben in Elstertrebnitz baut die Firma für die Landestalsperrenverwaltung eine Messstrecke auf. Im Grunde abgeschlossen ist der viele Monate währende Umbau der Kreuzung am Wernsdorfer Zeisig, über die der Zubringer zur A72-Anschlussstelle Penig verläuft.

"Weil wenig Arbeit am Markt ist, beteiligen sich mehr Unternehmen als sonst an Ausschreibungen", sagt Kerstin Arlt. Kostendruck sei die logische Folge, vor allem beim Tiefbau. Doch wirklich problematisch sei das für das 1992 gegründete Unternehmen nicht.

Schwerwiegender und vor allem ärgerlich sei jener Aufwand, der seit der Einführung des Mindestlohnes betrieben werden müsse: die vom Gesetzgeber geforderte Dokumentationspflicht über die detaillierte Arbeits- und Pausenzeit jedes einzelnen Mitarbeiters. Ein Ärgernis, das man mit vielen Firmen teile, ganz unabhängig davon, ob man seit jeher schon mehr als den Mindestlohn zahle oder nicht: "Viele hatten das gar nicht so richtig auf dem Schirm. Doch es bedeutet einen sehr hohen Aufwand für uns."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2015
Ekkehard Schulreich

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