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Bündnis heißt Asylbewerber willkommen

Bündnis heißt Asylbewerber willkommen

Morgen Abend soll die Bürgerinitiative "Willkommen in Borna" gegründet werde. Ziel des Bündnisses ist die Verbesserung der Situation der Asylbewerber, die seit einer Woche in der ehemaligen Berufsschule am Königsplatz untergebracht sind.

Borna. Zu den Initiatoren der Bürgerinitiative gehört auch der Geschäftsführer der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS), Sören Uhle.

Zu den potenziellen Gründungsvätern- und müttern gehören neben Uhle auch Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), Superintendent Matthias Weismann und die Vorsitzende des Vereins Bon Courage, Sandra Münch. Morgen soll es 18.30 Uhr im kirchlichen Ladencafé Offenkundig in der Roßmarktschen Straße ein erstes Treffen geben, bei dem es der Einladung zufolge auch darum geht, was "gegen die Instrumentalisierung" des Themas "durch rechte Gruppierungen" unternommen werde könne. In der Einladung heißt es weiter, "rechte Gruppierungen versuchen die Ängste und Befürchtungen" von Bürgern zu instrumentalisieren. Eingeladen sind der DGB-Kreisverband und die Bornaer Kirchgemeinden, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und das Kinder- und Jugendparlament, aber auch die Vorsitzenden der vier Stadtratsfraktionen.

Die Zusammenkunft dient einem Anliegen, das BWS-Chef Uhle ausdrücklich unterstützt. Es gehe um eine "Willkommenskultur", mit der Asylbewerbern ebenso wie anderen Neuankömmlingen in Borna gegenübergetreten werden soll. Dabei stünden nicht nur Flüchtlinge im Interesse. Für Uhle, seit anderthalb Jahren Chef des größten Bornaer Wohnungsunternehmens, hat die Stadt Borna dabei "eine gewissen Nachholebedarf". Jetzt gehe es darum, Ressentiments und Vorurteilen entgegenzutreten. Dabei wolle er keineswegs Probleme, wie es sie in den letzten Tagen in der ehemaligen Berufsschule mit zwei Tunesiern gab (die LVZ berichtete) unter den Teppich kehren. Völlig falsch sei es aber, wenn so etwas pauschalisiert werde.

Wie konkret die "Willkommenskultur" aussehen kann, sei noch unklar, sagt Uhle. Ob es am Ende vielleicht zu einem gemeinsamen Kochen und Essen kommt, weiß er nicht. Und natürlich gebe es Sprachprobleme im Umgang mit den Asylbewerbern.

Uhle betont, dass sein Engagement für die Asylbewerber keineswegs primär damit zu tun hat, dass die BWS bereits vor dem Kreistagsbeschluss zur generellen dezentralen Unterbringung von Asylbewerbern im Landkreis 18 Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt hat und womöglich in Zukunft weiter Wohnungen auf diese Weise füllen kan. Auch, wenn das Unternehmen, das derzeit etwa 2100 Mietverhältnisse und 500 leerstehende Wohnungen hat, logischerweise nicht außer Acht lassen kann, wie es seine Wohnungsleerstand verringern kann. Die vielleicht zunehmende Vermietung von Wohnungen an Asylbewerber habe aber ohnehin die Folge, dass die Bemühungen um die Integration der neuen Mitbewohner verbessert werden müsste. Und genau darum, so Uhle, solle es morgen im Café Offenkundig gehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.12.2013
Nikos Natsidis

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