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Bürger haben Qual der Wahl zwischenBöhlens Bürgermeister-Bewerbern

Bürger haben Qual der Wahl zwischenBöhlens Bürgermeister-Bewerbern

Knappe vier Wochen sind es noch bis zu der Bürgermeisterwahl in Böhlen. Gestern hatten die drei Kandidaten bei einem Wahlforum im Seniorenzentrum in der Clara-Zetkin-Straße Gelegenheit, Rede und Antwort zu ihren Vorhaben zu stehen.

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Forum mit den drei Bürgermeisterkandidaten gestern in Böhlen: Peter Kratz (CDU, li.), Roswitha Brunzlaff (Die Linke, 2.v.r.) und Dietmar Berndt (parteilos, re.) stehen Moderatorin Bärbel Kühnler Rede und Antwort.

Quelle: Julia Tonne

Böhlen. Wer allerdings große Unterschiede erwartete zwischen den Kandidaten - Peter Kratz (54, CDU), Roswitha Brunzlaff (56, Die Linke) und Dietmar Berndt (53, parteilos, von der SPD nominiert) - , der wurde enttäuscht.

 

 

"Alle drei unterscheiden sich nicht allzu sehr voneinander hinsichtlich dessen, was sie für Böhlen wollen", erklärte die Moderatorin Bärbel Kühnler zum Abschluss des zweistündigen Forums. Dem voraus gingen Fragen nach möglichen Zusammenschlüssen der Stadt mit anderen Kommunen, nach einer Privatisierung des Kulturhauses, der wirtschaftlichen Entwicklung und nach Möglichkeiten, wieder mehr Bewohner nach Böhlen zu holen.

Schon zur ersten Frage Kühnlers, wie die Kandidaten zu kommunalen Hochzeiten stehen, gab es keine nennenswerten Unterschiede. "Mittelfristig haben wir in dieser Hinsicht keinen Druck, uns mit anderen Gemeinden oder Städten zusammenschließen zu müssen", erklärte Brunzlaff, die derzeit als Vertriebsmanagerin unterwegs ist. Das könne sich allerdings in fünf bis zehn Jahren ändern. Auch Kratz, Fahrdienstleiter bei der Bahn, will die Stadt eigenständig sehen, so lange es geht und solange "es keinen Druck aus Dresden gibt". Und Berndt, bisheriger Geschäftsführer der Kulturbetriebs GmbH, verwies auf die jetzt schon teilweise gut funktionierende Zusammenarbeit. "Und wenn Zusammenschlüsse notwendig werden sollten, bin ich für alles offen - egal, ob es dann um Zwenkau, Neukieritzsch oder Rötha geht".

 

 

Wie die drei nach der erfolgreichen Wahl mit dem Kulturhaus und mit dem Leipziger Symphonieorchester (LSO) umgehen würden, war eine weitere Frage der Moderatorin. Und auch hier wurde deutlich, dass Brunzlaff, Kratz und Bernd beides auf jeden Fall weiter unterstützen und fördern wollen, um es zu erhalten. "Andere Kommunen bekommen Seen, wir sind hingegen ein kulturelles Zentrum der Region", betonte Berndt. Umso wichtiger sei es, dass "sich auch andere Städte und Gemeinden finanziell am Kulturhaus als Sitz des LSO beteiligen", forderte der Kulturbetriebs-Geschäftsführer. Ein solches Vorgehen ist auch für Brunzlaff nicht undenkbar. "Wir müssen zum einen beim Kulturraum für eine großzügige Unterstützung kämpfen, zum anderen aber in der Tat Kommunen der Region an den Kosten beteiligen. Schließlich wird das Haus überregional genutzt." Kratz hingegen ist es wichtig, das Haus wirtschaftlich so gut wie möglich aufzustellen. "Es hängt am seidenen Faden, es darf aber auch nicht an einen Privatunternehmer weitergegeben werden", machte er deutlich.

 

 

Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden ist zudem ein Hauptanliegen, den Mittelstand in der Stadt zu stärken und das Vertrauen der Gewerbetreibenden in die Stadtverwaltung wieder zu gewinnen. Zudem müsse die Stadt aktiver für sich als Gewerbestandort werben. Berndt betonte, dass vor allem auch die Ortsteile Großdeuben und Gaulis in diese Entwicklung mit eingebunden werden müssten. Das gleiche betreffe aber auch das Werben um neue Einwohner für die Kommune. "In Böhlen gibt es nicht mehr viele Varianten für Wohngebiete, insofern müsste in den Ortsteilen das Potenzial voll ausgeschöpft werden, ergänzte Brunzlaff.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2015
Julia Tonne

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