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Bürger in Pegau: „Wir wollen keine Deponie in der Nähe haben“

Umfrage Bürger in Pegau: „Wir wollen keine Deponie in der Nähe haben“

Mehrheitliche Ablehnung der geplanten Deponie Profen-Nord ergab eine kleine LVZ-Umfrage in Pegau. Fast alle Befragten sprachen sich gegen die Pläne aus, im benachbarten Tagebaubereich knapp hinter der Landesgrenze eine Abfalllagerstätte zu errichten.

Viele Pegauer lehnen eine Deponie in der Nähe ab.

Quelle: Jens Paul Taubert

Pegau. Seit reichlich einem Jahr wehrt sich die Stadt Pegau öffentlich gegen die Pläne für die Deponie Profen-Nord. Dabei unterstützt sie Klagen von Umweltverbänden. Ein laut Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) „erster und ganz wichtiger Erfolg“ ist, dass der zuständige Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) den Bau der Abfalllagerstätte, die im ehemaligen Tagebaubereich auf dem Gebiet der Stadt Hohenmölsen knapp hinter der Landesgrenze entstehen soll, vorerst gestoppt hat. Die LVZ fragte am Freitag Passanten in Pegau nach ihrer Meinung zum Thema.

„Wir wollen keine Deponie in der Nähe haben“, sagte Margot Zenker aus Pegau-Nord. „Es gibt schon genug Gift in der Umgebung.“ Früher habe hier die Kohleförderung für Belastungen gesorgt. „Da hatten wir genug Probleme. Und der Staub macht uns ja noch immer zu schaffen“, meinte die Rentnerin zu den Schwaden, die bei bestimmten Wetterlagen vom aktuellen Tagebau Profen herüberziehen.

Gelassener sieht Dietmar Heinichen das Projekt der Firma Mitteldeutsche Um­welt- und Entsorgung GmbH. „Was hier geplant ist, stellt für mich kein Problem dar. Irgendwo muss das Zeug ja hin“, sagte der Weiderodaer. Dass sich die Leute über alles beschweren, begreife er manchmal nicht. Eine gewisse Skepsis schwingt dennoch bei ihm mit: „Ich hoffe, dass alles geregelt zugeht.“

Klare Ablehnung kam von Hans-Peter Kupfer. „Wir halten nichts von den De­ponieplänen. Wir unterstützen die Klage, der Sohn hat dafür Geld gespendet“, sagte der Carsdorfer. Bei normaler Windrichtung würden sicherlich Dreck und Staub zu spüren sein. „Das ist jedenfalls unsere Erfahrung aus der Zeit, als dort noch der Tagebau betrieben wurde.“

Christine Junghans aus dem Ortsteil Eisdorf ist froh, „dass die Umwelt jetzt einigermaßen in Ordnung gekommen ist“. Eine Deponie in solcher Nähe zu Wohngebieten gehe gar nicht.

Er kann dort keine Deponie befürworten, ist für Dieter Buth klar. Das weite sich doch dann alles aus. „Es gibt Lkw-Verkehr in Massen, es kann Probleme mit dem Grundwasser geben“, so der Wiederauer. „Die Deponie soll ja 30 Jahre befüllt werden – und dann? Wer kümmert sich darum?“ Andererseits müsse der Abfall ja irgendwo entsorgt werden, gibt er aber auch zu bedenken.

Evelyn Lochmann hat keine Zweifel: „Die Pläne müssen weg – hier die Deponie und bei uns die Müllverbrennungsanlage, die wieder in Betrieb ge­nommen werden soll.“ Beides ist „einfach schlecht, für uns, die Kinder, die Gärten“, sagte die Mutter aus Lucka. Im dort benachbarten Wintersdorf werde eine Deponie für viele Millionen Euro aufgearbeitet, um sie zum Grundwasser abzudichten. „Dafür werden dann unsere Steuergelder eingesetzt.“

Von Olaf Krenz

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