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Bürger verhandeln mit Mibrag um Lebensbedingungen in Kieritzsch

Bürger verhandeln mit Mibrag um Lebensbedingungen in Kieritzsch

Bei den Verhandlungen mit der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft (Mibrag) um gute Lebensbedingungen am künftigen Tagebaurand sieht sich die Einwohnervertretung Lippendorf/Kieritzsch auf einem guten Weg.

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Kieritzsch wird in wenigen Jahren direkt an den Tagebau grenzen.

Quelle: Guenther Hunger

Kieritzsch. Mit dieser Feststellung reagiert die Einwohnervertretung jetzt auf die Absage des Neukieritzscher Gemeinderates an die von einigen Einwohnern gewollte Umsiedlung des Ortes.

 

 

Der Gemeinderat hatte am 26. Februar mit einem klaren Nein auf eine Unterschriftensammlung von Umsiedlungswilligen Kieritzschern reagiert. Gleichzeitg wurde der Einwohnervertretung Lippendorf/Kieritzsch (ELK) weitere Unterstützung bei ihren Bemühungen um gute Lebensbedingungen in Verhandlung mit der Mibrag zugesagt. Daran knüpft die Einwohnervertretung jetzt an, während der Tagebau Schleenhain mit großen Schritten in das nächste Abbaufeld heranrückt. Bunte Messpunkte zeigen den stetigen Fortgang an, die orangenen Punkte der Jahresscheibe 2015 stehen nahe an Kieritzsch "mit seinem besonderen historischen Wert des Gedenkens an Luther", wie es im Schreiben der Einwohnervertretung heißt.

Die ELK arbeitet seit mehr als einem Jahr gemeinsam mit Vertretern der Mibrag an Lärm- und Staubschutzmaßnahmen, die gesetzlich vorgegeben sind und deren Einhaltung überwacht werden soll. Zusätzlich gehe es der ELK um Maßnahmen, "die über den vorgeschriebenen Rahmen hinausgehen und zur weiteren Vermeidung von Einschnitten in die Lebensqualität der Lippendorfer und Kieritzscher beitragen werden", heißt es. Dazu gehören Vorhaben wie die Aufschüttung eines Schutzwalles an der Abbaugrenze oder die Verlegung des Radweges.

Im Herbst vergangenen Jahres gingen Vertreter der ELK und der Mibrag die Schutzbepflanzungsflächen ab. Die Schutzbepflanzung wird weiter ausgebaut. Um Wildfrass zu verhindern sind bereits neue Pflanzungen mit Zäunen gesichert worden. "Größere Pflanzstrecken werden entstehen, wenn Eigentümer von Grundstücken dem zukünftig zustimmen", hofft die ELK. Auch dazu sein Gespräche im Gange.

Andere Lärmschutzmaßnahmen seien zwischen der ELK und der Mibrag bereits vereinbart. Dazu gehöre die Umhausung der Bandanlagen und die Verwendung geräuschreduzierter Rollen. Im Braunkohlenplan von 2011 wird die Mibrag verpflichtet, Maximalwerte von 45 Dezibel nachts und 60 Dezibel am Tag nicht zu überschreiten. Die Einhaltung der Lärm- aber auch Staubwerte wollen die ELK und die Mibrag gemeinsam mit stationären Messstationen stetig überprüfen. Zum Vergleich führt die ELK an: "45 Dezibel entsprechen den üblichen Geräuschen in einer Wohnung, 50 bis 60 Dezibel dem Geräusch leichten Regens oder dem eines Kühlschranks aus ein Meter Entfernung."

Die Zusammenarbeit mit der Mibrag soll in den nächsten Jahren noch intensiviert werden. Dabei stehen Vorhaben auf dem Plan, die den Lippendorfern und Kieritzschern den nahen Tagebau erträglicher machen werden. So werde über einen neuen Spazierweg zwischen den Orten entlang der Schutzbepflanzung gesprochen. Die Unterstützung der Mibrag für die Errichtung des Skateparks und die Aufschüttung eines Rodelbergs stehe in Aussicht.

Oberstes Ziel der Einwohnervertretung sind eine gute Zusammenarbeit mit der Mibrag "und im Sinne der Lippendorfer und Kieritzscher weiterhin lebens- und liebenswerte Dörfer trotz Kohlebagger". Dass dies gelingen kann, würden viele Beispiele anderer Ortslagen zeigen, in denen Menschen, wie beispielsweise die Neukieritzscher, gut leben konnten und können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2013

Neumann, André

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