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Borna Bürgerinitiative gegen Industriegebiet
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16:36 19.05.2015

Einen Schrottplatz gibt es in dem 1400-Seelen-Dorf, gleich neben Pegau gelegen, schon lange. Doch die Firma Schrott Wetzel wächst seit Jahren - zum Ärger von Anwohnern. "Es werden stetig mehr Emissionen in Bezug auf Schall, Staub und LKW-Verkehr erzeugt", so Schlag.

Aktuell will das Unternehmen eine neue Halle bauen, in der Eisenspäne und Dreherei-Abfall gelagert werden sollen (die LVZ berichtete). Bürgermeister Klaus Sommer hat damit kein Problem und sagte im LVZ-Interview: "Es kommt zu keiner Produktionserweiterung, was viele Bürger befürchten."

Jetzt gibt es für das Projekt einen Bebauungsplan, der noch bis Mitte Juli öffentlich ausliegt. Und dieser hat es in sich, meint die Bürgerinitiative. "Es zeigt sich nun, dass der Bau der so genannten Lagerhallen nur vorgeschobenes Mittel zum Zweck ist", sagt Schlag. "In Wirklichkeit geht es um die Schaffung eines Industriegebietes und somit um die rechtliche Sicherheit, extrem mehr Emissionen erzeugen zu dürfen." Wenn das so genehmigt werden würde, könnte dort 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche gearbeitet werden. Hinzu komme die Lagerung von "giftigen, gefährlichen, sogar lebensbedrohlichen Stoffen als auch von biologisch abbaubaren Stoffe wie Gülle oder Kanalreinigungsabfälle".

Die Bürgerinitiative (BI) wolle nicht den Eindruck erwecken, dass sie gegen die Firma Schrott Wetzel ist. Sie könne das Handeln des Betriebes nachvollziehen und finde es lobenswert, wie er sich in der Umgebung engagiert. "Die Firma agiert rein nach den Prinzipien eines Unternehmens, welches natürlich alle vorhandenen Möglichkeiten nutzt, um Wachstum, Umsatz und Gewinn zu maximieren", heißt es in einer Erklärung der BI. Aber die Größe des Unternehmens direkt neben Wohngebieten sei nicht zu vertreten. Und selbst wenn die Firma ihre Produktion erst mal nicht erweitert, würden mit der Genehmigung des Industriegebietes - bisher sei es ein Gewerbegebiet - Tatsachen geschaffen, die später für die Anwohner in Elstertrebnitz und Pegau schlimme Folgen hätten. "Die Schmerzgrenze ist erreicht", sagt René Schlag.

Sieben Männer gründeten jetzt die Bürgerinitiative "Gemeinsam mehr erreichen" mit dem Ziel, "die Pegauer und Elstertrebnitzer Bürger mit Fakten zu informieren und somit die Auswirkungen für alle transparent zu machen und auf Gefahren hinzuweisen". Möglichst viele sollen sich den Bebauungsplan in der Gemeindeverwaltung anschauen und dazu Stellung nehmen. Mehr Infos auf der Homepage der Initiative unter www.BI-GME.de.

Geplant sei weiterhin, mit dem Unternehmen und der Gemeindeverwaltung Kontakt aufzunehmen, "was wegen der Hochwassersituation jetzt schwierig war", so der Elstertrebnitzer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2013

Carell-Domröse, Claudia

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