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Borna Bürgermeister skeptisch gegenüber Riesenkommune
Region Borna Bürgermeister skeptisch gegenüber Riesenkommune
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16:36 16.03.2011
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. Darin sehe er langfristig eine Stärkung der Leistungs-, Verwaltungs- und Finanzkraft dieser Region. Die betroffenen Bürgermeister attestieren dem Vorschlag einige gute Ansatzpunkte, halten ihn generell aber für nicht umsetzbar.

„Unsere Linie ist ziemlich klar", holte Pegaus Bürgermeister Peter Bringer zu einem Gegenargument aus. „Wir wollen innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft mit Elstertrebnitz und Kitzen freiwillig enger zusammenrücken. Hier sind die Interessen, Aufgaben und Perspektiven greifbarer, gerade hinsichtlich der Schulen und der Verwaltung. Das halte ich für realisierbar." Eine Großkommune mit Groitzsch, Pegau und Zwenkau ist aus seiner Sicht unrealistisch. „Das geht schon mit der Frage los: Wo soll das neue Zentrum sein? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Zwenkau als Unterzentrum von Leipzig und mit seinem gewaltigen Entwicklungspotenzial am Hafen dieser Idee zustimmen wird. Das ist unwahrscheinlich und politisch auch schwer umsetzbar."

Für seinen Groitzscher Amtskollegen Maik Kunze gehört der Vorschlag Hagers streckenweise ins Reich der Fantasie. „Man sollte nicht auf jeden Zug aufspringen, der durch den Bahnhof rollt", versinnbildlichte er gegenüber unserer Zeitung. „Man muss auch einmal schauen, was ist uns in den letzten Jahren als Kommune gut gelungen und welche Entwicklung haben wir genommen. Hier, denke ich, sind wir auf einem sehr guten Weg. Mit dieser Verwaltungsgröße wie sie jetzt ist, können wir gut agieren." Den Vorwurf Hagers, die Städtepartnerschaft zwischen Groitzsch und Pegau gleiche einem „zahnlosen Tiger", weist der Bürgermeister klar von sich. „Hier ist im Moment einiges am Laufen, es werden weitere Möglichkeiten gesucht, die Verwaltungsarbeit effektiver zu gestalten."

Nichtsdestotrotz attestiert Maik Kunze dem Hager-Vorschlag „einige sehr vernünftige und richtige Ansätze", gerade hinsichtlich eines gemeinsamen Brandschutzbeauftragten. Ansonsten setzt das Stadtoberhaupt dringend auf die Meinung der Bürger, will sie mit ins Boot holen und eine vernünftige Diskussion führen. „Wir können uns gerne in den Gremien darüber unterhalten, aber damit wäre das Pferd von hinten aufgezäumt."

Hochverärgert und sauer reagierte gestern der Elstertrebnitzer Bürgermeister Klaus Sommer auf den Vorstoß des FDP-Kreisrats. „Zum Einen: Es gibt keine geplante Eingemeindung von Elstertrebnitz nach Pegau, eher von Kitzen nach Pegau. Es ist weder der Wille unserer Gemeinderäte noch meiner, nach Pegau eingemeindet zu werden." Im Übrigen findet Sommer das vorgeschlagene Riesengebilde mit Groitzsch-Pegau-Zwenkau als nicht beherrschbar. „Das wäre ein Viertelster Landkreis oder Grimma hoch 2. Aber in einem gebe ich Herrn Hager recht: Er sagt zum ersten Mal öffentlich, dass der Städtebund zwischen Groitzsch und Pegau Käse war. Da ist die ganzen Jahre über nichts passiert."

Im 9000 Einwohner starken Zwenkau findet der Hager-Vorstoß zunächst einmal Gehör. „Prinzipiell denke ich über alles nach", so der Bürgermeister Holger Schulz. „Letztlich müssen wir uns alle für die Zukunft rüsten." An erste Stelle rücke aber der Gedanke: „Jetzt gebe ich meine Identität auf. Wir reden hier von sehr alten Städten, die eine bewegte Geschichte haben. Die würden ihre Identität nicht aufgeben wollen und ich möchte das auch nicht." Ein Ansatzpunkt wäre, verwaltungsmäßig enger zusammenzuarbeiten und damit Geld einzusparen.

Kathrin Haase

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