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Borna Bundesanwalt klagt rechte Terrorgruppe „Oldschool Society“ an
Region Borna Bundesanwalt klagt rechte Terrorgruppe „Oldschool Society“ an
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21:00 13.01.2016
Die von einem Computermonitor abfotografierte Facebook-Seite der „Oldschool Society.“ (Archivfoto)  Quelle: dpa
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Karlsruhe/Borna

 Die Bundesanwaltschaft hat, wie am Mittwoch bekannt wurde, am 23. Dezember gegen vier Mitglieder der mutmaßlichen Neonazi-Terrorgruppe „Oldschool Society“ (OSS) Anklage erhoben. Der Prozess soll vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München verhandelt werden.

Die drei Männer – Andreas H. (57 Jahre), Markus W. (40), Olaf O. (47) – sowie die 23-jährige Denise Vanessa G. werden beschuldigt, Mitglied einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Die Anklagebehörde wirft ihnen die Vorbereitung von Sprengstoffanschlägen mit Brand- und Nagelbomben sowie geplante Übergriffe auf Salafisten, Moscheen und Asylbewerber vor.

Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft wollten die Rechtsextremen zwischen dem 8. und 10. Mai einen Sprengstoffanschlag auf eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft in der Nähe von Borna verüben. Dafür hätten sich die Beschuldigten illegale Pyrotechnik aus Tschechien beschafft. Die Sprengkörper wollten sie mit Nägeln oder Brennstoff ummanteln, um deren Gefährlichkeit zu erhöhen. Ihre Gewaltfantasien konnten die Angeklagten jedoch nicht verwirklichen, da sie am 6. Mai festgenommen worden. Die Polizei-Spezialeinheit GSG 9 hatte Markus W. in Frohburg und Denise Vanessa G. in Borna festgesetzt. Die anderen beiden Mitglieder stammen aus Augsburg und Bochum. Sie sitzen seit ihrer Ergreifung in Untersuchungshaft. In die Anschlagsplanung seien, so die  Bundesanwaltschaft, noch weitere Personen eingeweiht gewesen.

Die vier Beschuldigten, die der Führungsebene angehörten, seien hinreichend verdächtig, spätestens im Januar 2015 eine terroristische Vereinigung gegründet zu haben. Zuvor hätten sie bereits über ihre rechtsgerichtete nationalistische Weltanschauung und ihre Ziele in einer internen Chatgruppe unter der Bezeichnung „OSS Geheimrat“ ausgetauscht und anschließend eine Facebook-Gruppe gegründet.

Seit Oktober 2014 habe sich nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft die OSS immer weiter radikalisiert, eine eigene Satzung gegeben sowie mit den Beschuldigten Andreas H. und Markus W. einen „Präsidenten“ und „Vizepräsidenten“ bestimmt. Der Angeklagte Olaf O. fungierte als „Pressesprecher“ und veröffentlichte Beiträge in den sozialen Netzwerken. Denise Vanessa G. war als „Schriftführerin“ für die monatlichen Beitragszahlungen der Mitglieder zuständig.

Von bw (mit dpa)

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