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Bundeseinheitlicher Zugriff

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Die Zeit handgeschriebener Grundbücher und gezeichneter Flurkarten ist längst vorbei. Die Digitalisierung ist Standard im Vermessungsamt des Landkreises Leipzig.

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Am Drücker: Behördenleiter Thomas Scheithauer, Landrat Gerhard Gey und GeoSN-Geschäftsführer Werner Haupt (von links) schalteten gestern im Bornaer Vermessungsamt das neue System namens ALKIS frei.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Neu allerdings ist der Aufbau eines bundesweit einheitlichen Datensystems. Für den Landkreis Leipzig ist der seit gestern abgeschlossen, Mittelsachsen folgt demnächst, die Stadt Leipzig bis Mitte nächsten Jahres. Davon profitieren alle, die Zugriff auf Katasterdaten brauchen: Planungsbüros, Versorgungsunternehmen, die Wirtschaft insgesamt, aber auch der private Grundstückseigentümer. Immerhin geht es im Leipziger Land und im Muldental um rund 260 000 Flurstücke in 481 Gemarkungen.

"Vom Förderalismus zum Zentralismus - in diesem Falle macht das Sinn", sagte Landrat Gerhard Gey, der gestern im Vermessungsamt in Borna gemeinsam mit Werner Haupt, Geschäftsführer des Staatsbetriebes GeoSN, und Amtsleiter Thomas Scheithauer, per symbolischem Knopfdruck in ein neues Daten-Zeitalter startete. Nicht nur die Zusammenführung von Liegenschaftskarte und Liegenschaftsbuch in digitaler Form sei wichtig - die man bereits nutze -, sei wichtig, sondern die bundesweite Abrufbarkeit aller gespeicherten Informationen nach einem einheitlichen System über Kreis- und Landesgrenzen hinweg.

ALKIS, so das Kürzel, steht nicht für eine frevelhafte Affinität zu Hochprozentigem, sondern für Amtliches Liegenschafts-Kataster-Informations-System. In Nachbarschaft des Landkreises Leipzig in Thüringen und Sachsen-Anhalt ist es bereits Realität und soll bis Mitte 2015 in ganz Sachsen einsatzbereit sein. Die vereinfachte Verfügbarkeit von Daten gehe mit einem Abbau der Bürokratie einher, so Gey: "Wir müssen auch in anderen Bereichen zu einer Vereinfachung und einer Vereinheitlichung kommen." Etwa bei Katastrophenschutz oder in Fragen der Sicherheit.

Rund 170 Jahre liege die planmäßige Landvermessung in Sachsen zurück, sagte Vermessungsamtsleiter Thomas Scheithauer. Damals habe man Grundlagen für die Steuererhebung gebraucht. Seither seien zahlreiche Anforderungen hinzugekommen - als wichtigste der exakte Grenznachweis eines Grundstückes, um die Eigentumsfrage zu klären, und zuletzt Geobasisdaten, die damit verknüpft werden: Bodenrichtwerte, Bebauungsplan-Daten, der Verlauf von Versorgungsleitungen und ähnliches. Rund 200 000 Kataster-Akten lagern in der Behörde des Landkreises, die 79 Mitarbeiter zählt. Diese Bücher, Karten und Blätter ruhen wohlverwahrt in Rollschränken. Das Gros von ihnen wurde noch per Hand erstellt und im Laufe der Jahrzehnte immer wieder von Hand ergänzt und verändert. Das digitale Zeitalter habe hier aber schon vor vielen Jahren begonnen, sagt Scheithauer: "Das neue System hat drei wesentliche Vorteile: Es gibt einen gemeinsamen Datenbestand, ein einheitliches Modell, einen bundesweiten Raumbezug."

"Ein Etappenziel ist erreicht", sagte GeoSN-Geschäftsführer Werner Haupt. Er sprach von einem "steinigen Weg", den die Mitarbeiter in den vergangenen Jahren mit großem Engagement bewältigt hätten. Sie hätten nicht5 zuletzt auch mehr als 250 Schulungstage absolviert, um sich mit dem neuen System vertraut zu machen. Im Zuge dieses komplexes Prozesses der Datenübernahme in das sei es zudem gelungen, aufgedeckte Mängel und Fehler im Liegenschaftskataster zu bereinigen. Als nächster Landkreis in Sachsen werde Mittelsachsen an ALKIS angeschlossen; die Stadt Leipzig folgt an zwölfter Stelle - wie die anderen kreisfreien Städte bis Mitte des kommenden Jahres.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2014
Ekkehard Schulreich

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