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Borna Bundesliga-Züchter Tino Gröger holt sich Wanderpokal in Borna
Region Borna Bundesliga-Züchter Tino Gröger holt sich Wanderpokal in Borna
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07:00 06.02.2017
Veikko Lang, einer der Sieger bei der Ausstellung, mit seinem achtjährigen Sohn Kay und dem Gewinnerkaninchen. Quelle: Peter Ruf
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Borna

Seit 111 Jahren gibt es den Rassekaninchenzuchtverein in Borna. In diesem Jahr haben die Mitglieder das erste Mal seit der Wende wieder eine Kreisrammlerschau organisiert. 45 Rammler – also männliche Kaninchen – wurden präsentiert und bewertet. Daneben gab es noch die Gemeinschaftsschau, bei der auch weibliche Kaninchen vorgestellt wurden. Rund 130 Tiere von Züchtern aus der Region konnten die Besucher bewundern.

„Wir machen dieses Hobby aus Liebe zur Natur. Gleichzeitig wollen wir Jugendliche vom Computer weglocken und ihnen die Liebe zu Tieren nahebringen“, erklärte Tino Gröger, einer der erfolgreichsten Züchter des Vereins, sein Engagement. Für den Vorsitzenden Siegfried Irmscher ist es auch Ausgleich zum Alltag.

Ein wenig wurde die Freude über die gelungene Ausstellung getrübt: Zum einen musste der Verein wegen Umbaumaßnahmen in kleinere Räumlichkeiten ausweichen. Dadurch fielen manche Angebote für die Kinder aus. Zum anderen reduzierte der Virus RHD II, auch Chinakrankheit genannt, die Anzahl der Aussteller stark. Diese heimtückische Krankheit hat der Mensch vermutlich selbst verursacht. „Man vermutet, dass die Mutation von Mitteln, die zur Bekämpfung der Kaninchenplage in Australien eingesetzt wurden, zu RHD II geführt hat. Heute profitiert davon vor allem die Pharmaindustrie, die nun an dem Impfstoff verdient“, meinte Irmscher.

Der 38-jährige Tino Gröger begann als Jugendlicher mit der Zucht. Seit 15 Jahren ist er im Bornaer Verein aktiv. Er hat sich auf die Rasse „Thüringer“ spezialisiert und ist dabei sehr erfolgreich. Er fährt deutschlandweit zu Ausstellungen und belegte im vergangenen Jahr in der „Bundesliga“ der Kaninchenzüchter mit anderen Kollegen aus Sachsen den 3. Platz. Auch in diesem Jahr hat er den Wanderpokal des Bornaer Vereins als bester Züchter gewonnen.

Siegen kann nur derjenige, der in der Züchtung große Sorgfalt walten lässt. Durch ein umfangreiches Punktesystem werden viele Faktoren wie Gewicht, Körperbau, Pflegezustand und Ohrenlänge bewertet. Wenn zum Beispiel eine Zahnfehlstellung oder bei manchen Rassen nur ein Büschel weiße Haare festgestellt werden, fliegt man aus der Bewertung raus. Der „Deutsche Riese“ ist die größte Rasse mit zehn bis elf Kilogramm. Die kleinste ist der Farbenzwerg mit rund einem Kilo. „Jeden Tag bringe ich für mein Hobby rund zwei Stunden auf“, so Tino Gröger.

Bereits Kinder sind im Verein aktiv. Mit der Kaninhopgruppe haben sie eine eigene Sportart entwickelt. Mit dabei ist die neunjährige Colleen Erler. Als kleines Kind hatte sie ein Kaninchen als Kuscheltier. Zu ihrem achten Geburtstag bekam sie ihr erstes echtes Kaninchen geschenkt. Zwei ihrer Tiere hatte sie auch am Wochenende ausgestellt.

Leider würden den Züchtern manche Steine in den Weg gelegt. So dürften in den meisten Kleingartenanlagen keine Kaninchen mehr gehalten werden. „Schade, dass unserem Hobby manchmal so wenig Verständnis entgegengebracht wird“ beklagte der zweite Vereinsvorsitzende Rainer Gröger.

Von Peter Ruf

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