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Borna Buntes Pegau: Graffitiprojekt mit der Altenburger Farbküche an der Oberschule
Region Borna Buntes Pegau: Graffitiprojekt mit der Altenburger Farbküche an der Oberschule
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18:00 20.04.2017
Der farbenfrohe Schriftzug „Oberschule Pegau“ ist ein Ergebnis des Graffitiprojektes an der Bildungseinrichtung. Quelle: Hans-Hermann Koch
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Pegau

Graffiti üben einen seltsamen Reiz auf junge Leute aus und stehen oft für Rebellion, politisches Statement, Lebensfreude und Provokation. Doch die Grenze zwischen Kunst und Schmiererei ist schmal und um diese herauszufinden, veranstaltete die Pegauer Oberschule zusammen mit den Energieunternehmen Mitgas und EnviaM Projekttage für die Schüler der beiden achten Klassen.

Erfahrung auf diesem Gebiet haben Susann Seifert (35) und Ralf Hecht (36) von der Farbküche Altenburg. Ihre gemeinsame Passion hat die Künstler zusammengeführt – sie, die Verwaltungsangestellte im Ordnungsamt und ihn, den illegalen Sprayer, der das Geld für sein Hobby als Trockenbauer verdiente. Doch beide zogen schnell auf der legalen Seite an einem Strang und vermitteln mit ihrer Farbküche alles Wissenswerte und Hintergründe der Sprayerszene. So vor wenigen Tagen auch in Pegau.

Die Kunstklassen von Simone Heuschkel erhielten zunächst Informationen über die Ursprünge der geritzten und gesprühten Darstellung – von der Zeit der Höhlenmenschen bis heute, wo Graffiti von anerkannten Künstlern sogar unter Denkmalschutz stehen. Es sei mittlerweile eine anerkannte Kunstform, für deren Erhaltung in den Großstädten weltweit viel getan werde.

Schlimm hingegen seien die wilden Schmierereien an Wänden und Mauern. Sie zerstören und missachten das Eigentum anderer Menschen und verursachen teilweise große finanzielle Schäden. Illegale Sprayer würden dabei oft von ihren Aggressionen geleitet, so Ralf Hecht, sie bräuchten den Kick zur Stimmungsverbesserung, seien angetrieben von Zerstörungswillen und der Suche nach Anerkennung.

Der bessere Weg sei, ihnen spezielle Freiflächen in den Städten und Gemeinden anzubieten, wie es jüngst mit den Trafokästen in Pegau geschehen ist. Der künstlerische Sprayer nutze sein Können und seine Kreativität, um sein Lebensumfeld zu gestalten. Auch er sehne sich nach Anerkennung, doch fern von Ungesetzlichkeit und Illegalität. Er meide Konflikte, um seine Zukunft nicht zu verbauen, und er achte fremdes Eigentum.

Nach zwei Stunden grauer Theorie und lebhaftem Meinungsaustausch fertigten die Achtklässler eigene Entwürfe an und übertrugen sie auf große Pappen. Beliebt waren dabei Schlagwörter und Kürzel wie Snoww, Nice und BVB, aber auch eigene Namen im Graffiti-Style. Bei komplizierteren Motiven, etwa einem Loch in der Erde, half Ralf Hecht gerne.

Danach ging es auf den Schulhof. Mit Mundschutz und Dutzenden Farbdosen bewaffnet, sprayten sich die Mädchen und Jungen ihre Einfälle aus dem Handgelenk. Wenige Tage später trafen sich erneut einige Freiwillige und stellten ihre erlernte Spraytechnik an der Schulmauer am Fahrradständer unter Beweis. Das farbenfrohe Ergebnis sind der Schriftzug „Oberschule Pegau“ sowie ein riesiger blauer Planet mit den Worten „Für eine Welt ohne Grenzen“.

Von Kathrin Haase

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