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Borna Bus bringt Röthaer Radler zu Fall: Schadensabwicklung sorgt für Frust
Region Borna Bus bringt Röthaer Radler zu Fall: Schadensabwicklung sorgt für Frust
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07:00 03.08.2016
Der Röthaer war auf einem Radweg in Leipzig unterwegs, als sich der Unfall ereignete. Quelle: dpa
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Rötha

Die Schürfwunde am Knie ist inzwischen fast verheilt, die Frank Lehmann beim Zusammenstoß mit einem Gelenkbus erlitt. Der hatte den Röthaer Anfang Juli in Leipzig vom Fahrrad geholt, als der 57-Jährige auf einem Radweg unterwegs war und der Bus beim Abbiegen widerrechtlich seine Spur kreuzte. Dass er den Unfall, bei dem zum Glück nichts Schlimmeres passierte, nicht zu den Akten legen mag, hängt für Lehmann mit dem Verhalten der Leobus GmbH zusammen. Mit der Art und Weise, wie das Unternehmen den Schaden zu regulieren beabsichtigt, denn die geht ihm gehörig gegen den Strich.

„Das Ganze ist in höchstem Maße ärgerlich. Der Busfahrer war froh, dass ich nicht auf eine förmliche Unfallaufnahme durch die Polizei bestand und dass er weiterfahren konnte“, blickt Frank Lehmann auf den Unfallmorgen zurück. Zwar sei er nach dem Zusammenstoß mit dem Bus gestürzt, doch seien die Verletzungen überschaubar gewesen. Er habe sich – was doch verständlich sei – bemüht, den Ball flach zu halten und auf eine Anzeige zu verzichten. Dass das Knie blutete, habe er erst später festgestellt, ebenso Schäden am Fahrrad-Lenker.

Lehmann, wieder zu Hause, schrieb Leobus einen Brief. Darin die Bitte, veranschlagte 29,40 Euro für die Reparatur des Fahrrades zu tragen und 200 Euro Schmerzensgeld zu ermöglichen – beides im Sinne einer ebenso geräuschlosen Abwicklung, wie er sie sich an der Unfallstelle selbst zugute hält.

Oder: hielt. Denn das Unternehmen billigte ihm zwar den Schadenersatz zu, netto allerdings: 24,71 Euro. „Da es sich um ein Angebot und somit um eine fiktive Rechnung handelt, ist doch die Mehrwertsteuer tatsächlich noch nicht angefallen“, schrieb ihm das Unternehmen. Um über anderes reden zu können, brauche man einen ärztlichen Bericht.

Dieser Brief, dem jegliche Entschuldigung oder Anteilnahme fehlt, ärgert Lehmann: „Ich bin wegen der Schürfwunde nicht extra zum Arzt gerannt.“ Doch er zweifelt inzwischen daran, dass sein kulantes Verhalten richtig war. „Ich bin selbst LKW gefahren, ich weiß, wie heikel so ein Unfall ist, wenn dann auch noch Menschen zu Schaden kommen“, sagt er.

Aus heutiger Erfahrung sage er sich allerdings, er hätte auf eine Unfallaufnahme durch die Polizei bestehen, es nicht bei der prompten Entschuldigung des Busfahrers belassen sollen. „Ich als Nichtschuldiger an diesem Unfall muss doch zumindest so gestellt werden, als ob nichts passiert wäre.“ Abgesehen davon sei er natürlich froh, dass er glimpflich davon gekommen sei, sei er doch unmittelbar vor der Vorderachse gegen den Bus gestoßen: „Ein LKW hätte mich möglicherweise überrollt.“

„Die Leipziger Verkehrsbetriebe stehen derzeit in Kontakt mit dem Geschädigten, haben berechtigte Ansprüche bereits reguliert“, sagt Marc Backhaus, Pressesprecher für die LVB, auf LVZ-Nachfrage. Leobus ist ein Tochterunternehmen der LVB. Derzeit warte man auf weitere Unterlagen. Dass Frank Lehmann die im geforderten Umfang wird beibringen können und wollen, ist offen. „Mit 100 Euro hätte ich auch leben können. Aber dass man jetzt den Kümmel aus dem Käse knaupelt, das enttäuscht mich schon.“

Von Ekkehard Schulreich

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