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Borna Buszeiten: Plötzlich ist alles anders
Region Borna Buszeiten: Plötzlich ist alles anders
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15:01 19.05.2015

Die Schulen reagierten, indem sie jetzt die Unterrichtszeiten an die neuen Fahrpläne anpassten.

"Seit Montag fahren die Busse nachmittags zu anderen Zeiten. Wir wussten absolut nichts, haben keine Information von der Schule bekommen. Unsere Tochter rief uns ganz aufgeregt an, dass sie den Bus nach Hause nie und nimmer schaffen würde." Yvonne Meichsner aus Pötzschau hat kein Verständnis dafür, wie mit Schülern umgegangen wird und dass man offenbar darauf setze, die Eltern würden sich schon irgendwie kümmern. "Die Kinder sind auf den Bus angewiesen. Wir haben für das ganze Jahr im Voraus bezahlt dafür", sagt Meichsner. Wie ihr gehe es vielen Eltern gerade in den Dörfern. Alle seien wütend, denn sie müssten sich darauf verlassen können, dass der Transport klappe.

Schwierigkeiten gab es zu Wochenbeginn auch in Regis-Breitingen. "Der Bus nach Borna fährt plötzliche eine Viertelstunde später, so dass es knapp wird, wenn man von der Haltestelle Am Pegauer Tor zum Gymnasium laufen muss", sagt Jana Tröbs. Da sie in Borna arbeitet, nahm sie ihre Tochter vorsichtshalber im Auto mit. Aber eine Dauerlösung könne das mitnichten sein. Inzwischen reagierte die Leitung des Gymnasiums "Am Breiten Teich". "Wir haben unsere Unterrichtszeiten an die veränderten Fahrpläne angepasst. Die Klassen wurden informiert", hieß es gestern. Anders offenbar dagegen die Situation an der Deutzener Grundschule. Dort habe man weit vor dem Fahrplanwechsel von den Veränderungen gewusst und reagieren können. Auf einem Elternabend wurden auch die Familien über neue Abfahrts- und Ankunftszeiten ins Bild gesetzt.

Der Fahrplanwechsel, der bei Bussen und Bahnen in der Region alljährlich Mitte Dezember ansteht, fiel dieses Mal etwas einschneidender aus. Der Grund liegt auf der Hand: die Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes samt Leipziger Citytunnels. Um Busse und S-Bahnen besser zu verknüpfen und zusätzliche Angebote zu schaffen, wurden Buslinien aufgewertet und gelten jetzt als PlusBusse. Darüber hinaus wirkten sich diese Neuerungen aber auch auf die kleineren Linien aus, die zu einem beträchtlichen Teil von den Schülern genutzt werden. "Die Busunternehmen hatten Riesenprobleme, denn die Bahn hat bis zuletzt an ihren S-Bahn-Fahrplänen gearbeitet", erklärt Matthias Neumann, Sprecher des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV), die Problemlage. Die Unternehmen seien mit ihren Planungen zeitlich in die Bredouille geraten, und auch der Druck der Fahrplanhefte, um die sich der MDV kümmert, sei später erfolgt als üblich und wünschenswert.

Andreas Kultscher, Geschäftsführer der kreiseigenen Personenverkehrsgesellschaft Muldental (PVM), bestätigt das. Allerdings habe man in Abstimmung mit dem Landkreis die Schulen angeschrieben und über Änderungen informiert, habe im Kreis- und im MDV-Journal darauf hingewiesen. "Alle Hinweise, die bei uns eingehen, prüfen wir gemeinsam mit dem Kreis. Wo Korrekturbedarf besteht und es umsetzbar ist, machen wir das auch", sagt Kultscher. Die veränderten Fahrpläne hätten - anders als Eltern mutmaßten - nichts damit zu tun, dass PVM im Norden und Westen des Landkreises nun 15 Linien von Leobus übernimmt. "Dieser ein paar Tage vorgezogene Wechsel hat sehr gut geklappt." Um zu beurteilen, was S-Bahn-Netz und PlusBusse brächten, sei es nach einer Woche Betrieb viel zu früh. Wenn Züge zu spät kämen, sei das ein Problem, so Kultscher: "Aber das wird sich einschwingen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.12.2013
Ekkehard Schulreich

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