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Borna CDU-Chef Breitenbuch setzt auf Leitkultur: „Multikulti war immer Mist“
Region Borna CDU-Chef Breitenbuch setzt auf Leitkultur: „Multikulti war immer Mist“
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22:32 18.02.2016
Georg-Ludwig
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Borna/Grimma

 Die CDU im Landkreis Leipzig konnte im letzten Jahr 36 Neueintritte verzeichnen. Allerdings habe sich 2015 sogar 46 Menschen aus der Partei verabschiedet. „Auch wegen der Asylproblematik“, sagt der CDU-Kreisvorsitzende und stellvertretende CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende Georg-Ludwig von Breitenbuch. Das beherrschende Thema der deutschen Gegenwart macht um die Union zwischen Röcknitz und Regis keinen Bogen. Derzeit zählt die CDU im Landkreis Leipzig 623 Mitglieder.

Der stetige Anstieg der Asylbewerberzahlen – schaffen wir das? „In Witznitz schaffen wir das“, sagt von Breitenbuch mit Blick auf die Flüchtlingsunterkunft, die dort im Herbst im ehemaligen Lehrlingswohnheim eingerichtet wurde. Auch an den meisten anderen Orten mit Gemeinschaftsunterkünften, meint der 44-Jährige. Lediglich in Rötha sei es etwas schwieriger. Allerdings stelle sich nicht nur ihm die Frage, „wie lange wir das schaffen“. Es gebe auch parteiintern den klaren Auftrag an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Flüchtlingszahlen spürbar zu senken.

Deutschland habe aber eine Verantwortung in Europa, „gewisse Situationen zu entschärfen“, sagt von Breitenbuch. „Aber das hat Grenzen“, nicht zuletzt wegen der Akzeptanz in der Bevölkerung. Das deutsche Asylrecht sei die Konsequenz aus historischen Erfahrungen, „doch ich würde in Deutschland eine Diskussion über das Thema zulassen, wenn sie aktuell werden würde“. Es gebe in den westdeutschen Bundesländern jahrzehntelange Erfahrungen mit der Integration von Fremden, insbesondere von Türken. Von Breitenbuch: „Da haben wir lange nicht hingeschaut.“ Und weiter: „Wir müssen in Deutschland klären, wer wir sind und was uns wichtig ist“.

Dabei gehe es auch um die christliche Wurzeln der Gesellschaft. Und der CDU-Kreischef räumt ein, dass „wir ja ach so tolerant waren“. Jetzt „holt uns unsere jahrelange Inkonsequenz ein“. Um darauf zu reagieren, ist von Breitenbuch Mitglied einer sächsischen Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Patriotismus beschäftigt. Brauchen wir also eine deutsche Leitkultur? „Ja, in jedem Fall.“
Der Kohren-Sahliser: „Multikulti war immer Mist.“ Das Zusammenleben sei wichtig, aber das müsse so geschehen, wie in Deutschland üblich und nicht wie in Nordafrika.

Der CDU-Kreisvorsitzende würde die AfD-Mitglieder nicht a priori ausgrenzen. „Ich würde mit denen sprechen.“ Es gehe dabei auch um die „Chance, unseren Standpunkt zu vertreten“.

Was den Landkreis Leipzig anbelangt, so sieht von Breitenbuch die Verwaltungseinheit, die es seit dem Jahr 2008 gibt, auf einem guten Weg. Zwar gebe es noch eine Reihe von Problemfeldern, die von der Zukunft des Kohleförderers Mibrag und des Energieerzeugers Vattenfall zum Bau der Autobahn 72 reicht. Der Landkreis sei aber mittlerweile gut zusammengewachsen. „Im ersten Kreistag war noch ganz genau zu sehen, wer aus Grimma und wer aus Borna kam.“ Das sei mittlerweile nicht mehr der Fall.

Von Nikos Natsidis

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