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Campingplatz am Bockwitzer See

Campingplatz am Bockwitzer See

Die Stadt Borna wird bei der Unteren Wasserbehörde ihren Willen zum Gemeingebrauch des Bockwitzer Sees anzeigen. Eine entsprechende Beschlussvorlage der SPD/FDP-Stadtratsfraktion fand vorgestern Abend auf der Stadtratssitzung im Stadtkulturhaus eine breite Mehrheit.

Borna. Dem Beschluss zufolge soll außerdem ein zeitweiliger beratender Stadtratsausschuss gebildet werden, der sich um die touristische Entwicklung des Areals kümmert.

Gerhard Artelt (SPD/FDP-Fraktion) hatte den Vorstoß seiner Fraktion erläutert. Nach einer Anfrage an die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltung (LMBV) sei klar, dass dort der Bau einer Erschließungsstraße sowie eines Parkplatzes vorgesehen seien. Der Stadt Borna gehörten etwa 40 Hektar Wasserfläche mit einer Tiefe bis zu 20 Metern. In dem Gebiet am Bockwitzer See, das zur Gemarkung Borna gehört, gebe es unterirdische Tagebauanlagen, so Artelt weiter. Die Sanierung des Gebietes sei noch nicht abgeschlossen.

Es gehe aber darum, so Artelt, dass Borna als Hauptstadt des Neuseenlandes auch einen nutzbaren See brauche, "der aber keine Konkurrenz zu anderen Aktivitäten der Stadt bedeutet". Es gebe Privatinteressenten für den See, zudem müsse das illegale Baden dort beendet werden. Artelt: "Wir wollen das alles auf rechtliche Füße stellen." Denkbar sei die Errichtung eines Campingplatzes. "Größere Bauten sind nicht denkbar."

Widerspruch kam ausgerechnet aus Artelts Fraktion. SPD-Urgestein Klaus Sachse, bekannt als Vorkämpfer für die Wiedereröffnung des geschlossenen Freibades An der Wyhraaue, erklärte, es gebe "viele Unklarheiten hinsichtlich der Nutzung des Sees". Der ehemalige Tagebau Bockwitz stehe nach wie vor unter Bergrecht. Dort werde weiterhin auf eigene Gefahr gebadet. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) bestätigte, dass auch in Zukunft nicht an den Einsatz von Rettungsschwimmern am Bockwitzer See zu denken sei. Sachse machte sich für das Freibad stark, "damit Familien mit Kindern sicher baden gehen können".

Am Ende gab es eine große Mehrheit für den Beschluss. 20 Stadträte stimmten dafür, drei waren dagegen und einer enthielt sich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.09.2014
Nikos Natsidis

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