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Borna Carlo Hohnstedter aus Borna erinnert mit Geocaching an historische Orte
Region Borna Carlo Hohnstedter aus Borna erinnert mit Geocaching an historische Orte
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17:44 14.07.2016
Carlo Hohnstedter hat in Borna einen sogenannten Mystery-Cache versteckt, den er seiner Oma anlässlich deren 70. Geburtstags gewidmet hat. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Seit 2012 geht Carlo Hohnstedter aus Borna nun schon seinem Hobby nach: Geocaching. Da der 19-Jährige vor kurzem aus Mazedonien zurückgekehrt ist, nachdem er dort einen europäischen Freiwilligendienst geleistet hat, möchte er sich nun wieder um seine versteckten Caches kümmern. Die mussten in den vergangenen neun Monaten ruhen. Hohnstedter verfolgt vor allem eines mit seinem Hobby: er will Geschichte vermitteln und das Vergessen verhindern.

Er selbst habe mit dieser modernen Form der Schnitzeljagd viele neue Orte entdeckt, die ihm vorher unbekannt waren. Diese Orte kennt er nun – samt aller Hintergründe – und dreht den Spieß mithilfe des Spiels ganz einfach um. „Das Geocaching bietet eine sehr gute Möglichkeit, den Spaß am Spiel mit Geschichte zu verbinden. Klar macht das mehr Arbeit, als ein Hobby eigentlich in Anspruch nimmt, aber ich mache das gerne“, erzählt er.

In Borna gibt es derzeit noch drei aktive Caches, die er selbst gelegt hat. Unter anderem hat er einen auf dem Häftlingsfriedhof in der Lobstädter Straße platziert, auf dem nach Ende des Zweiten Weltkrieges Tote aus dem KZ-Außenlager Flößberg begraben wurden. Die Rätsel für die versteckten Schätze habe er sich selbst überlegt. „In dieser kleinen Dose auf dem Friedhof liegt ein Logbuch, in das ich die Namen der Toten eingedruckt habe. An diese wurde hier eben nicht erinnert, und genau das wollte ich damit ändern“, erklärt Hohnstedter.

Um an die Koordinaten für einen weiteren Cache zu kommen, muss der Schatzsucher zum Beispiel ein Todesdatum oder die Anzahl der Buchstaben des Namens heraussuchen. „Dabei“, erläutert der angehende Student, „beschäftigt man sich unbewusst mit dem Einzelschicksal der Menschen.“

Anfang September nimmt der Bornaer an einem Geocaching-Workshop teil, bei dem er ebenfalls wieder Caches legen möchte. Er habe überlegt, wie sich die GPS-basierte Schatzsuche nutzen lässt, um das Außenlager Flößberg begehbar zu machen. Dabei kam ihm die Idee, auf dem mittlerweile nicht mehr genau erkennbaren Weg zum Außenlager fünf bis sieben Dosen zu verstecken. „Wenn dann immer mehr Leute dort entlang gehen, entsteht ein kleiner Trampelpfad“, hofft er. Für ihn ist es wichtig, dass die Leute dadurch auch von den kleineren, eher unbekannten früheren Konzentrationslagern in der Region erfahren. „Geschichte spielt sich immer vor unserer Haustür ab“, ist der 19-Jährige überzeugt.

Hohnstedter hofft, mit seinem Hobby einige hundert Menschen erreichen zu können. Seine Zielgruppe sei hauptsächlich die „Generation Smartphone“. Er könne zwar nicht sicher sein, dass diejenigen, die seine Caches finden, sich auch auf die Geschichte des Ortes einlassen. „Doch die, die es tun, denen bleibt die Historie in Erinnerung“, ist er überzeugt.

Von Cynthia Pochanke

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